Aufgepasst neuster Tarantino Film in den Kinos – Hollywood im Namen der Relativierung des Holocaust und des Genußes am bösen Juden!
Oh ja, es ist der Traum eines jeden Antisemiten! Endlich, am 20. August, endlich darf man es sehen, ganz öffentlich und auf den größten Leinwänden und in guter Popcorn Gesellschaft, auch in Deutschland: Brutalste Juden, blutrünstige Juden, mörderische Juden, mit Rache und Hass in den Augen metzeln sie sich durch Europa, immer auf der Suche nach Opfern, die sie schänden können, seien sie auch alt und ehrenhaft, sie kennen keine Gnade und das Alles im Dienst ihres Volkes.
Um das ein bisschen zu verkomplizieren und so zu tun, als ob man den Juden nur einmal helfen will Ihre verdiente Rache an den Nazis auszuleben, spielt die Sache im 2. Weltkrieg und es werden Nazis getötet.
Hier die Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=qXXxTjzQvao
http://www.youtube.com/watch?v=ijPX_8bU67o
In Cannes gewann der Film den Preis für den besten Darsteller, Christoph Waltz – ein Nazi und Judenjäger im Film, und stahl damit Brad Pitt in der Hauptrolle die Show. Der Film wurde mit Standing Ovations 11 Minuten lang vom Publikum gefeiert!
Die monströse Figur des “Bärenjuden” (Bearjew) bringt den Film auf den Punkt. Hier wurden nicht nur jüdische Figuren entwickelt, sondern penibel mit echten jüdischen Schauspielern, mit so jüdisch wie möglichen Gesichtern, gecastet um den Brutale-Juden-Genuß auf die Spitze zu bringen.

Die Kritiken waren gemischt, aber sah ich noch niemanden, der den antisemitischen Komplex dieses und anderer Mainstream Filme in letzter Zeit offen ankreidet! Viele Kritiker wollten sogar lieber mit den Veröffentlichungen warten. Ich sah nur einen kritischen Artikel – in Israels Yediiot Achronot, der Tarantino vorschlug doch mal in Yad Vashem vorbeizukommen, denn anscheinend hat er große Wissenlücken.
Aber Tarantino hat bestimmt keine Wissenslücken – im Gegenteil gerade, dass er genau weiss was passierte, drängt ihm zum geschickten Relativieren im großen Stil.
Also hier ein kurzer Erklärungversucht, was Filme verbindet, die zum einen Nazis menschlicher machen wollen als sie waren (Der Untergang), die “anderen Deutschen” als bessere Juden darstellen (Die Fälscher) oder eben, die die ganze Geschichte verdrehen und Juden als bessere Nazis darstellen.
Die ganze Geschichte fängt da an, dass Juden aus der ganzen Holocaustgeschichte so verdammt moralisch überlegen wegkommen. Sie sind einfach sowas von unschuldig und sowas von Opfer gewesen, dass es schon weh tut. Und zwar denjenigen, denen das im Entferntesten ein schlechtes Gewissen macht. Sie wollen sich gegenüber Juden nicht moralisch unterlegen fühlen, auch nicht in der Vergangenheit. Meistens sind dies Menschen mit niedriger Selbstsicherheit und die “moralische Überlegenheit” der Juden schüchtert sie ein, stört sie an einem Leben mit einem moralischen Überlegenheitsgefühl. Aber keine Angst, das kann man manipulieren.
Ein Weg, ist wie gesagt, die Täter besser darzustellen, so wie es “Der Untergang” und ähnliche Filme taten, also die Unmoral der Täter möglichst zu senken. Die andere und etwas nettere Seite dieser Taktik, ist es, wirklich existierende “gute Deutsche” überproportional darzustellen, so wie halt in “Die Fälscher”: Dort wollen die lebensgierigen Juden um jeden Preis mit den Nazis kooperieren um zu überleben, auch wenn dies den Krieg verlängern würde, nur ein deutscher Recke mit schneeweißen Ambitionen und echtem Gewissen ist zur Selbstaufopferung und Sabotage gegen die Nazis bereit (während die Hauptfigur des Films natürlich ein betrügerischer Jude ist). Auch hier hat der Deutschen guten Grund sich für ihn auf die Schulter zu klopfen.
Aber es gibt noch eine viel effektivere Art mit den Juden endlich wieder auf moralische Augenhöhe zu kommen, und die heißt: Zeige, dass der Jude unmoralischer als der Nazi war und ist. Viele Versuche eines Israel-Nazi-Vergleichs schlagen genau in diese Kerbe und arbeiten hart daran Juden als die neuen Nazis und am besten noch als die größeren Nazis darzustellen, die eventuell – so erklärt man es sich pseudopsychologisch – die Brutalität und den Völkermordsinstinkt durch den Holocaust von den Nazis übernommen haben und ihn jetzt an den Palästinensern ausleben (Achmadinedschad und Freunde lassen grüßen).
Aber warum in die Ferne schweifen? Im Kino ist es uns jetzt möglich, Juden auch schon genau zu der Zeit als sie in Europa zu Millionen brutalst ermordet wurden, als die Fieseren und Brutaleren zu erleben. Man sehe sich das Werbebild zu “Unrühmliche Bastarde” unten an. Der leere Nazihelm – das Opfer -, auf dem Holz eingeritzt “Eisenberg”, “Himmelstein”, ein Davidstern, Hebräisches… Das ist die antiisraelische Rhetorik historisch verkleidet. Anstelle von Palästinensern nimmt man Nazis, damit man es auch in politisch korrekter Verkleidung in die Kinos bringen kann.

Es wird also ein Fest für alle Judenkomplex behafteten veranstaltet. Endlich sehen sie die so vermeintlich Übermoralischen die dreckigsten Dinge auf der Leinwand tun, im Dienste des Judentums, mit jüdischen Gesichtern und jüdischen Namen, und sie selbst können sich gereinigt fühlen.
Hier ein Interview mit Tarantio:
http://www.3news.co.nz/Full-Inglourious-Basterds-interview-with-Quentin-Tarantino/tabid/337/articleID/115759/cat/41/Default.aspx
Der Mensch ist nicht nur Gewaltbesessen, sondern, so wie er berichtet, qäult er sich schon mehr als zehn(!) Jahre mit den Gedanken an diesen Film herum, den er u.a. als sein größtes Projekt bezeichnet, auf den viele andere Filme nur hinarbeiteten. Er wollte Anfangs eigentlich Adam Sandler als den monströsen Bärenjuden, der hatte aber Besseres zu tun. So nahm er sich einen zweitklassigen jüdischen Schauspieler – Eli Roth. Hauptsache jüdisch, damit die Erlösung auch wirkt.
Eli Roth erzählt in einem Interview wie Tarantino über seinen Plan sprach Adam Sandler als Bärenjuden zu casten:
“I thought it would be great to see Adam Sandler as a badass, beating nazis to death.”
http://www.movieweb.com/news/NEPeaPUPjuawTQ
Und das ist auch die Zusammenfassung des ganzen Judenkomplexspektakels: Der Genuß am monströsen Juden – wie ein kleiner Beweis, dass die doch nicht besser sind. Traurig und zum Erbrechen, dass diese antisemitische Selbsttherapie in einigen Tagen in den meisten deutschen Kinos laufen wird…
Und noch eine Anmerkung zum Schluß: zweimal traf ich echte Holocaustüberlebende, die mir etwas zu Thema Rache gegenüber Nazis lehrten:
Das erste mal ein Mann der den Großteil seiner Familie verlor, nach einigen Lagern fliehen konnte, sich der roten Armee anschloß um zu kämpfen. Als seine Truppe drei deutsche SS-Offiziere gefangennahm, wollte der russische Offizier dem jüdischen Soldaten die Ehre geben diese zu erschießen – nur dieser weigerte sich (Befehlsverweigerung = Todesgefahr), da diese wehrlos waren.
Das zweite mal eine Frau, die in Ausschwitz war. Am Tag der Befreiung sah sie einen SS-Wachmann barfuß, dem man die Schuhe geklaut hatte. Er tat ihr Leid.
Falls sich jemand diesen Film antuen will, könnte er eventuell versuchen diese beiden echten Geschichten zum Thema “jüdisches Rachdenken” im Kopf zu behalten, wenn er die Lügenmetzeleien eines Tarantino sieht.
Hätte der Film Juden als rachedürstend Meuchelmörder gezeigt, dann wäre deine Kritik angemessen, dem ist aber nicht so. Vielmehr stellt sich die Frage, was wäre wenn tatsächlich eine jüdische Einheit auf Nazijagt gegangen wäre, so wie es der Film darstellt. Wenn du mich fragst, wäre das sehr cool.
Warum? Weil übertriebene Gewaltdarstellung „sexy“ ist! Ernsthaft, was du als „moralische Überlegenheit“ bezeichnest ist nichts worauf man stolz sein könnte. Viel zu wenig ist über den jüdischen Widerstand berichtet worden. Der Film „Defiance“ ist eine löbliche Ausnahme.
Jüdische Jugendliche in der Diaspora sind mit der Frage konfrontiert, warum ihre Großeltern nicht aktiver gegen den Nationalsozialismus vorgegangen sind. Dabei gab es einen kleinen aber aktiven jüdischen Widerstand, die Ausnahme von der Regel. Auch in der Roten Armee und bei Alliierten Truppen gab es jüdische Kämpfer, jüdische Helden, Identifikationsfiguren.
Tarantino Antisemitismus vorzuwerfen ist starker Tobak. Vielleicht wollte er nur ein modernes Märchen erzählen, von jüdischen Berserkern, die bis an die Zähne bewaffneten (!) Nazischergen abschlachten. Ich kann daran nichts verwerfliches finden, ganz im Gegenteil. Tarantino wird bewusst oder unbewusst an der Fassade heutiger Neonazis und ihrer Sympathisanten kratzen und dabei der Aufarbeitung der Vergangenheit nicht schaden. Deutschen Jugendlichen wird vielleicht zum aller ersten Mal die Möglichkeit gegeben die Geschehnisse im 3. Reich aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Ganz nebenbei: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4733/die_echten_nazi_jaeger.html
Ich habe den Film noch nicht gesehen, deswegen fehlt es mir schwer ueber diesen Film zu urteilen.Hab auch nur die PK zum Film gesehen.
Was man aber nicht vergessen sollte bei aller Kritik, zwei Namen: Quentin Terrentino
Gewaltverhehrlichung und uebertriebene,abgefahrene Konzepte sind nunmal Terrentino, ich glaube er hat sich da ueberhaupt keine Gedanken gemacht wie der Jude da steht. Er wollte es einfach nur umgedreht darstellen, mit interessanter Schauspielbesetzung.
Also, ums auf den Punkt zu bringen Its Terrentino nicht so erst nehmen
@ Roman es gab tatsächlich einige sogenannte “revenge units”
Z.B ein Auszug aus der Lebensgeschichte von Vitka Kempner-Kovner:
Kovner also formed a secret “revenge” unit whose goal was to carry out revenge operations in Europe against persons who had committed murders or had been responsible for them. In July 1945, his unit reached Italy, where they were met with great enthusiasm by the Jewish Brigade , a British army unit, most of whose members were Palestinian Jews. Determined to devote themselves to revenge, the unit continued the war-time life of the underground. For them, World War II had apparently not come to an end. In their opinion, says Kempner, revenge should not be based upon the idea of terror, but be conceived as an essential public act, meant to execute historical justice upon the murderers.
Einen Film zu verurteilen, nur weil er kranke Fantasien von Israelhassern befriedigen könnte, finde ich überzogen.
Dabei zeigt doch der Film genau den Juden, vor dem sich diese Typen fürchten: Nicht das schwache wehrlose Opfer, sondern der starke mutige Soldat.
Und ist es nicht diskriminierend, zu sagen, in einem fiktiven Werk dürfen Juden nicht unmoralisch, brutal und fies dargestellt werden?
So sehr ich Deine Abneigung gegen diese Nazi-, Holocaust- und Völkermordvergleicher teile, Tarantino und seinem Film hier irgendwelche Motivationen zu unterstellen, kann ich nicht nachvollziehen.
Ich hoffe nicht das der Film politisch relevant wird. So wie ich Tarantino einschätze geht es ihm mehr um die Emotionen die so eine Truppe durchlebt, gerade als Jude und zu Kriegszeiten. Seine Filme strahlen nicht besonders in puncto Drehbuch, man darf also keine tiefgründige Dokumentation erwarten. Tarantino ist halt etwas pervers was Gewaltverherrlichung angeht. Wenn dabei der jüdische Faktor zu sehr in den Vordergrund gerät, kann das viele Tarantino-Fans enttäuschen. Denen geht es um die pure Action.
@IC: Ja, siehe u.a. meinen Link.
@Jack: Enttäuschen, ja! Oder aber, sie solidarisieren sich mit dem jüdischen Freiheitskampf, schlagen etwas in den Geschichtsbüchern nach und werden Neonazis uncool finden.
Na da ist doch was tolles, ein deutscher Konvertit aus den tiefsten Osten spielt jetzt den Megajuden – und beschwert sich über die Antisemiten, die er in jedem Goj sieht, jetzt ist Quentin dran, weil er die Juden blutrünstig darstellt. Liebe Ulrich, schreib mal lieber darüber, dass ein Soldat zu 9 Monaten Haft verurteilt wurde, weil er Palästinenser in gaza bestohlen hat und nicht über Kultur, von der du als neugeborener Israeli keine Ahnung hast.
@Ulrich: ich finde WAS du schreibst und WIE du schreibst richtig toll! Weiter so!
@Ger-Mania:ich, als Jüdin, find`s einfach unverschämt was du hier schreibst!!!
@ Ruth
Und ich finde es noch unverschämter, wenn konvertiten plätzlich megajuden spielen! Am besten noch am 9 Nove,ber sich die Seele aus dem Leib heulen, und allen erzählen wie damals die Familie gelitten hat. Also Ruth, erzähl und doch mal wo du Jüdin geworden bist?
Es geht Tarantino aber nicht darum den jüdischen Widerstand zu inszenieren oder zu stärken (das fände ich vollkommen okay), es geht ihm darum Juden als rachsüchtige Monster zu protätieren und zu diskreditieren, die eben nicht einfach Widerstand leisten, sondern als perverse Menschenfeinde rüberkommen.
(Aus dem Film:) “Wir werden grausam zu den Nazis sein. Die Spuren unserer Grausamkeit finden sie in den ausgeweideten, zerstückelten und entstellten Körpern, die wir ihnen zurücklassen.”
Das ist jüdischer Widerstand? So war oder sollte er gewesen sein? Nein, dass ist antisemitische Propaganda.
Und Tarantino ist das nicht nur mal so rausgerutscht, nicht nur zufällig geht es hier um Juden. Tarantino ist seit mehr als 10 Jahren mit diesen Film bessesen, wälzte sich mit jeder Szene und jedem Satz und Besetzung. (Interviews durchlesen)
Wie gesagt, sagt er selbst, dass er gerne Adam Sandler als den bösen Fiesling sehen würde, denn wenn der Jude endlich mal der Grausame und Unmoralische ist (und das sind die Bastarde, denn sie machen mehr als Widerstand und Rache, sie sind Sadisten) und nicht der ewige bessere Moralist, gegen den man moralisch nicht ankommt. Das nennt man Komplexbefriedigung. Übrigens ist auch das Hochstilisieren von vereinzelten Juden, die tatsächlich Rache nehmen wollten, eine ähnliche Übung und kann an dem großen Bild nichts ändern.
Und “GER-Mania”: Kennen wir uns? Oder hast du Angst dich zu identifizieren? Aber deine Antwort ist der beste Beweis, dass der Film eben genau ein antisemitisches Publikum ansprechen will, oder wie Karl Kraus so schön sagte: “Was trifft, trifft auch zu.”
Das ist, wie gesagt, zu weit hergeholt. Was soll denn der jüdische Widerstand – wenn es ihn denn so gegeben hätte – für Motive gehabt haben? Sollte das Motto gewesen sein “Wir wollen nur mit euch Spielen, also kommt raus, kommt raus, wo immer ihr seid?”.
Natürlich nicht! Der Widerstand ist böse, er ist sauer, er will Rache und gerade deswegen werden Schädel gespalten und der Gegner in Angst und Schrecken versetzt.
Deinen Vergleich finde ich ebenfalls lustig. Was ist moralisch überlegener an einem Opfer und was hat das überhaupt mit dem Film zu tun? Es ist ja nicht so, dass die Opfer in der gleichen Lage eine andere Entscheidung getroffen hätten und deswegen moralisch überlegener sind! Die moralische Überlegenheit ergibt sich nicht wärend des Holocaust, sondern erst danach, im Umgang damit.
Mir ist aufgefallen, so wie hier schon ersichtlich, daß das einer dieser Filme sein wird, die die Menschen unbewusst jahrelang prägen kann. Ein häßlicher Beigeschmack à la “Midnight Express” kündigt sich ja schon an, und genau hier liegt die Gefahr:
Ironischerweise ging es bei Midnight-Express “nur” um den Verdacht einer möglichen Flugzeugentführung durch die PLO in Istanbul. Dabei wollte Billy Hayes lediglich die Türkei zum Schmuggeln seiner Drogen missbrauchen und wurde „guantanamo-like“ behandelt (siehe http://www.youtube.com/watch?v=pHjLMnGkedU).
Gezeigt hat der Film eine ähnliche aber andere Story zu Billy Hayes die zu jener Zeit den Türken als Menschenfeind darstellte. Der große Medienwirbel drumherum hat nachhaltig ein verzerrtes Bild einer Nation verursacht und mglw. Millionen von Menschen in Erklärungsnot oder unter Generalverdacht gebracht …
… so wie im Falle des Marco aus Uelzen (Quelle Bild.de: http://tinyurl.com/nsadts)
Allein im obigen Bild-Artikel „Marco (17), der deutsche Junge im Türken-Knast“ taucht das Wort „türk“ 13x auf während „brit“ und „deutsch“ zusammen gerade mal 6x vorkommen. Schande demjenigen der dabei an Böse denkt..
Denken! DAS müssen viele zum Glück nicht mehr ganz allein bewältigen. Der Mensch ergibt sich der einfachheitshalber seinen Vordenkern, den audiovisuellen Ergüssen von Redaktionen und Regisseuren, hin. Man glaubt aus Faulheit oder Gutmütigkeit an den bezahlten Journalismus und selbst die Vordenker glauben irgendwann sie hätten den Lösung zum Schlüssel des Informationszeitalters.
Doch deren Gleichung stimmt nicht ganz: Die Halbwertzeit der Verglimpfung ist zwar berechenbar, aber nicht die Nachfolgen der sich in den Köpfen eingeprägten Vorurteile. Ergo, wenn wir nicht wissen was 2+2 sind, macht auch 6 als Ergebnis Sinn solange keiner das Gegenteil verbreitet.
Mein Fazit: Die emotional Aufgewühlten sind nachvollziehbar im Recht wenn sie um ihren “guten” Ruf fürchten müssen. Allerdings ist das keine rein anti-semitische Kampagne des Abendlandes. Die Türken singen jahrzentelang ein trauriges Leid davon. Nichtdestotrotz würde ich den ganzen Hype gern erstmal in gepflegt orientalischer Manier mit einem türkischen Tee beobachten bevor ich übereifrig in globale Verschwörungen hineingerate.
Quentin lebt meist wie unter Drogen und/oder Strom. Ich will und kann ihn aufgrund seiner exzessiven Art nicht pauschal verurteilen. Schließlich ist das auch „nur“ ein Tarantino-Film. Hier gilt: Bei bleibenden Schäden verursacht durch Ironie haftet halt das Hirn des Betrachters.
Mal sehen ob Tarantino hierzulande noch WAS zum Beschädigen findet, hahaha!
“Because its so much fun..!” Quentin T.
http://www.youtube.com/watch?v=7L2ukSJFgCM
Hier ein Kommentar bei Spiegel Online:
“Es ist eine Rachephantasie, die sich um die historische Realität nicht kümmert, weil für Tarantino sowieso schon immer das Kino die bessere Wirklichkeit war. Diese Unverschämtheit, die Geschichte einfach zu ignorieren, hat bislang noch kein Film gehabt. Das Kino rächt sich nicht nur an jenen Personen, die, bevor sie selber sterben mussten, der Welt so viel Unheil und Tod brachten. Das Kino rächt sich an der ungerechten Wirklichkeit selber.
Zusammenbruch der Erzählkonvention
Dass dies einer der wenigen Filme ist, die nicht gleichsam die Geschichte des deutschen Faschismus weitererzählen, die nicht auf den Nazi-Todeskitsch hereinfallen, die sich rüpelhaft und mühelos über die Schwere des Mythos hinwegsetzen, liegt nicht zuletzt an seiner Erzählweise.
“Inglourious Basterds” ist keine Heldenreise und kein Erziehungsroman. Trotz seiner durchaus epischen Länge bietet er im Grunde nichts weiter als fünf Szenen. Diese Szenen “stimmen ” so sehr, dass die Autorität der linearen Story außer Kraft gesetzt ist. [...]
Bei der Uraufführung des gewaltigen, perfiden Durchhaltefilms “Kolberg” (Regie: Veit Harlan) im Jahr 1945 erklärte Joseph Goebbels: “Meine Herren, in hundert Jahren wird man einen schönen Farbfilm über die schrecklichen Tage zeigen, die wir durchleben. Möchten Sie nicht in diesem Film eine Rolle spielen? Halten Sie jetzt durch, damit die Zuschauer in hundert Jahren nicht johlen und pfeifen, wenn Sie auf der Leinwand erscheinen.”
Gegen Goebbels
Quentin Tarantino hat erst einmal aus dem Johlen und Pfeifen einen Film gemacht, und es ist vielleicht der erste, der Goebbels wirklich einen dicken Strich durch die Rechnung macht. Denn die nach-faschistische Kinogeschichte hat sich auch von seinem Schatten nie wirklich lösen können. ”
Ausgezeichnet aufgenommen, also..
Sorry, hier der Link:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,642401,00.html#ref=rss
Noch einmal: http://www.20min.ch/news/wissen/story/23555649
Ach ja, und produziert wurde der ganze Spass von den Bob and Harvey Weinstein von The Weinstein Company. Oh. Yes. They also produced “The Reader”. May be they want to rehabilitate the Nazis… Do I see a plot?!?
Anscheinend sehen fast nur Juden den ekelhaften und antisemitischen Hintergrund dieses Films, oder sie sind die einzigen, die den Mut haben es auszusprechen. Tarantino is hier der “unehrenhafte Bastard”:
Tarantino the ‘Inglourious Basterd’
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3780825,00.html
… “He is the one who has rewritten history and decided to tell a story that never happened and never existed – a horribly cruel group of Jews seeks revenge on the Nazis. In Tarantino’s movie, Jews are the “inglourious” ones and the Nazis are the ones looking to maintain a sense of humanity.
The Jews are not the Partisans fighting the Germans, but the “bad guys” chasing after the Germans, and the movie doesn’t even make it all that clear why. Jewish suffering in WWII is completely absent from the movie as never having existed. We are left with nothing of the sort of suffering at the hands of Nazi officers that occurred during the Holocaust.
[...]
With his typical arrogance, Tarantino was all smiles as he recommended that Israelis leave their prejudices at home. He added that “taboo is meant to be broken,” and mumbled something unclear that his movie is every Jew’s ultimate fantasy. Excuse me? The ultimate fantasy of every Jew? Not mine, at least, not even in my wildest dreams. What conceited assumption that all Jews want to do is crack Nazi skulls. …”
@GER-Mania
was sind Sie nur für eine unverschämte Rotzgöre.
Ulrich, hast du den Film mittlerweile gesehen?
würde mich auch interessieren. deine kritik spricht eher dafür, dass du ihn dir gespart hast? schade. denn, wenn man diesen film gesehen hat, dann kann man deine kritik in dieser form nicht stehen lassen.
was heißt hier “der” jude, “der nazi”? was dort gezeigt wird ist EIN jude. niemand halbwegs intelligentes würde ein ganzes volk über einen kamm scheren.
und wenn tarantino die juden als sanftmütig dargestellt hätte, fändest du es warscheinlich immer noch antisemitisch, weil er die juden ja zu “weicheiern” verunglimpft.
in diesem film sind sowohl die juden als auch die deutschen brutal ohne ende. warum ist der film dann nur antisemitisch, und nicht auch “anti-deutsch”? ja genau, weil die nachfahren der damaligen juden überempfindlich sind und die vergangenheit nicht loslassen können. mit eurem hass verpestet ihr alles! das ist alles so lange her, kann es jetzt nicht endlich mal gut sein?
freezy:
“in diesem film sind sowohl die juden als auch die deutschen brutal ohne ende. warum ist der film dann nur antisemitisch, und nicht auch “anti-deutsch”?”
Ganz einfach: Weil Deutsche wirklich so brutal (und viel brutaler als im Film) waren, Juden nicht.
“mit eurem hass verpestet ihr alles! das ist alles so lange her, kann es jetzt nicht endlich mal gut sein?”
1. Vielleicht hast du festgestellt, dass du sehr wohl von “uns” Juden(?) sprichst. Und das ist ein antisemitisches Statement. Nur zur Information. Also hat der Film offenbar zumindest bei dir gut funktioniert.
2. Was soll endlich gut sein? Habe ich so einen bloeden antisemitischen Film gemacht oder Tarantino? Habe ich mit dem Schwachsinn angefangen? Ich wuerde hier auf der Seite kein Wort zum Holocaust verlieren, wenn nicht immer irgendwelche durchgeknallten komplexbeladenen Idioten ihn relativieren wollen.
“ja genau, weil die nachfahren der damaligen juden überempfindlich sind und die vergangenheit nicht loslassen können. mit eurem hass verpestet ihr alles! das ist alles so lange her, kann es jetzt nicht endlich mal gut sein?”
Gratuliere, damit haben Sie nur Ihren eigenen Antisemitismus bewiesen.
Fragt sich nur, wer hier Hass verbreitet!!
Sekundärer Antisemitismus
“Alles Jüdische erinnert unausweichlich an die »deutsche Tat« Auschwitz und steht damit der ersehnten »nationalen Identität« im Weg. Das wiederum ruft erneute Aggressionen gegen die Juden hervor, insbesondere dann, wenn Juden gar noch explizit die Erinnerung an Auschwitz einfordern. Es erscheint paradox, aber die vollzogene Vernichtung der Juden wird in Deutschland zu einer neuen Quelle einer neuen Form von Antisemitismus, dem sog. sekundären Antisemitismus.
An beide Relativierungsweisen schließt sich immer die berühmte Schlussstrichforderung an: Es gebe keine Schuld, oder wenn es eine gegeben haben sollte, sei sie längst verjährt. Jetzt müsse endlich einmal Schluss sein.
In allen diesen drei Strategien – Leugnung, Relativierung und Schlussstrichforderung – steckt der gleiche Mechanismus: die Verkehrung von Täter und Opfer. Die Deutschen sind Opfer und die Anderen sind die schuldbelasteten Täter.
http://d-a-s-h.org/dossier/07/06_sekundaererantisemitismus.html
“ja genau, weil die nachfahren der damaligen juden überempfindlich sind und die vergangenheit nicht loslassen können.”
Das ist besonders lustig, weil Ulrich mit den Juden von damals wenig zu tun hat.
Ideal um deutsche Komplexe vorzuführen.
[...] ueberzeugende SS Arbeit erhalten. Und ja, dieser Film ist nicht nur einfach antisemitisch, wie ich schon behauptet hatte, nachdem ich nur den Trailer, die Website und Interviews mit Tarantino gesehen hatte, nein, er ist [...]