Danke an Renate fuer die Uebersetzung dieses Ynet Artikels von Shoula Romano Horing.
 
Trotz des bislang zu Tage getretenen fraglichen Verhaltens des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama gegenüber Israel unterstützen viele liberale amerikanische Juden die bevorstehende Wiederwahl des Präsidenten. Sie behaupten, dass seine Wertvorstellungen mit denen der jüdischen Gemeinschaft besser übereinstimmen. Insbesondere loben sie Obama, weil sie von der Annahme ausgehen, dass er versucht, die Anhäufung des Reichtums bei einigen Wenigen zu verhindern, und die Reichen zugunsten der Armen und der Arbeiterklasse zu bekämpfen. Aber, dass er den “Klassenkampf” als Wahlkampfstrategie nutzt, ist erstens scheinheilig, unzutreffend und entzweiend, und zweitens für Juden ungut und gefährlich. 
Ich denke nicht, dass Präsident Obama ein Antisemit ist. Aber eine Strategie, die eine Verbindung herstellt zwischen einem sehr geringen Prozentteil der Bevölkerung und ausbeuterischen Bank- und Finanzpraktiken und der Gier und Maßlosigkeit der Wall Street, hat eine gewisse Neigung, antijüdische Töne anklingen zu lassen – und das in einer Zeit schwerer wirtschaftlicher Krisen. Wie sich in der jüdischen Geschichte gezeigt hat, lässt sich die Verbitterung der Öffentlichkeit leicht entzünden, aber weit weniger leicht kontrollieren. Die amerikanischen Juden sollten so einen Präsidenten nicht nur nicht unterstützen, sondern sich auch gegen derartige Demagogie und Schuldzuweisungen aussprechen.
Die amerikanischen Juden stellen um die 2% der Bevölkerung. In bildungsmäßiger wie wirtschaftlicher Hinsicht sind sie weit erfolgreicher als andere ethnische, rassische und religiöse Gruppierungen in den Vereinigten Staaten. Um die 46% der Juden verdienen mehr als 100.000 Dollar im Jahr. Und an die 34% auf der Liste der 400 reichsten amerikanischen Bürger sind jüdisch. Dies schließt 20 der reichsten 50 Bürger mit ein. Eine Strategie des Neides ist nicht gut für Juden. Schuldzuweisungen gegen jede Gruppe aufgrund deren harter Arbeit und deres Erfolges sind falsch. Sie sind weder in Übereinstimmung mit dem amerikanischen Traum noch mit den jüdischen Werten.
Obama kann seinen Wahlkampf nun einmal nicht aufgrund seiner Leistungen hinsichtlich der hohen Arbeitslosenrate, des stagnierenden wirtschaftlichen Wachstums und des sich verschlimmernden Schuldenberges führen. Daher hat er in seinen jüngsten Reden beschlossen, die Reichen und deren republikanische Beschützer dafür anzuklagen, dass sie angeblich Amerikas Wirtschaft ruinieren. Sich selbst stellt er dabei als den Beschützer und Retter der Arbeiterklasse und der Mittelklasse dar. In seinem Haushaltsplan von 2013 schlägt er vermehrte Steuern für Milliardäre und Millionäre vor, wobei Familien, die mehr als 250.000 Dollar verdienen, mit eingeschlossen sind. Gleichzeitig plant er Milliarden für weitere so genannte Stimulus-Zahlungen auszugeben. Darüber hinaus stellt er sich selbst als einen durchschnittlichen Amerikaner dar, der sagt: “wir beneiden die Reichen nicht, aber wir erwarten, dass jedermann seinen fairen Teil beiträgt, und dass jedermann seinen fairen Anteil erhält.”

Obama der Scheinheilige
Erstens ist diese Strategie scheinheilig, denn Obama, sein Kabinett und seine Berater gehören ebenfalls zu diesen “schurkischen” Millionären. Das Reinvermögen des Präsidenten belief sich 2010 auf 7,3 Millionen Dollar, während das Hillary Clintons 31 Millionen betrug, und das seiner beiden vergangenen Stabschefs jeweils 28,7 und 11,4 Millionen Dollar. Während Obama öffentlich Wall Street Finanzhäuser anprangert, haben hunderte der großen Spendensammler seines Wiederwahlteams Verbindungen zu Investmentbanken und anderen Finanzinstitutionen wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und JP Morgan, denen Millionen an Hilfsgeldern (bailout) gegeben wurden.
Zweitens ist solch eine Strategie falsch und in logischer Hinsicht unehrlich. Die obersten 1% der Verdienenden zahlen über 40% der Bundeseinkommenssteuern. Ihr Beitrag hat sich seit 1980 beinahe verdoppelt, während die 47% der Amerikaner am unteren Ende der Einkommensskala überhaupt keine Bundeseinkommenssteuern zahlen. Die Steuern der Reichen anzuheben, wird den Armen und der Mittelklasse nicht helfen. Den Reichtum der Reichen an die Armen zu verteilen, deren Zahl unter Obama auf den höchsten Stand seit 1993 angestiegen ist, wird keine neuen Arbeitsplätze schaffen.
Die Reichen werden weiterhin reich sein und ihren Reichtum bewahren, indem sie Angestellte entlassen, Geschäfte schließen, und vermeiden, in Geschäfte zu investieren, die Jobs hätten schaffen können. Zudem werden Steuererhöhungen wenig Auswirkungen auf die Schulden haben. Was helfen würde, wäre die Ausgaben und unwirksamen Stimulusprogramme zu kürzen, sowie die Verschwendung bei vielen der Anspruchs- und Regierungsprogramme zu beenden. Das würde die USA vor dem Schicksal der bankrotten sozialistischen europäischen Wirtschaften bewahren.
Drittens ist wohltätiges Geben ein hoher jüdischer Wert. Obamas Plan höhere Steuern einzuführen und die Menge, die wohlhabende Steuerzahler für ihre Wohltätigkeitsspenden abziehen können, zu verringern, würde das Spendenaufkommen verringern und viele jüdische und andere philanthropische Einrichtungen schwer schädigen. Und dies zu einer Zeit, in der die Bitten von Individuen und Familien stark angestiegen sind.
Amerikas Juden sollten aufwachen und begreifen, dass die Unterstützung Präsident Obamas nicht nur schlecht für Israel ist, sondern auch ihren eigenen Selbstinteressen zuwiderläuft.


11 Comments to “Obamas Klassenkampf – Der Versuch des Praesidenten gegen die Reichen zu hetzen und ‘die Armen zu beschuetzen’ ist fuer Amerikas Juden gefaehrlich”

  1. Rainer Lang says:

    Obama ist kein ein Antisemit, jedoch inkompetent und ein gefährlicher Hypnotiseur. Man vergleich den Scharlatan nur einmal mit Franklin D. Roosevelt, Stichwort: New Deal, um zu verstehen, was ich meine.

    Andererseits überzeugt mich bisher auch keine Kandidat der “Conservatives”. Das ist kein Argument für Obama. Wäre ich wahlberechtigt, ich wüsste momentan nicht, was ich in den US wählen soll.

  2. Ich bekomme immer wieder den Eindruck, dass Obama glaubt, dass sei alles ein spannendes Spiel und dass er uns mal allen zeigen will, wie cool, laessig und lieb er das alles macht…

  3. 210Po says:

    Interessantes Zahlenmaterial, allerdings wären Quellenhinweise (sorry, bin zu faul, mich mühsam durchzugoogeln) der guten Ordnung halber hilfreich. Kann mir nicht so recht vorstellen, wie die “jüdischen” Einkommen explizit zustande kommen: in den US-Einkommensteuererklärungen dürfte wohl kaum eine Abfrage zum Glaubensbekenntnis auftauchen. Oder ergäbe sich solches durch interpolierte Rückschlüsse anhand abzugsfähiger Spenden-Kategorien?

    Ebenso fehlen Umkehrschlüsse dergestalt, dass es keine Aussagen zu verarmten Juden gibt.

    Wie auch immer, der alleinige Umstand, dass unter den Begüterten überproportional Juden benannt werden, dürfte die Neid-Debatte anheizen – wie immer schon: worauf wir uns ein Ei backen sollten.

  4. Der Stand mit den USA soll momentan in etwa so sein: Israel sagt, dass Iran bald die fuer Israel rote Linie ueberschreitet, wo sein Atomwaffenprogramm nicht mehr durch Israel zu vernichten ist, und will dann angreifen.
    Die USA draengt Israel dazu, eine andere rote Linie anzunehmen und die jetztige den Iran passieren zu lassen. Dafuer verspricht die USA bei einer anderen spaeteren roten Linie – wo nur noch die USA, und NICHT mehr Israel, effektiv angreiffen koennte – selbst den Schlag zu unternehmen. De facto soll Israel sein Schicksal in den Schoss eines amerikanischen ‘Versprechens’ legen. Mehr als problemtaisch…

  5. Julia says:

    @Ulrich J. Becker February 23, 2012 at 23:12:
    Das wäre “nicht problematisch”, sondern fatal! Israel würde damit sein Todesurteil “unterschreiben”.

  6. Und jetzt haben wir es noch offizieller: Obama soll Bibi angeblich sagen “Vertraue mir” und lege Israels Sicherheit in meine Hand.

    http://www.ynet.co.il/articles/0,7340,L-4194164,00.html

    Ja, weil Obama sich als so vertrauenswuerdige Person erwiesen hat…

  7. Rainer Lang says:

    “US-Präsident Barack Obama hat am Sonntag die Jahreskonferenz der pro-israelischen Lobbyorganisation AIPAC (American-Israel Public Affairs Committee) in Washington besucht. In seiner Ansprache sagte er, seine Regierung stehe »absolut unverbrüchlich zu Israel«. Zwar setze er im Atomstreit mit dem Iran weiter auf Diplomatie und Sanktionen, doch liege »auch die militärische Option« auf dem Tisch. »Der Iran sollte keine Zweifel an der Entschlossenheit der USA haben« und auch nicht am »souveränen Recht« Israels, über den Schutz seiner Sicherheitsinteressen selbst zu entscheiden, warnte Obama.

    Er betonte gleichzeitig, die USA und Israel seien »beide zu dem Schluss gekommen, dass der Iran noch keine Atomwaffen besitzt«. Als Präsident und Oberbefehlshaber ziehe er Frieden dem Krieg vor, so Obama weiter.”http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12466

    Da wissen wir mehr: http://aro1.com/tyrannen-handeln-nicht-rational/#comment-31898

  8. ARD_Blogger says:

    Nachdem es eine zeitlang nicht besonders gut für eine Wiederwahl Präsident Obamas aussah, wendet sich das Blatt langsam.

    Zu dümmlich, zu reaktionär, zu unfähig kommen die republikanischen Aspiranten rüber.

    Die beiden im Grunde noch verbleibenden Kandidaten (Gingrich hat keine Chance mehr) muss Obama nicht fürchten.

    Mitt Romney, ein Mormone und asozialer ehemaliger Hedgefondsmanager kann nicht mal mehr auf sämtliche Stimmen seiner eigenen Partei zählen, da er den Tea-Party-Zombies zu gemäßigt ist.

    Und Rick Santorum, ein fundamentalistischer Christ, gegen den Tomas de Torquemada ein Liberaler war, ist nur noch eine weiße Kapuze vom Ku-Klux-Klan entfernt.

    Ich denke, dass die Weltöffentlichkeit mehrheitlich Präsident Obama die Daumen drückt.

    In einer zweiten Amtszeit kann er dann endlich die Ziele umsetzen, die er in einem ersten Term nicht angehen wollte/konnte.

    Insbesondere Israel muss dann mit einer klareren Ansage rechnen, was dem Friedensprozess im Nahen Osten nur förderlich sein kann. Auf die Unterstützung der EU kann er dabei zählen.

  9. jerry1800 says:

    Celebrated Democratic political consultant James Carville said Friday that a poor economy, persistent unemployment, an ineffective communications team and the president’s own inability to connect with voters make Barack Obama beatable in the fall elections.

    “We have a pretty weak incumbent,” said Carville, who helped a scrappy Bill Clinton to an unlikely 1992 election. Citing Obama’s low approval ratings and high unemployment, the advisor noted that the statistics are not on Obama’s side. “I’ve seen worse, but that’s on the low side,” he said of Obama’s ratings among voters, adding, “He’s not a shoo-in for reelection.”

    But Carville adds that it won’t be the GOP that beats Obama. The reason: The GOP candidates are even worse. “I think the Republicans can’t beat him, but events can,” he said, suggesting that the fallout of the Supreme Court’s upcoming decision on Obama’s health reform act will be huge. “Romney can’t beat Obama heads-up.”

    Addressing the American Apparel and Footwear Association convention at the Four Seasons Hotel in Georgetown, Carville dissed the GOP as inept and further right than the Republican Party itself. And he called Mitt Romney a weaker GOP challenger than former Sen. Bob Dole, beaten by Clinton in 1996.

    “Romney is the weakest challenging front-runner ever,” said Carville, who backed Hillary Clinton against Obama in the 2008 election. “And if you think he’s weak, look at what’s chasing him,” he added of Rick Santorum and Newt Gingrich. Romney, he added, “is just not a good candidate.”

    But he’s not so high on Obama either. For example, he finds Obama unable to connect with regular Americans. “he’s got to figure out a way to get into the heads of most Americans,” said Carville. What’s more, he’s not a fan of the communications strategy that has the president trying to take credit for the economic recovery before most Americans feel any change.

    “Don’r respond” when asked about the recovery, advised Carville. “You can’t start saying I’m taking credit,” he added, when most people won’t starting sensing a change in the economy for a long time.

    He ended his address with a shout out to his hosts. “Everybody has to wear clothes,” he said to laughter.

  10. ARD_Blogger,

    ich wuensche dem amerikanischen Volk nicht noch einmal vier Jahre Obama. Das haben Sie nun wirklich nicht verdient.

  11. jerry1800 says:

    Insbesondere Israel muss dann mit einer klareren Ansage rechnen, was dem Friedensprozess im Nahen Osten nur förderlich sein kann. Auf die Unterstützung der EU kann er dabei zählen.

    najaaaaaaaaaaaaaaaaaa……………..

    The leadership of the European Union will tomorrow discuss how to ramp up the pressure on Syria’s regime, against a background of escalating violence.
    The leaders are expected to consider how best to support the opposition and how to get humanitarian aid into the country. They will also explore ways to break the deadlock in the United Nations Security Council, where Russia and China have used their veto to shield Syria from international condemnation.

    Diplomats say that France and the United Kingdom are seeking ways to drive a wedge between China and Russia on the issue. Russia is Syria’s main supporter, while China appears less steadfast in its backing of the regime of Bashar Assad, Syria’s president. The EU is eager to get the International Criminal Court involved in investigating possible crimes against humanity committed by the regime, according to diplomats. This would, however, require a referral from the UN Security Council.

    Several Western governments believe that China and Russia might be convinced to back a draft Security Council resolution calling for humanitarian deliveries into Syria, provided there are iron-clad guarantees that this will not lead to military intervention. But it is difficult to see how such guarantees could be provided at a time when the west is stepping up support for Syria’s opposition.

    Support for opposition
    A member-state diplomat said that the message to emerge from tomorrow’s discussion will be “quite clear”. “We will continue to increase pressure as long as Assad continues his military campaign. We support the opposition groups politically and recognise a special role for the Syrian National Council. The SNC should be more inclusive, but at the moment it is a representative of the opposition, even though the opposition is divided.”

    The diplomat said that arming the opposition was not an option. “If we were the United States, we would have a debate about whether to give arms to the opposition. But in the EU we don’t do that. There’s an arms embargo in place against Syria, so we can’t send arms, even to the opposition.”

    National foreign ministers on Monday (27 February) expanded sanctions against Syria. They banned the trade in precious metals, froze the assets of the central bank, and prohibited cargo flights between Syria and the EU. A proposed ban on phosphate imports from Syria was blocked by Greece.

    An added complication for tomorrow’s debate is that three European journalists are still reported trapped in Homs, which has been under relentless shelling for four weeks. Two journalists were killed in Homs last week.

    The UN says that more than 7,500 Syrians have been killed in 11 months of unrest. Navi Pillay, the UN high commissioner for human rights, said on Tuesday that the Syrian government was responsible for crimes against humanity.

Leave a Reply