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Aktuelle Server-Zeit (Asia/Jerusalem): 16:45 Wider den demographischen Fatalismus ['Juedisch oder demokratisch' ist eine Luege!] | ARO1 – Israel, der Nahe Osten & der Rest der Welt

Danke an Renate fuer die Uebersetzung dieses wichtigen Artikels. Es gibt kaum groessere immer wiederholte Desinformationen wie den demografischen Fatalismus: ‘Ihr Juden muesst so schnell wie moeglich Land mit Arabern abstossen, da sie euch sonst uebervoelkern und dann heisst es ‘juedisch oder demokratisch’, aber sicher nicht beides.’ 

Ich hatte bereits im Artikel ‘Keine Hysterie vor Demografie! Schluss mit dem Scheinargument “Juedisch oder Demokratisch”…‘ diesen propagandistischen Trugschluss erwidert und mit reichlich Quellen belegt.

Erstmal kann ich nur noch einmal wiederholen, was ich damals u.a. ueber diese falsche demografische Formel schrieb:
“Nicht viele machen sich wirklich mal die Muehe, dem mal genauer auf dem Grund zu gehen. Und ja, mit diesem Argument wurden solche Katastrophen wie der Gasa-Abzug begruendet und eigentlich nur mit diesem.”

Was seitdem noch dazukam, ist eine weitere Studie, die es bis jetzt am drastischsten belegt:
Demnach betrug in 2009 die juedische Total Fetility Rate (TFR) im Raum Jerusalem (einschliesslich Ostjerusalem) 4.16 Kinder pro Frau und war damit weiter gewachsen, waehrend die arabsiche TFR weiter auf 3.87 Kinder pro Frau gefallen ist. Noch deutlicher faellt es in Judea und Samaria (‘Westbank’) aus, dass Obama und Co. – natuerlich nur aus israelisch-juedischen Interesse und der ‘Sorge um eine juedische Mehrheit im demokratischen, juedischen Staat’ – Israel am liebsten entreissen wuerden: Hier kommen die Araber auf eine TFR von 3.12 Kindern pro Frau (und weiter fallend), waehrend wir boesen Siedler auf ganze 5.06 Kinder pro Frau (weiter steigend). Leute wenn es so weiter geht, werden wir in der ‘Westbank’ alleine die Araber bald ‘uebervoelkern’… ;)

Also bitte, lasst doch den Quatsch mit dem ‘juedisch oder demokratisch’. Es ist einfach falsch, irrelevant und durchschaut. (Und sowieso: Dinge in Israel und der Region laenger als eine Woche vorrauszuberechnen zu wollen grenzt schon an hybrische Prophetie…)

Aber trotzdem hier noch ein weiterer Artikel (englisches Original hier), der den demografisch propagandistischen Trugschluss auf den Leib rueckt:

Im Jahr 1948 rief Premierminister David Ben-Gurion die Unabhängigkeit aus. Er tat dies ungeachtet des demographischen Fatalismus, den die führenden Bevölkerungswissenschaftler des Landes verbreiteten.

 

Ben-Gurion lehnte deren Thesen ab, wonach es Juden bestimmt sei, zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittelmeer eine Minderheit zu sein und zu bleiben, wonach eine massive Einwanderungswelle nicht durchführbar sei, wonach die jüdische Fruchtbarkeitsrate im Vergleich zur arabischen nicht nur hinter dieser zurückbleiben würde, sondern zudem zu einer sinkenden jüdischen Bevölkerungszahl führen werde.

Statt dessen verlieh David Ben-Gurion demographischem Optimismus und Aliya höchste nationale Priorität, baute auf eine solide jüdische Mehrheit und legte das Fundament das Israel zu einer nahöstlichen Macht werden ließ, deren zivile und militärische Errungenschaften größte Anerkennung finden.

Im Jahr 2005 kapitulierte Premierminister Ariel Sharon vor dem demographischen Fatalismus; er wich vor dem palästinensischen Terror zurück und vertrieb 10.000 Juden aus Gaza und Samaria.

 

Damit gab Sharon seinen lebenslangen Glauben an den Widerstand auf und wertete demographische Untergangsszenarien höher als langfristige Strategien und Sicherheitsbesorgnisse. Dadurch ermöglichte Sharon, dass Hamas in Gaza die Macht übernahm, mitsamt allen sich daraus fortlaufend ergebenden Folgen: Verringerung der Abschreckung, Intensivierung der Raketenangriffe auf das südliche Israel, Libanonkrieg 2006, Operation Cast Lead 2008, Goldstone Bericht und verstärkter weltweiter Druck gegen Israel.

Seit 1992 begannen demographische Thesen eine immer größere Rolle zu spielen, wenn es darum ging, die nationale Sicherheitspolitik zu gestalten. Aber was, wenn diese Thesen samt und sonders falsch waren?

 

Zum Beispiel: seit Anfang der jährlichen Aliya im Jahr 1882 – und im Widerspruch zu demographischen Voraussagen – ist die jüdische Bevölkerung zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer um das 238-fache gewachsen, während die arabische Bevölkerung nur um das sechsfache gewachsen ist. Seit 1948 hat sich die jüdische Bevölkerung nahezu verzehnfacht, während sich die arabische Bevölkerung nur verdreifacht hat.

Israelische Bevölkerungswissenschaftler glaubten nicht, dass nach den Verwüstungen des Krieges 1948/49 eine große Aliya stattfinden würde. Eine Million Juden wanderten zurück. Die Wissenschaftler erwarteten während der 70er Jahre keine nennenswerte Aliya aus den kommunistischen Blockstaaten. Beinahe 300.000 Juden wanderten zurück. Die Wissenschaftler verneinten die Möglichkeit einer massiven Aliya aus der UdSSR, selbst als die Tore geöffnet wurden. Eine Million Olim zogen während der 90er Jahre aus der Sowjetunion fort, zurück in ihr jüdisches Heimatland.

Entgegen allen bevölkerungswissenschaftlichen Behauptungen hat die UN-Bevölkerungsabteilung eine rasche und drastisch fallende Fruchtbarkeitsrate unter den moslemischen Bevölkerungen festgestellt:

 

Iran – 1,7 Geburten für eine Frau; Algerien – 1,8 Geburten; Ägypten – 2, 5 Geburten; Jordanien – 3 Geburten; und so weiter. Die arabische Fruchtbarkeitsrate im Israel vor 1967 ging 20 Jahre schneller zurück als prognostiziert worden war. In Judäa und Samaria fiel die Rate auf unter 4,5 Geburten pro Frau, mit der Tendenz zu drei Geburten.

Präzedenzfälle zeigen, dass niedrige Fruchtbarkeitsraten selten umgekehrt werden können, wenn ein längerer Zeitraum signifikanter Verringerung vorangegangen ist.
Die jährliche Zahl jüdischer Geburten nahm während des Zeitraums zwischen 1995 (80.400) und 2008 (117.000) um 45% zu, was vorwiegend auf demographische Zunahme durch Einwanderung im säkularen Sektor zurückzuführen ist. Die gesamte jährliche arabische Geburtenzahl Israels vor 1967 stabilisierte sich schließlich während desselben Zeitraums auf um die 39.000 Geburten, was die erfolgreiche arabische Integration in die Infrastruktur des Erziehungswesens, des Arbeitsmarktes, des Gesundheitswesens, des Handels, der Politik und des Sportwesens widerspiegelt.
Eine amtliche Überprüfung der palästinensischen Geburten-, Todes- und Ab- bzw. Zuwanderungsrate offenbart, dass das palästinensische Zentralbüro für Statistik (PCBS = Palestine Central Bureau of Statistics) erhebliche falsche Angaben gemacht hat.
Zum Beispiel enthält der Zensus des PCBS um die 400.000 in Übersee lebende Anwohner, die für mehr als ein Jahr fort waren; der Zensus ignoriert die hohe reine Auswanderungsrate (28.000 im Jahr 2008, 25.000 im Jahr 2007, etc.); der Zensus zählt um die 250.000 in Jerusalem ansässige Araber doppelt, die ebenfalls von Israel gezählt werden. Weiterhin unterscheiden sich die Zahlenangaben zur jährlichen Geburtenrate der PCBS und der Dokumentation des Gesundheits- und Erziehungsministeriums der palästinensischen Autonomiebehörde um 40.000 – 60.000 Geburten jährlich.

Die amtliche Überprüfung palästinensischen und israelischen Materials ergibt, dass die gegenwärtige Zahl der Araber in Judäa und Samaria um 66% erhöht wurde.

 

Dort leben 1,55 Millionen Araber und nicht 2,5 Million Araber, wie die palästinensische Autonomiebehörde behauptet. Dies bedeutet eine jüdische Bevölkerungsmehrheit von soliden 67% in 98,5% des Landes westlich des Jordan (ohne Gaza). Im Jahr 2035 ist eine 80% Mehrheit erreichbar, vorausgesetzt die richtige demographische Politik wird durchgeführt, die Aliya sowie die Rückkehr Ausgewanderter fördert, etc.

Abschließend lässt sich feststellen, dass demographischer Optimismus wohlbegründet ist, wohingegen demographischer Fatalismus grundlegend widerlegt wurde. Es gibt ein demographisches Problem, aber es ist nicht vernichtend, und der Rückenwind weht zugunsten der Juden. Daher ist jeder, der erklärt, dass ein demographisches Messer an der Kehle des jüdischen Staates angesetzt sei, und dass die jüdischen Grenzlinien dementsprechend zurückweichen müssen, um die jüdische Demographie zu sichern, entweder schwer im Irrtum oder ein irreführender Lügner.


7 Comments to “Wider den demographischen Fatalismus ['Juedisch oder demokratisch' ist eine Luege!]”

  1. Erst jetzt kam ich ueber diesen verlogenen, hetzerischen Beitrag von Richard C. Schneider.

    Er macht sich ueber die ‘boesen Juden’ her, und behauptet, die Araber waeren am Jom Jeruschalaijm alle ganz lieb und friedlich gewesen, waehrend die Juden provozierten.

    Er vergisst dabei nur zu erwaehnen, dass diese ‘friedlichen Araber’ nach israelischen Nachrichten (die Herr Schneider ja doch irgendwie zumindest berufsbedingt mitbekommen sollte) den israelischen Fahnenumgang angegriffen hatten, u.a. mit Steinwuerfen und Rufen ‘Schlachtet die Juden’.

    Ueber jede Anfeindung von Juden macht sich Herr Schneider her, aber von arabischer Seite wird bei ihm nichts und nirgends berichtet…

    http://www.tagesschau.de/ausland/videoblogjeruschalajim100.html

  2. jerry says:

    Obama Would Resign Over A Weiner But Not Felony Document Fraud, Forged Selective Service Registration, Social Security Number Fraud

    http://obamareleaseyourrecords.blogspot.com/2011/06/obama-would-resign-over-weiner-but-not.html

  3. jerry says:

    Er vergisst dabei nur zu erwaehnen, dass diese ‘friedlichen Araber’ nach israelischen Nachrichten (die Herr Schneider ja doch irgendwie zumindest berufsbedingt mitbekommen sollte) den israelischen Fahnenumgang angegriffen hatten, u.a. mit Steinwuerfen und Rufen ‘Schlachtet die Juden’.

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/144877

  4. Demographic threat? Not according to statistics

    Immigration Authority statistics show gap between number of Jewish, Muslim newborns increasing

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4158271,00.html

  5. Roman says:

    Die TFR lag bei 2,97 für Juden und bei 3,715 bei Arabern, wenn man ganz Israel betrachtet. Schön, dass es in Jerusalem und Judäa und Samaria anders ausschaut, aber für ganz Israel läuft es noch anders. Leider.

  6. Ja, aber die Araber sind runter von 4.57 in 2000 und die Juden sind rauf von 2.67 in 2000. Der Trend ist in unserem Vorteil. ;o)

    http://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Israel

  7. [...] Krieg der Gebärmütter Was seitdem noch dazukam, ist eine weitere Studie, die es bis jetzt am drastischsten belegt: Demnach betrug in 2009 die juedische Total Fetility Rate (TFR) im Raum Jerusalem (einschliesslich Ostjerusalem) 4.16 Kinder pro Frau und war damit weiter gewachsen, waehrend die arabsiche TFR weiter auf 3.87 Kinder pro Frau gefallen ist. Noch deutlicher faellt es in Judea und Samaria (‘Westbank’) aus, dass Obama und Co. – natuerlich nur aus israelisch-juedischen Interesse und der ‘Sorge um eine juedische Mehrheit im demokratischen, juedischen Staat’ – Israel am liebsten entreissen wuerden: Hier kommen die Araber auf eine TFR von 3.12 Kindern pro Frau (und weiter fallend), waehrend wir boesen Siedler auf ganze 5.06 Kinder pro Frau (weiter steigend). (ARO1) [...]

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