Ulrich J. Becker, Kiryat Ono, 17.06.5770 (2. Omer)


Wie schon hier berichtet, wird die juedische Beschneidung von ‘fortschrittlichen’ Menschen vor allem in Europa (und auch hier im Blog) zunehmend versucht zu diskreditieren. Seien es die Gruenen in der Schweiz, oder die Gerichte in Finnland, man setzt sich fuer die heilige Vorhaut ein. Die Beschneidung sei ein Eingriff in das ‘Menschenrecht’ des Kindes auf einen unversehrten Koerper, und vor allem sei es eine unwiederbringliche ‘Verstuemmelung’ der menschlichen Natur.


Und nein, ich werde die Beschneidung NICHT wegen unbestreitbarer gesundheitlicher und angeblicher sexueller Vorteile verteidigen. Die Begruendung des Judentums liegt viel tiefer und fast einen grossen Teil seines Wesens zusammen, beinhaltet seine Kritik an der uebrigen Welt, und fuehrt auch zu den Gruenden der oftmaligen Gegenerschaft zur Beschneidung und zum Judentum.



Koennte man sich eigentlich nicht fragen: Wenn Gott die Menschen geschaffen hat, wie kann er dann verlangen, seine so goettliche Schoepfung zu beschnippeln und somit zu beschaedigen? Oder anders herum: Wenn denn die Beschneidung Gott so furchtbar wichtig waere, haette er die Menschen nicht gleich so schaffen koennen, dass sie ohne Vorhaut geboren werden? Was soll dieser ganze Eiertanz? Lasst doch die Sachen so sein wie sie sind und alle sind gluecklicher?!

 


Ist die Schoepfung des Menschen besser, als die Gottes?

Mit aehnlichen Gedanken wendete sich einst, so berichtet der Talmud (in Midrash Tanchuma, Parshat Tazria, Kapitel 5), der roemische Procurator in Judea, Turnus Rufus, an den grossen talmudischen Rabbiner Akiwa.


Er fragte ihn gewitzt: “Welche Schoepfung ist besser, die Gottes oder die der Menschen?

Akiwa, der ahnte, worauf Rufus hinaus wollte, fiel nicht auf seine Falle herein und antwortete promt: “Die der Menschen ist besser.


An dieser Stelle wuerden wahrscheinlich die meisten Christen und Moslems aussteigen, und die Juden als atheistische Gotteslaesterer beschmipfen. Das waere zuviel! Blasphemie! Aber hey, das ist das Judentum und nicht alle Religion sind der selbe Brei mit anderer Farbe. ;)

Wie kommt es also, dass einer der groessten talmudischen Rabbiner Gott eine kleinere Schoepfungsleistung als dem Menschen zuschreibt?


Rabbi Akiwa stellt dem hohen Roemer eine Gegenfrage. Er holt Weizenhalme und ein bisschen duftendes Gebaeck und fragt den roemischen Edelmann:

Diese Wiezenhalme sind die Schoepfung Gottes. Dieses Gebaeck ist die Schoepfung der Menschen. Sind die letzteren nicht besser?


Und was ist mit der Nabelschnur? Auch hier macht der Menschen einen aktiven Eingriff und zerschneidet so einfach das von der Natur geschaffene und nicht von selbst sich aufloesende Band zwischen Mutter und Kind? Wuerde Rufus das auch als einen blasphemischen Akt der Menschen gegen die goettliche Schoepfung auffassen?


Mit anderen Worten, das Judentum sagt uns, dass die Schoepfung und die Natur und die existente Welt NICHT perfekt sind. Es bedarf des aktiven Eingriffs des Menschen, die Welt zu verbessern. Im Judentum nennt man dieses Konzept “Tikun Olam” (Das Reparieren der Welt) und das Judentum verpflichtet Juden sich fuer eine andere, bessere Welt einzusetzen, denn die Existente ist NICHT die beste.


Damit setzt sich das Judentum nicht nur ein hohes, ja vielleicht ein immer nur weiter annaehrendes, Ziel, sondern macht sich auch viele Feinde.

 

Gegen das Huldigen des Existenten

Denn das Gegenkozept, dass uebrigens auch Hegel treffend beschreibt, sieht das Richtige und ethische Verhalten des Menschens in seiner groesstmoeglichen Integration in der bestehenden (unperfekten, ungerechten) Welt. Der Mensch muss seinen Platz finden und dort verharren! Er muss seinen Platz in der Natur finden, seinen Platz in der Gesellschaft, seinen Platz in der Hierarchie, seinen Platz im Besitzwesen und dort sitzen bleiben. Es gibt keine wirklichen moralischen hoeheren Massstaebe, sondern die Maxime lautete, moeglichst wenig anzuecken und sich damit zurechtzufinden was gegeben ist, auch wenn es sich um eine gewalttaetige, hierarchische, hohle, von Aeusserlichkeiten gepraegte, unmoralische, etc. Gesellschaft handelt – da muss man sich halt anpassen und seine Nische finden.

Und hier kommt jetzt der Jude, der sagt, genauso wie die Natur nicht perfekt ist, und genauso wie mein Koerper in Befolgung eines goettlichen Gebotes symbolisch ‘perfektioniert’ wurde, so sind auch die Welt und ihre Gesellschaften nicht perfekt und muessen durch Taten, die sich auf moralischen Massstaeben einer hoechsten aussermenschlichen Instanz basieren, verbessert werden.

Um Misverstaednisse vorzubeugen: Ich denke nicht, dass unbeschnittene Menschen nicht moralisch seien koennen oder sowas. Die Beschneidung ist nur ein radikaler Schritt, in der Materie, der ein riesiges moralisch-philosophisches Konzept in sich birgt. Und dieses Konzept sagt eben nicht nur, dass die Welt NICHT GUT ist, so wie sie ist und wir uns nur in ihr gemuetlichen machen brauchen, sondern sie stellt auch moralische Anforderungen zu einer AKTIVEN FORTSCHREITENDEN weltverbessernden Taetigkeit.


Verstaendlicherweise widersprach das allem, was die Griechen und Roemer glaubten. Bei ihnen war die Natur perfekt! Die Aufgabe des Menschen war es, sich in ihr einzurichten und sie zu bewundern. Die Weisen ihrer Kulturen befassten sich damit, die goettlichen Gesetze der Natur zu entraetseln, zu verstehen, gingen aber niemals ueber diese hinaus, und hueteten sich diese mit Ingenieurswissenschaften oder Arbeitsmaximierungsmaschinen etc. zu sehr aus den ‘altbewaehrten’ Angeln zu heben.

Und so auch alle anderen primitiven Kulturen. Indianer, Aborigines oder Knaaniter, sie alle sahen die Welt als perfekt an und das hierarchische, ungerechte, soziale System als gegeben, in das sich jeder einfinden musste, notfalls mit Gewalt. Kein Platz fuer Argumente oder Grundrechte, hier siegt die Hierarchie, die Kaste, die Etikette. Wer also kitschig die indianische Kultur verklaert, der ist nicht nur eher ein fortschrittsfeindlicher Mensch, sondern auch unmoralisch. Daher ist z.B. auch Avatar eine Huldigung der geschlossenen Weltsicht, der Unmoral, des Anhimmelns des ‘Autarken’, desjenigen, was keinen Input und Output hat, sondern von alleine in ewigen Kreisen funktioniert. Autarkismus ist nicht umsonst ein Fetischismus von totalitaeren Regimen wie den Nazis gewesen. Es beinhaltet ein schliessen des Kopfes, ein statisches Verharren, was heute leider auch in der gruenen Bewegung in Ansaetzen zu erkennen ist.

 

Die Christen, die anfangs einfach eine Art Reformjudentum waren, hielten noch eine ganze Weile an der Beschneidung fest, bis auch groessere paganische Eliten in das Christentum eintraten und ihre paganischen Ideen in vielen Teilen durchsetzten. Die Beschneidung wurde daher bald folgerichtig, als Eingriff in die ‘perfekte(!) Schoepfung’, abgeschafft. Von nun an glaubten wieder nur die Juden an eine zu perfektionierende, unperfekte Welt und die Christen waren eher wieder beim Bewundern und vergoettlichen der Natur. Diese unterschiedliche Ansicht reicht bis heute in unsere Kinofilme: Die ‘christliche Story’ wird immer in einem Happy End enden, einem ‘Kreis der sich schliesst’, ein finden des Platzes in der Welt. Die ‘juedische Story’ wird immer in einer Frustration enden, in einer nicht perfekten Welt.

 


Und was ist mit den Moslems?

Sie beschneiden sich doch – sind also wie Juden gegen eine perfekte Natur? Aber auf der anderen Seite haben sie einen sehr duerftigen Tikun Olam record. Was war da passiert?


Nun, wenn man mal ein bisschen im Koran stoebert, findet man schnell heraus, dass die goettliche Schoepfung im Koran sehr wohl als perfekt angesehen wird (z.B. Koran, 95:1) und ein ‘Rumfuschen’ in ihr, boese Blasphemie und Teufelswerk ist (z.B. Koran, 4:119). Soweit, so gut. 

So kann man verstehen, warum sich ‘islamische Wissenschaften’ – aehnlich den Griechen – hauptsaechlich mit dem Erkennen und Lobpreisen von Allahs toller, perfekter Welt befassen, anstatt eine Relativitaetstheorie aufzustellen oder in allen wissenschafltichen Bereichen UEBER die Natur herauszuwachsen. So kann man auch verstehen, warum Moslems, auf die Beschneidung angesprochen, einem immer die gesundheitlichen Vorteile und die schrecklichen Folgen einer Nicht-Beschneidungen vortragen werden (genauso uebrigens bei Schweinefleich), aber keine tiefere Begruendung angeben koennen (ja, nichteinmal ein Befehl im Koran) und es ist wirklich lustig, sie zu fragen, ob Allah den Menschen nicht perfekt geschaffen hat und warum man da rumschnippelt…;)


Das Judentum betrachtet die Natur im Gegensatz halt als Trittbrett, nicht als heiliges Gebilde, dass man nur verstehen, nicht aber veraendern kann. Nicht umsonst ist Israel heute Nr. 1 in Stammzellen- und top in allgemeiner genetischer Forschung, waehrend die islamischen Staaten total zurueckgeblieben sind und der Westen sich mit seinem schlechten Gewissen ueber einen menschlichen Eingriff in die Schoepfung rumschlaegt und sich selbst im Weg steht.


Theoretisch sollten sich Moslems also gegen die Beschneidung der ‘perfekten Schoepfung’ einsetzen. Und tatsaechlich, der Koran fordert nirgends die Beschneidung. Und selbst Hadithen haben unterschiedliche Meinungen dazu und es hat sich mehr oder weniger als Tradition, ohne festes Knabenalter und ohne feste Riten, eingefuehrt, waehrend in letzter Zeit sich auch mehr und mehr Moslems gegen Beschneidung einsetzen. Sie sind nur konsequent, wenn auch philosophisch nicht im Mittelalter, sondern in der Antike steckengeblieben.


Dazu kommt natuerlich noch ein Motiv der juedischen Beschneidung:


Es ist die wortwoertliche Trennung von der Natur und der ueblichen Welt. Abgrenzung. Oft Anlass fuer Hass auf das sich abgrenzende Judentum, ist dies aber weniger ein asozialer, soziomatischer Akt, als vielmehr eine Trennung von den (fuer das Judentum falschen und unethischen) Wegen der Welt.

Das Judentum ist eben nicht relativistisch. Und auch hier erkennt Hegel richtig, dass Odysseus – das Model des Nichtjudens – auch nach all seinen Reisen und Abenteuern (die uebrigens sehr unmoralisch sind und keinerlei uebergeordneter ethischer Messlatte folgen) wieder NACH HAUSE zurueckkehrt. Der juedische Stammvater Awraham jedoch, kehrt NIE WIEDER nach Hause zurueck, da es eben ein unmoralisches ist. Der Jude widersetzt sich dem ‘natuerlichen’ Gang der Welt, die sich nicht perfektionieren will.


Die Oekos, die zu Teilen eine Natur ohne menschliche Eingriffe oder konsequent weitergedacht gar ohne Mensch wuenschen, und als das bessere erklaeren, die Sozis, die gegen die Verfielfaeltigung, Mehrwert und geldwirtschaftliches Fortschreiten und gegen Wachstum sind, die Trados, die die alten, hierarchischen und unmoralischen Sitten pflegen wollen, die Sozialdarwinisten, die gegen sozialen Fortschritt sind, sie alle sind fuer das Judentum gegen die menschliche, aktive und fortschreitende Verbesserung der Welt, und damti aeusserst unmoralisch, und im Enddefekt sind diese Richtungen – nicht ueberraschend – oft auch gegen Juden oder Israel als juedischen Staat gerichtet.

Diesen Preis muss man zahlen, wenn man sich den Ideen des Judentums verschrieben hat und z.B. auch der Verteidigung der Beschneidung, als ein grosses Zeichen dieser Ideologie, aber man kann auch versuchen zu ueberzeugen, dass es fuer alle besser waere, an einer ethischen Verbesserung der Welt zu arbeiten und die Beschneidung als mehr-als-ein-Symbol dafuer zu akzeptieren.

Oder vereinfacht: Vorhaut ab, heisst im Judentum Welt verbessern. Natur heilig sprechen, heisst die Ungerechtigkeiten der Welt akzeptieren.



81 Comments to “Philosophie der Brit Mila – Was juedische Beschneidung mit Politik und Weltanschauung zu tun hat und warum Antisemiten dagegen sein muessen…”

  1. Rafael says:

    Brot und Wein sind doch auch ganz gute Symbole für die Perfektionierung der Schöpfung durch den Menschen. Wie wärs, wenn man das so, sagen wir mal, wöchentlich in einem kleinen Ritus feiert. Dann sind auch die Frauen nicht ausgeschlossen…

    Mal im Ernst: Das Problem mit theologischen Begründungen ist, dass es, auch wenn die Begründungen noch so logisch sind, ein paar Menschen gibt, die einfach nicht dran glauben.

  2. Und wo spricht man über die muslimische Beschneidung an Jungen die schon viel älter sind und wobei es weit schmerzhafter verläuft?

    Ach so – traut man sich nicht – man würde ja “Kulturbereicherer” mit der Axt zu sich nach hause einladen…

  3. Ulrich J. Becker says:

    Rafael,

    natuerlich gibt es viele Menschen, die diese Dinge nicht unbedingt immer vor Augen haben, es ist aber Fakt, dass der juedisch orthodoxe Mainstream die Schoepfung, Welt, Natur etc. als unperfekt und verbesserungswuerdig ansieht, waehrend das praktisch alle anderen Religionen anders sehen und als Blasphemie bezeichnen wuerden. Und es setzt sich in facts on ground um, wenn man sich nurmal das genetic Engineering ankuckt…

  4. Tobias says:

    @Ulrich:
    Ganz entgegen deiner Einschätzung finde ich, dass Fortschritt ein, wenn nicht der zentrale Punkt im heutigen Zeitgeist ist. Man will doch immer das neueste Auto, das neuste iPad, eine neue Beziehung, einen neuen Job, einen neuen Wohnort. Ständig wird verzweifelt nach vorne gerannt, auf technischer, geistiger, und sozialer Ebene. Das ist überhaupt nicht spezifisch jüdisch, sondern ganz allgemein westlich,kapitalisitsch, modern.
    Die konservativen Strömungen sind längst Nischen geworden; die katholische Kirche verliert massenhaft Mitglieder und die verbleibenden sind zum Großteil auch keine Traditionalisten mehr. In Deutschland sind die “So war es früher und so muss es bleiben”-Menschen spätestens nach den ’68ern so verpöhnt, das sie sich allenfalls im tiefen Bayern halten können.
    Fortschritt ist generell selbstverständlich gut zu heißen, denn es ist der Motor für die ganze Welt. Auch die Natur entwickelt sich immer nach vorne weiter, etwas das stehen bleibt oder sich gar zurückentwickelt, überlebt nicht lange.
    Die Welt wie sie ist, ist selbstverständlich nicht perfekt. Ich denke, das behauptet so gut wie keiner. Nur müssen Verbesserungen genau geprüft werden und viele, leider viel zu viele der Verbesserungen durch den Menschen sind nur für ihn selbst besser – und auch das nur auf kurze Sicht. So bezweifle ich, dass die Entdeckung der Radioaktivität, und mit ihr ihre militärische und zivile Nutzung, der Natur genutzt hat, oder den Menschen in Hiroschima und Tschernobyl. Und die Menschen nach uns werden uns für den Müll auch nicht dankbar sein.
    Fortschritt will also wohl temper- und temporiert sein und genau da setzen die “Ökos” und “Sozis” an. Industrialisierung – ja natürlich, aber unter Wahrung der sozialen und ökologischen Werte. Sozial führt sie zu unglaublichen Leid, zu Revolten und Krieg. Ebenso im global-öklogischen System: Die Erde ist ein ganzes und Vorteile (im Deckmantel des Fortschritts) für den Menschen zu Lasten der Natur herraus zu holen, rächt sich auf Dauer.

    Der Glaube, der Mensch könne mal eben Gott spielen und in Dingen herumpfuschen, wo er noch garnichts versteht, ist beim heutigen Stand der Technik sehr gefährlich geworden. Die Römer holzten für ihre Flotten ihren Wald ab und zerstörten die Fruchbarkeit in Italien. Heute wird die grüne Gentechnik sorgenlos in die ganze Welt getragen – und sollte ein Fehler geschehen, zahlt die ganze Welt den Preis für einen profitsüchtigen Konzern (Monsanto).
    Der Glaube, der Mensch könne alles besser als Gott, halte ich für verabscheungswürdig selbstverliebt. Wer sich selbst auf den Thron setzt, hat dort im Allgemeinen nichts zu suchen.

    Daneben ist die Entscheidung ob “Vorhaut ab” oder nicht die ganz persöhnliche jedes Menschen. Ich halte es für falsch, diese von den Eltern vornehmen zu lassen, genauso wie ich es für falsch halte, ein Kind im Kindesalter zu taufen. Die entsprechenden Symbole für seine Weltanschaung, wie die Beschneidung hier beschrieben wurde, kann der Mensch doch erst NACH der Bildung seiner Weltanschaung anehmen, oder möchte hier jemand seinen Kindern einen vorgefertigten Lebensweg unf eine vorbetonierte Weltanschaung in die Wiege legen?

    @Joschua Cohen:
    Über die Beschneidung an muslimischen Jungen habe ich zwar noch nie diskutiert, dafür aber über vieles anderes den Islam betreffend. Eine Angst über dieses zentrale weltpolitische Thema zu reden, kann ich überhaupt nicht feststellen. Ganz im Gegenteil, die Debatte ist ähnlich aufgeladen wie die über Israel.

  5. Ulrich J. Becker says:

    Tobias:

    erstmal hoffe ich, dass du mitbekommen hast, das der artikel hauptsaechlich fuer dich geschrieben war ;) nein, im ernst, hattest du einige frage zu dem thema aufgeworfen, die ich einmal angehen wollte. du hattest noch andere dinge gefragt, die nicht in den artikel passten, u.a. warum ich dann gegen den islamischen schleier bin etc. (kannst gerne nochmal fragen, falls ich was vergessen hab). also dazu ganz klar: ich bin gegen kopftuchverbot. jeder mensch sollte das recht haben sich zu kleiden, wie er will, wenn er nicht gegen Sicherheitsfragen (Vermummung) oder Anstand (zu ‘nackt’) verstoesst. Das Problem mit dem Islam ist nicht das Kopftuch, sondern mit dem was dahinter steckt. Vielleicht ein andermal mehr dazu.

    “Ständig wird verzweifelt nach vorne gerannt, auf technischer, geistiger, und sozialer Ebene. Das ist überhaupt nicht spezifisch jüdisch, sondern ganz allgemein westlich,kapitalisitsch, modern.”

    Es ist sehr juedisch, ausser das das judentum dem ein gegengewicht gegenueber stellt, wie den schabbat, das beziehen auf ewig unverrueckbares in der torah, die spenden an arme etc.
    Und deine Haltung zeigt u.a., dass viele Westler sich von dem Progressivismus ueberfordert, ausgeheolt oder unterdrueckt fuehlen (ohne Gegengewicht verstaendlich).
    Und ja, Christentum und traditioneller Konservativismus sind vor allem in Europa out, aber Gruenentum oder Avatar und Aehnliches doch voll im Trend, oder nicht?

    “Der Glaube, der Mensch könne alles besser als Gott, halte ich für verabscheungswürdig selbstverliebt. Wer sich selbst auf den Thron setzt, hat dort im Allgemeinen nichts zu suchen.”

    Das ist dein christliches Erbe. Der Mensch soll natuerlich nicht arrogant sein, aber er soll sich nicht scheuen das Existente zu kritisieren und zu veraendern. Deutschland hat da z.B. in Sachen Genforschung komplette Scheuklappen um sich rum. Israel im Gegenteil…

    “Die entsprechenden Symbole für seine Weltanschaung, wie die Beschneidung hier beschrieben wurde, kann der Mensch doch erst NACH der Bildung seiner Weltanschaung anehmen, oder möchte hier jemand seinen Kindern einen vorgefertigten Lebensweg unf eine vorbetonierte Weltanschaung in die Wiege legen?”

    Christentum ist eine Religion. Judentum nicht (nur). Und daher will ich sehr wohl meinem Kind den Bundes des Volkes mit auf den Weg geben und werde auch in meiner Erziehung mich immer darum besorgt sein, dass es das Judentum mit stolz annimmt und weiterbringt.

  6. willow says:

    @Tobias

    Vielleicht solltest du dir einfach auch mal Gedanken darüber machen, warum ausgerechnet D. derart technologiefeindlich ist … fast alles wirklich Neue wird ersteinmal verteufelt – vom Computer bis zur Gentechnik wurde so ziemlich jede Entwicklung bekämpft. In dieser Hinsicht zeichnen sich gerade Leute in der 68er-Tradition durch verstocktes Beharren am Gewohnten aus… nicht umsonst ist dieses “Zurück zur Natur” so typisch – ich kann mich an eine Studie erinnern, nach der eine große Mehrheit der Bevölkerung von allen Modellen die Variante “Leben wie die Hobbits” favorisieren. Dies deckt sich auch mit dieser aktuellen Studie, nach der “Sicherheit” für extrem viele Deutsche das Wichtigste überhaupt darstellt. Extrem Viele würden gern “Unfreiheit” in Kauf nehmen, zugunsten von “Stabilität”.

    Gerade die “grüne Gentechnik” ist dafür ein schönes Beispiel – in dem ganzen Themenfeld “Züchtung” waren deutsche Firmen, deutsche Unternehmen bis in die 80er hinein weltweit absolut führend… inzwischen sind so ziemlich alle Wissenschaftler vertrieben, und Deutschland, Weltmeister im Jammern, klagt darüber, daß böse US-Imperialisten den Weltmarkt beherrschen.

  7. Tobias says:

    :) Jep, Ulrich, natürlich ist mir das aufgefallen. Finde ich sehr gut von dir, das du mit deinen Artikeln vergange Diskussionen bereicherst.
    Beim Thema Kopftuch scheinen wir uns sogar einig zu sein. Aber vllt sind wir ja da in Detailfragen andere Meinung. Z.B. ab wann etwas gegen Anstand verstößt oder ab wann die Vermummung ein Sicherheitsproblem darstellt.

    “Es ist sehr juedisch,(…)”
    Gut, wenn man das so sieht, dann sind wir vielleicht alle eine bischen jüdisch? Das meine ich neulich im ZeitMagazin “Typisch Jüdisch” gelesen zu haben…
    Und ja, so halb kann man sagen, dass der Fortschritt den Menschen auslaugt, so ganz ohne Gegengewicht. Aber darum geht es mir nicht, sondern darum, das er unsere Umwelt, ob Mensch oder Natur, auslaugt, zerstört. Sei doch mal ehrlich, dein “Progressivismus” bringt nur den Mensch nach vorne, und auch da nur bestimmte Klassen, oder?
    Darum gehts nämlcih beim “Grünentum”. Grüne als konservativ zu bezeichenen, ist ein wenig lächerlich… Und auch der Protagonist bei Avatar bricht aus seiner alten Welt aus und geht neue Wege, ist das nicht progressiv?

    “Das ist dein christliches Erbe.”
    Ja, aber ich glaube ich verwende es nicht dogmatisch. Ich kritisiere an allem die ganze Zeit rum, aber andereseits bin ich dafür, das auch mal das Gute gesehen wird. Und ich glaube, dass der Mensch, von Profitgier getrieben, sehr oft etwas Schlechtes für die Gesammtheit produziert. Jede Neuerung muss kritisch betrachtet werden und nicht als Neuerung gleich vergöttert werden.

    “will ich sehr wohl meinem Kind den Bundes des Volkes mit auf den Weg geben und werde auch in meiner Erziehung mich immer darum besorgt sein, dass es das Judentum mit stolz annimmt und weiterbringt.”

    …und lässt ihm nicht die Freiehit auszusteigen? Die Freiheit selbst zu entscheiden? Das sind die Kennzeichen einer Sekte, sorry.

    @willow:
    Deine Studien überrraschen mich und ich finde die Ergebnisse nicht gut. Technologiefeindlich würde ich Deutschland ebenfalls nicht wirklich nennen, aber sicher bin ich mir da nicht.
    Über die grüne Gentechnik diskutieren wir lieber nicht, jedenfalls hier nicht. Das schweift doch zu sehr vom Thema ab. Ob die bösen Imperialisten aus Deutschland oder den USA kommen, ist mir übrigens egal.

  8. Schula says:

    “und lässt ihm nicht die Freiehit auszusteigen? Die Freiheit selbst zu entscheiden? Das sind die Kennzeichen einer Sekte, sorry.”

    Was heißt hier aussteigen? Noch einmal: Judentum ist nicht nur eine Religion, sondern eine Volkszugehörigkeit aus der man nicht aussteigen kann. Du kannst auch nicht aus deinem deutschsein aussteigen. Begreife doch nun endlich zunächst, dass Juden primär ein Volk sind.

  9. Tobias says:

    Ach so, aus dem Judentum kann man garnicht austeigen? Einmal Jude immer Jude, oder wie?
    Ich dachte immer, das Judentum wäre mehr als eine Religion und aber auch mehr als ein Volk wie z.B. das sogenannte “deutsche Volk” was ja auch kaum zu definieren ist. Aus dem deutschen Volk kann ich übrigens sehr leicht aussteigen – jedenfalls formal. Und darum geht es doch, dass das Kind ganz formal entscheiden kann, ob es Jude ist oder nicht. Mit einem bleibenden Mal wie der Beschneidung hat das Kind schon mal, ganz formal, einene Stempel des Judentums aufgedrückt bekommen. Und der ist nicht mehr, nicht mal formal, rückgägnig zu machen.

  10. Ulrich J. Becker says:

    Tobias,
    aus dem Judentum kann man nicht aussteigen. Jeder Jude definiert fuer sich, was sein Judentum bedeutet, inwiefern er die Gebote befolgt oder ob er sein Judentum komplett negiert oder bekaempft. Das aendert aber fuer das Judentum gegenueber ihm nicht viel. Er wird trotzdem als Jude angesehen mit allen halachischen Folgen, die das hat. Wenn er stirbt und bekannt ist, dass er Jude war, wird z.B. eine Chevre Kadischa kommen um ihn juedisch zu bestatten, auch wenn er sich als Buddhist fuehlt, sich volltaetowiert hat etc.

  11. Schula says:

    Man bleibt immer Jude, wie Ulrich schrieb. Aus dem Judentum kann man nicht aussteigen. Deswegen ist jeder, ob religiös, buddist, sekulär, immer ein Jude. Das ist Halacha. “Jisrael af al pi schechata, Jisrael hu.” Ein Jude bleibt ein Jude, auch wenn er sündigt.

  12. Morten says:

    Na ja, dass man aus dem Judentum nicht aussteigen kann…

    Warum ist es dann so, dass das “Recht auf Rückkehr” z.B. für überzeugte Katholiken wie Kardinal Lustiger nicht gilt?

  13. Aristobulus says:

    Hi. Ihr schriebt vor Langem – ist noch einer hier?

    Tobias, “dass Fortschritt ein, wenn nicht der zentrale Punkt im heutigen Zeitgeist ist”.
    Ein wohl ebenso großer zentraler Punkt ist jedoch das herrschende, ewig schlechte Gewissen _wegen_ des Fortschritts. In Umfragen kommt immer wieder heraus, dass die Dinge doch immer schlechter, korrupter, unsicherer, giftiger, todbringender werden: Alle werden oder sind irgendwie krank, man geht zu Therapeuten, zu Familienaufstellungen, oder man kauft Heilsteine, macht Aromatherapien, denn das Luft, Wasser & Essen sind vergiftet und also muss man in den Bioladen gehen, denn da gibt’s das Gleiche zum doppelten Preis (schmeckt dann nur p-korrekt), usf. Tatsächlich werden die Menschen in westlichen Ländern älter als je – und sind länger gesünder denn je!, aber frag die Leute, die sehen es anders, denn bekanntlich lauert der Weltuntergang und die Nemesis als Strafe für die menschliche Hybris (das Millennium!!, so hieß ‘es’ mal) beständig hinter dem Horizont. Freud nannte es ‘das Unbehagen in der Kultur’., Es kommt aus dem antiken und christlichen Erbe.

    “so halb kann man sagen, dass der Fortschritt den Menschen auslaugt”
    Erstaunlich, dass Du es von der Position aus siehst. Du hast auch in schlechtes Gewissen wegen des Fortschritts, nicht? edoch: Hetze laugt einen aus, oder Einsamkeit, oder Eingesperrtsein. Wieso aber soll der Fortschritt einen auslaugen? Ist Freiheit gefährlich?

  14. Uri says:

    Die Beschneidung ist nur ein radikaler Schritt, in der Materie, der ein riesiges moralisch-philosophisches Konzept in sich birgt.

    Und da wundern sich tatsächlich einige Leute, dass die drolligen Regeln des Judentums (wie auch des Islam) bei aufgeklärten und gebildeten Menschen zu Heiterkeitsausbrüchen führen? Komm mal wieder runter.

    Die Beschneidung eines Säuglings, seine Verstümmelung, ohne seine willentliche Zustimmung (die aufgrund des Alters eben unmöglich ist), ist Kinderschändung und gehört unter Strafe gestellt.

    Genau so wie die nicht minder brutale Verstümmelung der Mädchen in manchen islamischen Ländern. Die Begründung, die der Islam dafür anführt ist qualitativ auf dem selben Niveau wie die der Juden.

    Das ist ja das Tolle an irrationalen Systemen wie dem Islam, dem jüdischen Glauben und anderen Religionen. Wenn man nichts beweisen muss kann man alles behaupten. Irgendein angeblich göttlicher Text wird sich schon entsprechend interpretieren lassen. Und wer das nicht glaubt, der ist eben ein Sünder und landet in der Hölle.

    P.S. Der Vergleich mit dem Durchtrennen der Nabelschnur ist übrigens an Schlichtheit kaum zu übertreffen.

    Das Durchtrennen der Nabelschnur ist biologisch notwendig. Selbst Tiere durchbeißen die Nabelschnur, damit der Nachwuchs leben kann. Die Verstümmelung von Knaben durch Beschneidung hingegen ist biologisch nicht notwendig.

  15. Jochanan says:

    Uri,

    ist dir mal aufgefallen, dass besonders viele am 8. Tag beschnittene zu den aufgeklärten und hochgebildeten Menschen gehören? Dass unzählige Spitzenärzte, Wissenschaftler, Staatsmänner, Banker, Nobelpreisträger etc pp am 8. Tag ihres Lebens beschnitten wurden, und ihre Söhne ebenfalls in den Bund Abrahams bringen/brachten?
    Na, da ist es wohl bei dir mit der Bildung und Aufklärung nicht so weit her….

  16. Uri,

    “Genau so wie die nicht minder brutale Verstümmelung der Mädchen in manchen islamischen Ländern. Die Begründung, die der Islam dafür anführt ist qualitativ auf dem selben Niveau wie die der Juden.”

    Nein, sie haben keine Begruendung dafuer und tatsaechlich widerspricht es dem Menschenbild des Islams (der deinem genau gleicht), wonach die goettliche Schoepfung perfekt ist und der Mensch damit nicht ‘rumfuschen’ sollte.

    Bei einem Judentumhasser wie dir, ist es nur korrekt, zwingend und auch zu begruessen, dass du gegen die Beschneidung bist. Es wuerde deinem romantischen Weltbild widersprechen.

  17. GerdEric says:

    Ob ein Mensch nun Spitzenarzt wird, nur weil er am 8. Tag beschnitten wurde? Auch wenn er nur Strassenfeger ist, ist er ein Jude.
    Beschneidung von Mann und Frau ist absolut nicht zu vergleichen. Symbolisch würd ich sagen, Beschneidung des Mannes ist Befreiung, Beschneidung der Frau ist Beschneidung der Selbstbestimmung, der Eigenverantwortlichkeit(hat auch nichts mit Islam zu tun).
    Vor dem Hintergrund müssen sich Lultras überlegen, dass ihre Frauen selbst wissen was richtig ist.

  18. Jochanan says:

    GerdEric, das steht ja ausser Frage:
    “Ob ein Mensch nun Spitzenarzt wird, nur weil er am 8. Tag beschnitten wurde? Auch wenn er nur Strassenfeger ist, ist er ein Jude.”

    Mein Kommentar zielte viel mehr darauf ab, dies hier zu widerlegen:
    “Und da wundern sich tatsächlich einige Leute, dass die drolligen Regeln des Judentums (wie auch des Islam) bei aufgeklärten und gebildeten Menschen zu Heiterkeitsausbrüchen führen?”

  19. velvl says:

    …beschneidung

    die ganzen diskussionen ueber die “zwangsbeschneidung”/”verstuemmelung” sind einfach nur bloesin.

    die eltern entscheiden und bevormunden kinder in allen sachen, ohne das sich einer aufregt. sie werden zwangsweise in die schule geschickt und mit sachen ernaehrt, die sie nie freiwillig essen wuerden. sie werden gezwungen zu schlafen, wenn sie es nicht wollen. die liste ist unendlich lang.

    ich kenne jugendliche, die bereit waeren, sich finger und haende abzuschneiden um nicht die schule besuchen zu muessen, wenn sie diese wahl haetten.

    wenn wir schon den eltern erlauben bis zu 18 lebensjahr des kindes fuer ihn alles zu entscheiden, so koennen wir ihnen auch erlauben das kind zu beschneiden.

    dass die beschneidung im gegensatz zu weiblichen verstuemmelung kein “verbrechen” ist, kann man an den hundert tausenden einwanderer aus russland in israel sehen. die meisten von ihnen haben sich in einem erwachsenen alter fuer eine beschneidung entschieden, obwohl es keinen gesellschaftlichen zwang dazu gibt (wer sieht es schon?).

    alle gespraeche ueber das thema zeugen entweder von unwissen oder antisemitismus – in beiden faellen sollte man sich behandeln lassen, obwohl meistens beiden unheilbar ist.

  20. UND ES IST SOWEIT: EIN DEUTSCHES GERICHT BEZEICHNET BESCHNEIDUNG ALS “KOERPERVERLETZUNG” und nicht von der Religionsfreiheit geschuetzt – und die stolzen Recken des Hellenismus bruesten sich auch damit sich nicht durch Gedanken an Antisemitismus “abschrecken” zu lassen – na dann. Nochmal an alle Juden in Deutschland: Es wird Zeit dieses Land zu verlassen.

    AUS HC NEWSLETTER:
    “Ein Urteil mit weitreichenden Folgen – “…noch die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit können diesen Eingriff rechtfertigen…”
    Ein Deutscher Richter will die Ausübung eines fundamentalen jüdischen Gesetzes verbieten…

    FTD – Illegale Prozedur:Gericht stellt religiöse Beschneidung unter Strafe – Exklusiv Ein Urteil des Landgerichts Köln betrifft einen weitverbreiteten, aus religiösen Gründen durchgeführten medizinischen Eingriff: Danach ist die Beschneidung von Jungen künftig als Körperverletzung zu werten. von Matthias Ruch
    Wer Jungen aus religiösen Gründen beschneidet, macht sich wegen Körperverletzung strafbar. Dies hat das Landgericht Köln in einem wegweisenden Urteil entschieden, das der FTD vorliegt. Weder das Elternrecht noch die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit können diesen Eingriff rechtfertigen, stellte das Gericht in seiner Urteilsbegründung klar.
    Damit stellt erstmals ein deutsches Gericht den religiösen Brauch unter Strafe. Jährlich werden in Deutschland mehrere tausend Jungen in ihren ersten Lebensjahren auf Wunsch der Eltern beschnitten. In den USA wird sogar die Mehrheit aller Jungen – weitgehend unabhängig von der Religion – direkt nach Geburt beschnitten. Auch dort formiert sich nun aber massiver Widerstand gegen diese Praxis. Weltweit sind rund ein Viertel aller Männer beschnitten…
    …”Das Urteil ist vor allem für Ärzte enorm wichtig, weil diese jetzt zum ersten Mal Rechtssicherheit haben”, sagte Holm Putzke von der Universität Passau. Der Strafrechtler fordert seit Jahren ein ausdrückliches Verbot der religiösen Beschneidung. “Das Gericht hat sich – anders als viele Politiker – nicht von der Sorge abschrecken lassen, als antisemitisch und religionsfeindlich kritisiert zu werden”, lobte Putzke. “Diese Entscheidung könnte nicht nur die zukünftige Rechtsprechung prägen, sondern im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren.”…”

  21. Landgericht Köln: Beschneidung aus religiösen Gründen ist Körperverletzung

    http://www.roedl-business-news.com/2012/06/12951/

    Das Landgericht Köln hat in einem aufsehenerregenden Urteil die Beschneidung von Kindern unter Strafe gestellt. Das religiöse Ritual sei eine schwere Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit.

    In Köln hat das Landgericht ein Urteil aus erster Instanz kassiert und schafft eine für Juden und Muslime völlig neue Rechtslage: Ein muslimischer Arzt hatte auf Wunsch der Eltern eine Beschneidung bei einem vierjährigen Jungen vorgenommen. Als es zwei Tage später zu Nachblutungen kam, brachte die Mutter das Kind in die Notaufnahme. Der zuständige Staatsanwalt erhob daraufhin Anklage gegen den Arzt. Zunächst wertete das zuständige Amtsgericht den religiös begründeten Eingriff als rechtlich unbedenklich.

    Das Landgericht hob jedoch nun die Entscheidung auf. Mit der Beschneidung werde eine „schwere und irreversible Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit“ eines Menschen verursacht. Weder das Elternrecht noch das Recht auf freie Religionsausübung reichten zur Legitimation für einen solchen Eingriff aus, die Unversehrtheit des Körpers sei das höhere Rechtsgut. Somit mache sich ein Arzt, der Beschneidungen aus religiösen Gründen und nicht aus medizinischen Indikationen vornehme, einer Körperverletzung schuldig. Mit diesem Urteil sind Beschneidungen aus religiösen Gründen in Deutschland ab sofort als Strafftaten zu bewerten.

    Bisher war die Beschneidung eine rechtliche Grauzone gewesen: Selbst wenn ein Gericht im Einzelfall auf Körperverletzung entschied, musste der betreffende Arzt wegen des sogenannten „Verbotsirrtums“ freigesprochen werden. Jeder Arzt konnte sich nämlich darauf berufen, dass er keine Kenntnis davon habe, dass Beschneidungen aus religiösen Gründen strafbar seien – weil es nämlich dahingehend keine ausdrückliche gesetzliche Regelung und bisher auch keine gerichtlichen Entscheidungen aus der Berufungsinstanz gab. Das Landgericht Köln hat mit seinem Urteil hier eine neue Rechtslage geschaffen, die künftig bei allen Fällen von religiöser Beschneidung Anwendung finden wird.

    Mit dem ersten Urteil in der zweiten Instanz müssen die Verbände eine Neubewertung ihrer Positionen vornehmen. Insbesondere ändert sich die Lage für Ärzte, weil sich diese ab sofort nicht mehr auf den Verbotsirrtum berufen können.

  22. Wolf says:

    Das ist doch wieder ein typisches Beispiel endloser Dummheit, deutscher Bürokratie und Rechtssprechung.
    Ich denke wir haben Religionsfreiheit in Deutschland ?? Aber wenn in Deutschland, katholische Pfarrer, Kinder sexuel mißbrauchen, wird das möglichst totgeschwiegen. Gehört sowas zum christlichen Glauben??? Dort sollte man mit aller Härte durchgreifen und die Täter bestrafen, aber es scheint ja populärer zu sein, sich in andere Religionen einzumischen und sich als Hüter der Moral aufzuspielen. Es ist wie im Mittelalter, die sogenannten Christen zwingen jedem ihren Glauben auf, nur die Mittel haben sich etwas geändert in den Jahrhunderten.
    Ich kann manchmal gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, wenn ich solche Gesetze hier in Deutschland sehe.

  23. jerry1800 says:

    Sixteen families are being expelled from their homes in Beit El’s Ulpana neighborhood on Tuesday morning in accordance with the Supreme Court’s diktat that they be expelled. Most of the families are expected to leave peacefully. The government will build them new homes… eventually….
    Immediately after the prayer service, 16 families from the Ulpana outpost on the outskirts of the community will relocate to modular housing in Beit El, in keeping with the High Court of Justice mandate that their homes must be relocated by July 1.

    On Thursday, another 17 families will leave.

    The court has ordered the state to act against five apartment buildings and three caravans in Ulpana, which were built without permits on private Palestinian property. The state plans to move the structures onto an authorized tract of land in Beit El, in a process that will take a year.

    Residents agreed to peacefully leave their homes in an agreement reached with the state last week. They did so in exchange for assurances from the government that it would build 300 new homes in Beit El and that the state would no longer support the demolition of Jewish homes in the West Bank in its responses to High Court petitions.

    Ulpana residents objected to the term “voluntary evacuation,” since theirs was a forced and painful removal even if they were leaving peacefully.

    They promised to continue to build and develop Judea and Samaria with the same determination which had brought them to Ulpana.
    It is time to end the dictatorship of Israel’s self-perpetuating leftist ‘Supreme Court.’ It is time for the representatives of the people of Israel to take control of the judicial selection process and to end the tyranny of the unelected court.

  24. Rainer Lang says:

    Uli, das Urteil des Landgerichts Köln wird ganz sicher aufgehoben werden. Da mache ich mir keine Sorgen.

    Nur, mich haben sie auch beschnitten und das auch noch nicht ohne langfristige negative Nachwirkungen. Von daher ziehe ich eine Lösung, wonach ein Volljähriger selbst entscheiden soll, ob er beschnitten sein soll oder nicht, dann doch vor. Brit Shalom anstatt Brit Milah:

    http://www.jewsagainstcircumcision.org/

  25. jerry1800 says:

    17:58Russia: Downing of Turkish plane by Syria should not be seen as provocation (Reuters)

  26. juergen says:

    @Rainer
    Da stimme ich dir gern zu, die mündige Entscheidung eines Erwachsenen ist etwas Wichtiges und sicher auch gottgefälliger als die Hinneinnahme eines Kindes, das selber nicht entscheiden kann. Das war irgendwie natürlich auch wohl die Absicht des Gerichtes, das wohl auch gesagt hat, dass mit der B. die Möglichkeiten sich seiner Religion später frei auszusuchen eingeschränkt würde (was ich für völligen Quatsch halte, da müsste es schon Religionen geben, die keine beschnittenen Männer aufnehmen – die gibt es m.W. aber nicht – nur andersrum ?)
    Ich war und bin immer noch sehr beeindruckt von den Baptisten, die die Kindstaufe ablehen und kann Augustinus These, dass ungetaufte Kinder Sünder seien (schon weil ich nicht an einen Absolutheitsanspruch des Chistentums glaube) nichts abgewinnen.

    Die Sache hat aber einen großen Haken: wenn sich die Eltern schon ritualmäßig von der Aufnahme der Kinder in Religionsgemeinschaften zurückziehen (keine Taufe zB) dann wird auch oft die Ausbildung der Kinder diesbezüglich völlig vernachlässigt und es wird eine Generation religiöser Analphabethen herangezogen. Ich hab überhaupt nichts gegen Atheisten, die tun mir nur ein bisschen leid, aber solche Kinder sind dann eben keine überzeugten Atheisten oder auch Moslems, Neo-Paganisten usw… sondern theologische Nullis.,..

  27. Rainer Lang says:

    @Jürgen, mir leuchtet mnicht ein, das Brit Shalom anstatt Brit Milah die religiöse Ausbildung der Kinder verhindert. Es ist nur anders, halt eigenverantwortlich, besser gesagt: mündig. Jedenfalls war ich mit 18 weit genug entwickelt, um mich für(sic!) die Beschneidung freiwillig zu entscheiden. Ja ich hätte mich so entscheiden, denn das heutzutage 80% aller US amerikanischer Männer beschnitten sind, allerdings von professionell ausgebildeten Ärzten, das hat seine rationale Ursache.

  28. Noa says:

    Wie heisst es doch? G-tt will uns das Leben in der Galut bitter und unmoeglich machen, damit wir endlich kapieren, wo wir hingehoeren? Wenn nicht freiwillig, dann wird eben mit sanfter Gewalt nachgeholfen. In diesem Sinne sehe ich das Urteil als weiteres Zeichen, in die Heimat zu gehen.
    Es kann nur schlimmer werden.
    Noa

  29. Spiegel-Journalistin says:

    Das Urteil des Landgerichts Köln ist eines, welches einem moderen demokratischen Rechtsstaat wie Deutschland zur Zierde gereicht.

    Denn machen wir uns nichts vor. Die Beschneidung eines kleinen Kindes oder gar eines Säuglings ist Kindesmisshandlung und Körperverletzung. Ohne wenn und aber.

    Und zwar unabhängig davon, ob dies Teil irgendwelcher religiöser Riten ist oder nicht.

    Natürlich werden Mullahs und Rabbis gegen dieses Urteil Sturm laufen, aber das wird die deutschen Richter hoffentlich nicht davon abhalten, auch weiterhin die köperliche Unversehrheit des Kindes höher zu werten als das Recht, religiöse Riten an kleinen Kindern zu praktizieren.

  30. Kerstin,

    hast du den Artikel gelesen, bevor du diesen Kommentar schriebst?

  31. codinenc says:

    Interessanter Kommentar, Spiegel-Journalistin, – das kann man so sehen. Den Kindern wird das bestimmt immens helfen, wenn die Beschneidungen zukünftig in irgendwelchen unhygienischen Hinterzimmern, womöglich noch amateurhaft durchgeführt, stattfinden werden. Ausserdem besteht noch einmal ein erheblicher Unterschied, ob das Kind acht Tage alt oder acht Jahre alt ist, wenn es beschnitten wird. Wie siehst du es denn, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen? Sollte diesen Eltern dann auch das medizinische Sorgerecht entzogen werden und die Kinder zwangsgeimpft werden? Und eine Nichtimpfung ist erheblich gefährlicher für Kinder als eine Beschneidung: Warum ist der deutsche Rechtsstaat hier nicht konsequent?

  32. Spiegel-Journalistin says:

    @codinenc:

    Sollten irgendwelche Mullahs oder Rabbis ihr blutiges Geschäft “zukünftig in irgendwelchen unhygienischen Hinterzimmern, womöglich noch amateurhaft” durchführen, dann begehen sie eine Straftat und wandern, wenn es raus kommt, ins Gefängnis.

    @Ulrich: Ja. Wie gesagt, Misshandlung und Körperverletzung an Kindern lässt sich nicht rechtfertigen. Religiös schon gar nicht.

  33. Schula says:

    codinenc

    Beschneidungen werden bei uns kaum durch Ärzte durchgeführt, sondern einen Mohel, dervon daher hat das Urteil keine Konsequenzen und wenn ist das Ausland auch noch zugänglich.

    Das letzte Wort darüber ist auch noch nict gesprochen:

    “Nach einem Urteil des Landgerichts Köln (Urteil vom 7. Mai 2012 – 151 Ns 169/11)] ist eine Beschneidung aus religiösen Motiven eine rechtswidrige Körperverletzung. Nach dem StGB-Standardkommentar des Bundesrichters Thomas Fischer ist es hingegen herrschende Meinung, dass die religiöse Zirkumzision nicht den Straftatbestand der Körperverletzung erfülle. Seitens der Verwaltungsgerichtsbarkeit liegt zudem sogar eine obergerichtliche Entscheidung vom OVG Lüneburg aus dem Jahr 2002 vor, wonach ein sozialhilfebedürftiges Kind sogar Anspruch darauf hat, dass analog zur Kostenübernahme bei der Erstkommunion der Sozialhilfeträger auch die Arztkosten der religiös motivierten Beschneidung tragen müsse. ”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Mila

    MöchtegernSpiegel-Journalistin

    HaFalzan. :D

  34. mike hmmer says:

    ist heute SCHONWIEDER trollfütterung?

  35. codinenc says:

    Danke, Schula, so habe ich es noch gar nicht betrachtet. Ich bin mir auch sicher, dass das Urteil noch gekippt wird. Da werden schon alleine die Anhänger der Religion des Friedens genug Druck machen (spätestens vor dem Europäischen Gerichtshof), aber auch rechtlich wird sich das wohl nicht als “Körperverletzung” halten lassen.
    Shabbat Shalom.

  36. Spiegel-Journalistin says:

    @codinenc: Dass Rabbis und Mullahs Druck ausüben werden, dass will ich gar nicht bestreiten. Das macht die blutige Gewalt an kleinen Kindern und Säuglingen aber nicht besser.

    Wenn jemand sich beschneiden lassen will, dann kann er das gerne tun. Aber bitte erst dann, wenn er diese Entscheidung bewusst und selbst treffen kann.

    Wovor hast du Angst? Das zu viele Leute nein sagen?

  37. “Ja. Wie gesagt, Misshandlung und Körperverletzung an Kindern lässt sich nicht rechtfertigen. Religiös schon gar nicht.”

    Und, bist du auch gegen das Abschneiden der Nabelschnur? Ist das auch “Misshandlung und Körperverletzung”?

  38. Spiegel-Journalistin says:

    Ulrich, warum dieser unsinnige Vergleich? Das Durchtrennen der Nabelschnur ist medizinisch notwendig. Eine Beschneidung nicht.

    @codinenc: Du fragst “Wie siehst du es denn, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen?”. Das sehe ich sehr kritisch. Eltern die ihren Kindern notwendige Impfungen vorenthalten, gehören bestraft.

  39. mike hammer says:

    komisch das die selben typen, die jedem juden den hals durchgeschnitten sehen wollen (durch fremde hände natürlitsch), die typen die den mördern der
    familie fogel verständniss entgegenbringen, sich
    hier als hüter der jüdischen pimmel aufspielen
    wollen.

  40. codinenc says:

    @ Spiegel-Journalistin:

    Das hat mit Angst nichts zu tun, wenn jemand atheistisch leben möchte, so steht im das frei und mir wäre auch keine (beitretbare) Religion bekannt, die Beschnittenen den Eintritt verweigern würde, im Falle dass ein Jude später einmal die Religion wechseln möchte.

    Jüdische, männliche Babies werden nun mal am achten Tag beschnitten, das ist eine Tradition, die Jahrtausende alt ist und die ein zentrales Element im Judentum darstellt. Ich bin dagegen, dass der deutsche Staat das Jude-Sein kriminalisiert – (vorausgesetzt dies wird Gesetz:) die überwältigende Mehrheit dieser Juden wird später einmal empört sein, dass der deutsche Staat ihnen das Judesein, wie es ihre Vorväter seit biblischer Zeit gehalten haben, verwehrt hat. Halacha ist hier ganz deutlich, selbst die Eltern, die diesem Anti-Beschneidungsgesetz folge leisten, würden eine schwere Sünde begehen.

    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten (und glaube mir, ich verstehe die vermeintlich gute Intention des Richters), dass dies das antisemitischste Gesetz in der westlichen Welt seit 1945 wäre.

    Es wäre aber auch ein sehr ignorantes Gesetz:

    Neuere, wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Beschnittensein das Risiko sich mit Aids anzustecken erheblich senkt. In einer Studie vergangenen Jahres kam raus, dass in einem Projekt in einem township in Süd-Afrika, durch ein Beschneidungsprogramm die Zahl der neu Infizierten um 76 % gesenkt werden konnte.

    In Simbabwe wurden Beschneidungen zur Aids Bekämpfung gestoppt, weil es als “unethisch” [sic!] gesehen wurde, da man nicht über genug ausgebildete Kräfte verfügte, um alle 8000 Menschen gleichzeitig zu beschneiden.

    Quelle: http://www.nytimes.com/2007/02/23/science/23hiv.html?_r=1

    Wohlgemerkt: Unethisch nicht zu beschneiden!!!

    Hier noch einmal alle Fakten: http://www.tabletmag.com/scroll/104735/the-scientific-case-for-circumcision

    Und zu guter Letzt, Spiegel-Journalistin, gibt es eine Frage, die ich in einem Blog gelesen habe und die du dir auch einmal selbst stellen solltest:

    Wenn Hitler, anstatt die Juden als Parasiten und Untermenschen zu verunglimpfen, diese als “blutige Gewalt” (wie du es so schön (und falsch) ausgedrückt hast) an ihren Kindern Ausübende vor das Landgericht Köln gezerrt hätte, damit diese verurteilt würden und ins Gefängnis geschmissen würden… Hättest du dann, Kerstin, daneben gestanden und applaudiert?

  41. Spiegel-Journalistin says:

    @codinenc

    Zunächst mal wird durch das Gesetz (welches im Sinne der Rechte der Kinder hoffentlich Bestand haben wird) nicht das Jude-sein kriminalisiert sondern nur die Körperverletzung an Säuglingen und das ist gut so.

    Nur weil etwas seit langer Zeit gemacht wird, muss es noch lange nicht in Ordnung sein. In Indien hatte die Witwenverbrennung auch eine jahrtausendealte Tradition und dennoch gab es irgendwann ein Gesetz dagegen.

    Auch der Hinweis auf AIDS ist unlogisch. Oder steht in der Tora oder dem Talmud etwa, dass die Beschneidung das AIDS-Risiko senken soll?

    Im übrigen zieht dieses Argument bei einem Säugling eh nicht, denn in der Regel hat der noch keinen Geschlechtsverkehr, bei dem ihm das nützen würde. Und wenn der Junge so alt ist, dass das Argument ziehen würde, dann kann er sich auch willentlich für oder gegen die Beschneidung aussprechen.

    Respektiert einfach die Tatsache, dass der kleine Mensch, der Säugling, das Recht hat, die Entscheidung pro oder contra Beschneidung selbst zu treffen. Und dazu muss er eben älter sein.

    Als sehr ärgerlich empfinde ich allerdings deinen unsachlichen letzten Absatz.

    “Wenn Hitler,… vor das Landgericht Köln gezerrt hätte, damit diese verurteilt würden und ins Gefängnis geschmissen würden… Hättest du dann, Kerstin, daneben gestanden und applaudiert?”

    Ich denke mal, dass ich Hitler nicht applaudieren würde, egal was er tut. Abgesehen davon, dass er seit drei Generationen tot ist.

    Aber warum wird hier Hitler überhaupt erwähnt? Muss immer dann, wenn einem die Argumente ausgehen, Hitler aus dem Hut gezaubert werden? Das ist so billig und durchschaubar.

  42. Jochanan says:

    hier noch eine Stimme zum Beschneidungsverbot…

    http://www.aish.com/ci/ss/The_German_Ban_on_Circumcision.html

  43. Kerstin,

    “Ulrich, warum dieser unsinnige Vergleich? Das Durchtrennen der Nabelschnur ist medizinisch notwendig. Eine Beschneidung nicht.”

    Stimmt, aber beides sind Dinge, die der Mensch entscheidet zu tun und in die ‘Schoepfung’ einzugreifen und sie zu korrigieren.

  44. willow says:

    Nun Spiegel-Journalistin,

    da das letzte Beschneidungsverbot in Deutschland auf Hitler zurückgeht, steht die Erwähnung seines Namens durchaus im Kontext … ebenso wie dieser Richterspruch -der letztlich den Juden das Leben in Deutschland unmöglich machen soll- sich durchaus auch in dieser Tradfition verstehen läßt …

  45. Spiegel-Journalistin says:

    @Ulrich

    “Stimmt, aber beides sind Dinge, die der Mensch entscheidet zu tun und in die ‘Schoepfung’ einzugreifen und sie zu korrigieren.”

    Der Unterschied: Das Durchtrennen der Nabelschnur ist, wie du selbst zugibst, medizinisch notwendig. Da die Entscheidung sofort getroffen werden muss, tun dies die Eltern.

    Die Beschneidung hingegen ist, wie du ebenfalls akzeptierst, medizinisch nicht notwendig. Also kann man damit warten, bis der Betroffene dies selbst entscheiden kann, anstatt ohne jede Notwendigkeit das Messer zu zücken.

    Tut man des dennoch, so ist das Körperverletzung an einem Säugling und damit Kindesmisshandlung. Nichts anderes hat das Gericht in seinem mutigen und richtigen Spruch festgestellt.

  46. jerry1800 says:

    “Die Wachen hängten mich acht Tage lang an den Handgelenken auf“, berichtete ein Mann, der im Geheimdienstdirektorat in Damaskus inhaftiert war. „Ich habe einen Schmerz gefühlt wie noch nie in meinem Leben.“ Fast alle Befragten sagten laut HRW, sie hätten Folter erdulden müssen oder seien Zeuge von Folter geworden. Dazu gehörten das Schlagen mit Stöcken, Stromschläge, Verbrennungen mit Batteriesäure, sexuelle Übergriffe, Scheinexekutionen und das Erzwingen unbequemer Körperhaltungen über einen längeren Zeitraum.

    “Die systematischen Muster von Misshandlung und Folter, die Human Rights Watch dokumentiert hat, verweisen eindeutig auf eine Staatspolitik der Folter und Misshandlung und stellen daher ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar“, hieß es. Der 81-seitige Bericht der Organisation stützt sich auf mehr als 200 Interviews, die HRW seit Beginn des Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar Assad im März vergangenen Jahres durchführte.

    Präsident will keinen bewaffneten Konflikt mit der Türkei

    Fast alle Häftlinge berichteten, sie seien nackt oder nur mit Unterwäsche bekleidet gefoltert worden. „Sie zwangen mich, mich auszuziehen“, sagte ein 31-Jähriger, der im Juni in Idlib inhaftiert war. „Sie stachen Heftklammern in meine Finger, Brust und Ohren. Ich durfte sie nur herausnehmen, wenn ich redete.“ Er habe auch Elektroschocks bekommen, unter anderem an den Genitalien. „Ich dachte, ich würde meine Familie nie wiedersehen.“

    http://www.abendblatt.de/politik/article2326985/Menschenrechtsorganisation-identifiziert-Foltergefaengnisse-in-Syrien.html

  47. codinenc says:

    @ Kerstin:

    Mir gehen mitnichten die Argumente aus: Ich habe dieses Beispiel angeführt, da ich es für wichtig halte, dass man hin- und wieder seine eigene Meinung kritisch prüft, – was eignet sich da besser als Beispiele aus der Geschichte – zumal die Menschen immer, umso mehr zu Grausamkeiten gegenüber ihren Mitmenschen neigten, je hehrer die Ziele waren.

    Es misfällt mir übrigens sehr, dass du so tust, als wäre Hitler und Nazideutschland soooo lange her, als dass es unmoralisch wäre auf diese zu verweisen – das empfinde ich als sehr geschmacklos und eine Anmassung deinerseits – ich denke mal, dass deine Vorfahren in keinen Lagern interniert waren und dort umgebracht wurden, also woher nimmst du dir das Recht raus hier mit einer lässigen “Es muss ja auch mal gut sein” – Mentalität Maulkörbe verteilen zu müssen?

    Meine Argumente waren und sind: 1) Der medizinische Aspekt, 2) das Recht des Säuglings (wie der Eltern) die Religion der Väter gemäss der Überlieferung leben zu dürfen. 3) Dass es sich nicht um eine Verstümmelung handelt (Verstümmelung ist nur was die körperliche Integrität in Mitleidenschaft zieht), 4) die Religionsfreiheit, 5) das Kind mag nicht Eigentum der Eltern sein, es ist aber auch nicht Eigentum des säkularen Staates.

    Da du den säkularen Rechtsstaat als das Höchste siehst, wie auch die Unversehrtheit des Kindes… hier nun meine Frage an dich: Im Jahr 2011 hat der säkulare Rechtsstaat erlaubt, dass in Deutschland mehr als 100 000 Kinder abgetrieben worden sind. Wo ist da die Moral? Da du dich so sehr für die Unversehrtheit des Kindes einsetzt, wie kannst du dann andererseits eben diesen säkularen Rechtsstaat so hochhalten?

  48. Spiegel-Journalistin says:

    Ich möchte an dieser Stelle einmal aus dem Brief eines jüdischen Mannes an unsere Redaktion zitieren (es wäre schön, wenn die Troll-Fraktion Mike Hammer, Jerry1800, Rainer Lang etc,. auf die üblichen Beleidigungen verzichten könnte).

    “Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass wir uns unsere Eltern nicht aussuchen können. Meine persönliche Überzeugung ist, dass alle Kinder, männlich oder weiblich, das grundlegende Recht haben sollten, Eltern zu haben, die nicht glauben, zur Modifikation der Genitalien ihres Nachwuchses berechtigt zu sein.

    Meine verstorbenen Eltern glaubten, das es ihr Recht war. Das hat mir erhebliche körperliche und seelische Schmerzen bereitet und ich werde es immer beklagen.

    Mich beschneiden zu lassen oder nicht, hätte meine eigene Entscheidung sein sollen, denn es ist mein Körper und wenn es einmal geschehen ist, kann es nicht rückgängig gemacht werden.

    Ich kenne viele Männer, die in jüdische/muslimische Familien hineingeboren wurden und es übel nehmen, dass sie die Entwürdigung einer Zwangsbeschneidung erleiden mussten.

    Ich halte es für eine profunde Ungerechtigkeit, dass es keinen formellen juristischen Schutz für alle Jungen gegen nicht-therapeutische Beschneidung gibt(so wie bei Mädchen), unabhängig vom religiösen Eifer ihrer Eltern.

    Ich bin daher sehr erfreut über das wegweisende Urteil des Kölner Gerichts und applaudiere im Namen aller Männer, die in Zukunft als Erwachsene selbst entscheiden können (Patrick S. Cambridge (UK)).

    Ein wie ich finde bewegender und beeindruckender Brief.

  49. jerry1800 says:

    Israel has long faced the scorn of Islamists. Iran’s Ahmadinejad has sworn over and again to wipe them off the map, supporter’s of Egypt’s new president have talked of conquering Israel and making Jerusalem the capital of Egypt, and Palestinians have taken opportunity after opportunity to fire a rocket into the Jewish state and stir things up.
    But it looks like Israel is going to have share the Islamist’s scorn with Christians, at least for a time. For a group with ties to the United Muslim Nations International has released a 23 page booklet titled, “The Global Islamic Civilization: The Power of a Nation Revived.” And in it, they put forth plans to “wipe Christianity from the face of the earth.”
    Sheik Farook al-Mohammedi, the leader of the group, has made his intentions clear: “Christianity should be destroyed and wiped from the face of the earth [because] it is an evil, demonic and Anti-Christ system” He added: “The Revived Global Caliphate has set eyes on the West to once and for all rid the world of Christianity and there is nothing you can do about it.”
    And in other news, President Obama has spent his presidency telling us that Islamists and Westerners share so much in common: that our differences are minimal but our desires, our hopes and dreams, are so similar.
    I guess Obama hasn’t read “The Global Islamic Civilization” yet.

    http://www.breitbart.com/Big-Peace/2012/07/08/Islamist-Group-Pledges-to-Wipe-Christianity-From-The-Face-of-The-Earth

  50. mike hammer says:

    spargel jurnaschistin.
    gut erlogen ist immer noch gelogen.

  51. A.mOr says:

    S-J
    Jepp, denke auch, der “Brief” ist ‘ne “Ente”.

  52. Schula says:

    “körperliche und seelische Schmerzen bereitet und ich werde es immer beklagen.”

    Yep und als nächstes gründen wir eine Gruppe der Geschädigten, die ihre eigene Geburt als seelische und körperliche Schmerzen empfunden haben, denn daran können wir uns noch genauestens erinnern. :D
    Wenn der als 8 Tage alter Säugling beschnitten wurde, fragen Sie sich mal lieber, ob der nicht Mumpitz redet, denn kein Säugling kann sich als Erwachsener an Schmerzen erinnern, denn dann würden wir uns alle an unsere Geburt erinnern könnnen, inkl. erste Blähungen, erste Zahnung etc..

    Noch was: Es ist kein Geheimnis, daß es Juden gibt, die gegen die Brit Mila sind, aber was wollen Sie uns damit aufzeigen? Daß Juden unterschiedliche Meinungen haben oder suchen Sie mal wieder nach ihren bekannten Alibijuden?

  53. jerry1800 says:

    spargel jurnaschistin.

    es werden Massen von ihren christlichen Glaubensgenossen ermordet, aber was interessiert den Spargel-Troll mehr, als den Junden eins reinzuwürgen

    das Ding ist und bleibe eine verlogene Scheiße !!!

    Und wenn ihm unser Stil nicht paßt, soll es sich halt zum Muslimmarkt, Ali Abuminah oder Elsäßer verpissen

  54. Spiegel-Journalistin says:

    “A.mOr says:
    July 10, 2012 at 18:33

    S-J
    Jepp, denke auch, der “Brief” ist ‘ne “Ente”.”

    Ach A.mOr, von Dir erwarte ich eigentlich ein wenig mehr. Natürlich ist der Brief echt. Name und komplette Anschrift des Verfasser sind der Redaktion bekannt. In vielen Fällen telefonieren wir auch mit den Leuten.

    Es bringt doch nichts, wenn man alles, was der eigenen reaktionären und vernagelten Meinung widerspricht, als Lüge oder Fake abtut oder wenn gar nichts mehr hilft als antisemitisch beschimpft.

    Glaube mir, es gibt Hunderte solcher Zuschriften.

  55. Spiegel-Journalistin says:

    @Schula

    Du schreibst “Es ist kein Geheimnis, daß es Juden gibt, die gegen die Brit Mila sind, aber was wollen Sie uns damit aufzeigen? Daß Juden unterschiedliche Meinungen haben…”

    Nein, dass man gefälligst ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit respektiert und sie nicht im Säuglingsalter einer Zwangsbeschneidung unterzieht. Das ist eine Vergewaltigung des Säuglings, eine Körperverletzung (was jetzt endlich auch juristisch festgestellt wurde)und einfach eine Schweinerei.

    Wie der jüdische Mann in seinem Brief schon sagte: Die Eltern sollen ihren religiösen Eifer und ihre Vorlieben an sich selbst ausprobieren, aber nicht an einem hilflosen Säugling.

  56. Spiegel-Journalistin says:

    @Schula

    Du schreibst “Wenn der als 8 Tage alter Säugling beschnitten wurde, fragen Sie sich mal lieber, ob der nicht Mumpitz redet, denn kein Säugling kann sich als Erwachsener an Schmerzen erinnern”

    Offenbar versteht du davon herzlich wenig, deshalb zitiere ich aus einem weiteren Leserbrief. Eine Ärztin schreibt:

    “Als Assistentärztin eines Chefarztes, hatte ich den Auftrag, wenige Tage nach der Entbindung, eine Zwangsbeschneidung durchzuführen. Das Schreien und Wimmern des Neugeborenen beim Eingriff sowie bei der täglichen Nachbehandlung, empfand ich als so unerträglich, dass ich mich beim nächsten mal der Anordnung des Chefarztes widersetzt habe. Inzwischen bin ich Fachärztin, die sich mit der psychischen Bedeutung intrauterinärer Erfahrungen befasst. Insofern weiß ich, dass ein nach der Geburt erlebter umfassender körperlicher Schmerz, der mehrere Tage dauert, intrapsychisch einen Platz in der unterbewussten Erinnerung bekommt. Dr. Marita B. Frankfurt”

    Mit anderen Worten, Beschneidung kann psychisch verkrüppeln.

    Außerdem solltest du den Brief des jüdischen Mannes noch einmal genau lesen. Ihm ging es vor allen Dingen darum, dass er es NICHT WILL, dass Eltern aufgrund ihrer religiösen Vorstellungen die Genitalien ihrer Säuglinge modifizieren. Respektiert die Würde eurer Kinder, egal, was in irgendwelchen alten Büchern steht.

  57. jerry1800 says:

    sowie bei der täglichen Nachbehandlung

    QUATSCH

  58. A.mOr says:

    S-J
    Alles ist möglich, jedoch anhand dieses Schreibens wage ich zu sagen, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß es von einem Juden geschrieben wurde; es sind „verräterische“ Details.

    „…dass man gefälligst ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit respektiert…“
    Das ist „Heuchelmoral“, und nicht nur, weil es schwer zu glauben ist, daß sich plötzlich soviel in Deutschland ausgerechnet für das „Wohl des Juden“ einsetzen. Das „Kölner Gerichtsurteil“ spricht das Gegenteil.

    Im Übrigen geht’s nicht um „reaktionäre oder vernagelte Meinungen“, sondern eben um das „Kölner Beschneidungsurteil“, welches faktisch Judentum in Deutschland kriminalisiert!

    Was die Meinungen insgesamt in Deutschland zum jüdischen Brauch ‘Brit Mila’ (vereinfacht: „die Beschneidung“) betrifft, so mögen die Leute eben ihre Meinung haben, das ist vollkommen in Ordnung wie auch immer die sein mögen.
    Und sie mögen gleichzeitig auch äußerst sorgfältig ihre eigenen Kinder behüten, daß ihnen kein Fingernagel auf dem Schulweg oder hinterm Bahnhof abbricht, ich zumindest würde es sehr begrüßen, wenn es so wäre…

    Sclußendlich gehe ich davon aus, daß dieses „Kölner Urteil“ zugunsten der „Religionsfreiheit“ des deutschen GG gekippt wird.
    Nur die Signalwirkung ist nun da.
    Es handelt sich um das falsche Signal.

    PS/
    „von Dir erwarte ich eigentlich ein wenig mehr.“
    Und was? :roll:

  59. Spiegel-Journalistin says:

    Ich denke, es ist klar geworden, dass sich etwas ändern muss. Wenn nicht freiwillig, dann mit Hilfe der Gerichte.

    Änderung ist möglich, auch im Judentum. Das zeigt die Tatsache, dass es mittlerweile weibliche Rabbiner gibt, die vom Reformjudentum sowieso, aber längst auch von den Konservativen akzeptiert werden. Dass einige vernagelte Ultraorthodoxe dagegen wettern ist irrelevant, wenn sie sich nicht wandeln wollen, dann landen sie als Fossilien im Museum.

    Vermutlich wird es eine Übergangszeit geben, in der gewisse blutige Praktiken (leider) geduldet werden, in der die betroffenen Religionen aber verpflichtet werden, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, um den internen Wandel zur Verschiebung der (freiwilligen) Beschneidung ins Erwachsenenalter anzustoßen und voran zu treiben.Idealerweise wäre die Strafbarkeit nach dieser Übergangszeit nur noch eine Formalität.

  60. jerry1800 says:

    was ein gequirlter Scheißdreck³

  61. Schula says:

    “Respektiert die Würde eurer Kinder, egal, was in irgendwelchen alten Büchern steht”

    Respektieren Sie erst einmal andere Menschen und Bräuche und lassen Sie Ihre durchschaubare Heuchelei. Sie haben vom orthodoxen Judentum keine Ahnung, sondern leben auf Kosten von Juden Ihre Ressentiments aus.

    “Dass einige vernagelte Ultraorthodoxe dagegen wettern ist irrelevant, wenn sie sich nicht wandeln wollen, dann landen sie als Fossilien im Museum.”

    Sieht so Respekt aus? Wollen Sie am liebsten tote Juden im Museum? Was bilden sie sich eigentlich ein, so über andere Menschen zu schreiben?
    Uli sollte Sie endlich sperren, denn ich bin nicht länger gewillt, dass das Judentum und die Menschen, die danach leben, von einer dummen Teutonin ständig beleidigt werden.

    Und nehmen Sie gefälligst das Urteíl des BVGs zur Kenntnis.

    “Beschneidungsverbot verstößt gegen das Grundgesetz

    Das Kölner Urteil zur religiös motivierten Beschneidung verstößt gegen das Verfassungsgebot von der “Freiheit des Glaubens”. So hat es das Bundesverfassungsgericht schon einmal gesehen.

    Rechtlich bedeutet diese Art von Freiheit mehr als bloße Toleranz. Welcher Glauben auch immer gemeint ist, die Bundesrepublik fühlte sich bisher verpflichtet, dessen Regeln selbst dann zu schützen, wenn sie das moralische Empfinden eines Teil der Bevölkerung stören.

    Der Beitritt zum Bund (auf Hebräisch “Berit Mila”), den die Beschneidung vollzieht, gilt als das wichtigste aller Gebote. Sie darf selbst an den höchsten jüdischen Feiertagen vorgenommen werden.

    Die Begründung dafür lässt sich im ersten Buch Mose 17,11 finden: “Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volke, weil er meinen Bund gebrochen hat.” Ähnliches findet sich in den Koranauslegungen. Auch sie werden vom Grundgesetz geschützt. Wäre es nicht so, verlöre die Demokratie einen maßgeblichen Teil ihrer westlichen Überzeugungen.”

    http://www.welt.de/kultur/article107289612/Beschneidungsverbot-verstoesst-gegen-das-Grundgesetz.html

  62. Schula says:

    ULI, sperr diese Judenhasserin endlich!

    “Dass einige vernagelte Ultraorthodoxe dagegen wettern ist irrelevant, wenn sie sich nicht wandeln wollen, dann landen sie als Fossilien im Museum.”

    Das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen.

  63. Spiegel-Journalistin says:

    @A.mOr says:
    Du schreibst: “Im Übrigen geht’s nicht um „reaktionäre oder vernagelte Meinungen“, sondern eben um das „Kölner Beschneidungsurteil“, welches faktisch Judentum in Deutschland kriminalisiert!”

    A.mOr das ist doch Unsinn, hier wird in keiner Weise das Judentum kriminalisiert. Es geht hier (und auch im Urteil) einzig allein um einen blutigen Brauch, der die Rechte von Kindern an körperlicher Unversehrtheit verletzt. Jetzt lass mal die Synagoge im Dorf.

    Du schreibst: “Schlußendlich gehe ich davon aus, daß dieses „Kölner Urteil“ zugunsten der „Religionsfreiheit“ des deutschen GG gekippt wird.”

    Das hoffe ich nicht, aber vermutlich wird es auf einen Kompromiss hinauslaufen. (s. auch mein heutiges Posting von 22:06)

    “„von Dir erwarte ich eigentlich ein wenig mehr.“
    Und was?”

    Schon in Ordnung A.mOr, immerhin kann man mit dir anständig diskutieren und es kommt mehr als das dumpfe Gegrunze eines Jerry1800 (jerry1800 says:
    July 10, 2012 at 22:32
    was ein gequirlter Scheißdreck³”) oder das Gekeife einer fanatischen Schula, die mich am liebsten auf dem Scheiterhaufen verbrennen würde. ;-)

  64. Schula says:

    ULI, sperr diese Judenhasserin endlich!

    “Dass einige vernagelte Ultraorthodoxe dagegen wettern ist irrelevant, wenn sie sich nicht wandeln wollen, dann landen sie als Fossilien im Museum.”

    Das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen.

  65. Spiegel-Journalistin says:

    @Uli: Also bisher habe ich eigentlich gedacht, dass trotz aller kontroverser Meinungen, eine vernünftige Diskussion möglich wäre, aber wenn ich mir hier anschaue, was die Extremisten und Fanatiker hier veranstalten, dann wird mir Angst und Bange.

    Mike Hammer, Jerry1800 und Rainer Lang übertreffen sich in primitven Postings und Beleidigungen und die bedauernswerte Schula wechselt zwischen psychischer Menopause und dem Bedürfnis, mich zu kreuzigen.

    Uli, ich möchte dir deinen Blog nicht sabotieren und würde es dir persönlich nicht übel nehmen, wenn du mich zur Beruhigung deiner “speziellen Kundschaft” tatsächlich sperren würdest.

    P.S. In der Redaktion laufen eh schon Wetten darauf, wann das passiert. ;-)

  66. Schula says:

    “psychischer Menopause”

    Als Frau so sexistisch? Gehts noch oder haben Sie nun alle verlassen?

    “und dem Bedürfnis, mich zu kreuzigen.”

    Hä? Seit wann kreuzigen Juden?

    Vernünftig nennen Sie es also, wenn Sie widerlichsten Dreck gegen orthodoxe Juden auskippen? Ich möchte gar nicht wissen, wie Ihre Hetze aussieht, wenn Sie angeblich unvernünftig labern.
    Hören Sie endlich auf, nur weil man sich nicht alles von einem frechen Weib wie Ihnen gefallen läßt, von Fanatikern und Extremisten zu labern. Sie wissen ja nicht einmal was das eigentlich ist. Wenn Sie vernünftig diskutieren würden ohne uns ständig zu diskretieren und unsere Religion in den Dreck zu ziehen, wären Diskussionen auf Augenhöhe möglich, nur ist das nicht ihre Absicht, sondern Sie wollen ausschließlich Juden vorschreiben wie sie zu sein haben und immer wieder andere maßregeln. Mehr haben Sie doch gar nicht auf Lager. Genau das kennen wir schon, nur damals lief es auf einen Völkermord hinaus. Realisieren Sie endlich, daß die Zeit vorbei ist, als wir uns von Ihrem Volk noch viel zu viel gefallen ließen.

    “wenn du mich zur Beruhigung deiner “speziellen Kundschaft” tatsächlich sperren würdest.”

    Kleiner Tip zum Schluß: Man kann auch freiwillig gehen. Tun Sie sich selber den Gefallen.
    Ihre Art kann keiner länger ertragen.

  67. jerry1800 says:

    dieses Ding schreibt leider nur gequirlten Scheißdreck³

    traurig aber wahr

  68. jerry1800 says:

    The German government on Friday pledged quick action to protect the right of Jews and Muslims to circumcise baby boys on religious grounds, AFP reported.

    A controversial ruling by a court in Cologne has sparked international outcry. The court ruled that non-medical circumcision, practiced by most Jews and Muslims, causes bodily harm and therefore is a crime.

    The practice is a “serious and irreversible interference in the integrity of the human body,” the court decided.

    Chancellor Angela Merkel’s spokesman Steffen Seibert told reporters on Friday she was “concerned” about the court’s ruling.

    “It is absolutely clear to the federal government that we want Jewish, we want Muslim religious life in Germany. Circumcisions carried out in a responsible way must not be subject to prosecution in this country,” he said, according to AFP.

    “It is urgently necessary that we establish legal certainty,” added Seibert.

    He said that aides from Merkel’s office would now discuss with the relevant government ministries ways to put the “ancient rite” on firm legal footing.

    “It is clear this cannot be put on the back burner. Freedom to practice religion is a cherished legal principle,” he said.

    The remarks echoed those of German Foreign Minister Guido Westerwelle, who emphasized two weeks ago that the country protected religious freedom and traditions.

    A spokeswoman for the justice ministry told AFP that there were three options for new draft laws to protect circumcisions on religious grounds that were under “intensive” review.

    The report noted that the leader of Merkel’s conservative parliamentary group, Volker Kauder, called for a cross-party resolution to this effect to be passed in the Bundestag during a session next Thursday.

    The court ruling concerned a case brought against a doctor who had circumcised a four-year-old Muslim boy in line with his parents’ wishes.

    When, a few days after the operation, the boy suffered heavy bleeding, prosecutors charged the doctor.

    The court later acquitted the doctor himself of causing harm but judged that “the right of a child to keep his physical integrity trumps the rights of parents” to observe their religion, potentially setting a legal precedent.

    Muslims and Jews banded together this week to ask the German parliament to overrule the court ban on circumcision. There are approximately four million Muslims and 150,000 Jews living in Germany.

    “Circumcision flies in the face of persecution of Jews, such as the Holocaust – which is why it makes it even more shocking that it is a German court inflicting the ban,” Rabbinical Center of Europe Rabbi Yitzhak Shochet said at the meeting.

    Pinchas Goldschmidt, president of the Conference of European Rabbis, who organized an emergency meeting in Berlin of around 40 rabbis Thursday on the judgment, called it “perhaps one of the gravest attacks on Jewish life in the post-Holocaust world,” according to AFP.

    Goldschmidt, also head of the rabbinical court of the former Soviet states, said if other judges went along with the Cologne ruling “it would mean that a large part of the (Jewish) community does not have a future in Germany.”

    Opposition leaders said Friday they would back a new law, with the head of the Social Democrats Sigmar Gabriel calling for “legal clarity.”

  69. Spiegel-Journalistin says:

    Ich finde, man sollte sich auf den Kern des Problems besinnen.

    Ob man sich beschneiden, verstümmeln oder sonstwie veräppeln lassen will, soll die Sache jedes einzelnen Menschen sein. Und wenn der Gott der Muslime und der der Juden Vorhäute sammelt, dann soll er es tun.

    Aber lasst doch bitte die Kinder da raus. Lebt eure Rituale unter euch Erwachsenen aus, aber lasst die Finger von unseren Kleinsten.

    Ich denke, mehr wollen doch die meisten Kritiker gar nicht.

  70. Schula says:

    Kleiner Tip zum Schluß: Man kann auch freiwillig gehen. Tun Sie sich selber den Gefallen.
    Ihre antisemitische Art kann keiner länger ertragen.

  71. Schula says:

    “Beschneidungskritiker fordern von Juden und Muslimen, über den Sinn dieses Ritus nachzudenken. Muslime und Juden dürfen aber auch von ihren Kritikern ein Nachdenken darüber verlangen, warum die Kritik einen so aggressiv-selbstgerechten Ton anschlägt. Bisweilen kann man den Eindruck haben, dass es nicht nur einen religiösen, sondern auch einen anti-religiösen Fundamentalismus gibt. ”

    http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-beschneidung-vom-richtigen-umgang-mit-recht-1.1413208

    Die “Spiegel”trulla ist das beste Beispiel dieses Hasses.

  72. Michal says:

    die will halt auch mal zur “komikernation” (merkel) gehören. :D obwohl, da ist die schon lange.

  73. Michal says:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_sagt_der_anwalt_erst_einmal_durchatmen/

    “Gutmenschen, die schon immer wussten, was für jüdische Jungs gut ist, besser, als deren Eltern es zu wissen meinten. Sie wissen es besser, ob jüdische Jungs in Israel den Wehrdienst verweigern und ob ihre Eltern doch bitte auch ohne einen Friedensvertrag umstrittene Gebiete an die Palästinensische Autonomiebehörde abtreten sollen. Sie wissen auch, dass jüdische Jungs mit der iranischen Atombombe viel besser leben können als ohne und dass militärische Antworten auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen, nicht aber der Beschuss selbst Unrecht sind. Und sie wissen natürlich besser, was mit jüdischen Vorhäuten in Deutschland zu geschehen oder nicht zu geschehen hat.

    Selten konnte man in einer Debatte derart geballte Inkompetenz, Unwissen und vor allem Unsensibilität zugleich erleben.”

  74. Heinz Göd says:

    <>
    Brot besser als Weizenkörner?
    Ich habe jahrelang zum Frühstück frisch zerquetschte Getreidekörner gegessen – mit Milch und Honig.
    GetreideKörner schmecken voller als Brot;
    beim Brot ist ein Teil der Öle herausgedampft,
    das heißt: Brot ist minderwertiger als Körner,
    es ist nicht besser, sondern nur bequehmer.
    <>
    Affenweibchen Wickeln sich die Nabelschnur um den Arm,
    sie fällt dann von selbst ab.
    Das Durchschneiden der Nabelschnur ist nicht besser sondern nur bequehmer.
    <>
    Die Natur ist ein in vielen Jahrmillionen eingespieltes System, vielleicht nicht vollkommen fehlerfrei,
    aber der Mensch besitzt zuwenig Einsicht und Übersicht,
    und es ist daher höchst unwahrscheinlich, dass der Mensch die Natur _verbessern_ kann, wahrscheinlicher ist, dass er sie verschlechtert.
    Der Mensch macht es sich bequehmer, aber das ist nicht unbedingt besser, im Gegenteil: wenn es sich der Mensch zu bequehm macht, dann degeneriert er sehr rasch.

    <>
    Ja, aber herausgekommen ist bis jetzt nur blindes Herumgepfusche, das möglicherweise unsere Lebensgrundlagen gefährdet, siehe
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Nahr.html#GentechPflanzen-Ernaehrung

  75. Jetzt also auch Rav Ehrenberg vors deutsche Gericht fuers Jude sein. Na dann. Wir heissen alle aus Deutschland jetzt kriminalisierten und vertriebenden Juden herzlich in Israel willkommen.

    Charges filed against prominent Berlin rabbi for vowing to continue circumcisionsAfter appearance on popular TV show, Yitshak Ehrenberg becomes the second German rabbi to be charged for defying controversial Cologne ruling

    http://www.timesofisrael.com/charges-filed-against-prominent-berlin-rabbi-for-vowing-to-continue-circumcising/?utm_source=The+Times+of+Israel+Daily+Edition&utm_campaign=37525e7c7a-2012_08_30_edition7_25_2012&utm_medium=email

  76. A.mOr says:

    Das kann doch alles nicht wahr sein!

  77. Rainer Lang says:

    Leute, hört auf die Ablehnung der Beschneidung ohne freie Willensentscheidung bei Volljährigkeit als antisemitisch hinzustellen. Das ist es nicht. Prominente jüdische Leute haben sich nämlich ebenfalls gegen die Beschneidung ohne freie Willensentscheidung bei Volljährigkeit ausgesprochen und statt dessen angemahnt, Traditionen kritisch zu hinterfragen, was gute talmudische Tradition ist.

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