Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. Mai 2010

(Originalquelle hier bei HonestlyConcerned.info)


“Im Sommer gibt es wieder Krieg.” Das wurde in den letzten Wochen vor Allem in Syrien wiederholt. Die arabische Presse, darunter das ägyptische Regierungsblatt Al Ahrom spekuliert ganz offen darüber. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton erklärte, dass der Beschluss des syrischen Präsidenten, die Hisbollah-Miliz im Libanon mit Raketen auszustatten, zu Krieg führen könnte. Präsident Assad wurde am Montag in einem Fernsehinterview gefragt, ob Syrien sich an einem Krieg beteiligen würde, falls Israel im Sommer den Libanon angreift. Er erwiderte, keine Militärgeheimnisse verraten zu wollen, damit Israel sich nicht darauf vorbereiten könne. Vom russischen Präsidenten Dimitri Medwew habe Assad eine Botschaft des israelischen Präsidenten Schimon Peres erhalten, wonach Israel bereit sei, sich von den Golanhöhen zurückzuziehen, falls Syrien seine Beziehungen zu Iran und der Hisbollah kappe. Aus Jerusalem kam ein promptes Dementi. Peres habe keine Botschaft “über Medwew oder andere Vermittler” an Syrien übermitteln lassen, sagte ein Präsidentensprecher. Und erneut wurde der Sommer als Zeitpunkt eines neuen Krieges erwähnt.

Der Grund für Spannungen lässt sich nicht ermitteln ist. Es wirkt, als werde ein Krieg regelrecht herbeigeredet. Hisbollah-Chef Hasan Nasrallah protzte damit, über 40.000 Raketen zu besitzen, mit denen die Hisbollah jeden Punkt in Israel treffen könne. Die Israelis warnten schon vor einem strategischen Ungleichgewicht in Nahost, wegen der vermeintlichen Lieferung ballistischer Scudraketen an die Hisbollah mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern und relativ guter Treffsicherheit. Die Amerikaner bestätigten die von Israel behaupteten Raketenlieferungen, Aber Syrien und Libanon forderten “eindeutige Beweise”. Unhandliche Scudraketen müssen mit großen Lastwagen transportiert werden und könnten von der Luft aus fotografiert werden. Bekanntlich beklagt sich Libanon über regelmäßige israelische Aufklärungsflüge, die Israel wiederum mit mutmaßlichem Waffenschmuggel rechtfertigt. Beide Seiten werfen sich Verletzungen des Waffenstillstandsabkommens nach dem Libanonkrieg vom Sommer 2006 vor, der UNO-Resolution 1701.

Obgleich die Israelis abwiegeln und “keinerlei Absichten” hegen, im Sommer einen neuen Krieg starten zu wollen, bereitet sich der jüdische Staat auf die schlimmsten Szenarien vor. In der kommenden Woche wird es von Sonntag bis Donnerstag eine landesweite Übung der sogenannten Heimfront unter dem Codewort “Wendepunkt 4″ geben. Es werde die “umfangreichste zivile Übung in der Geschichte Israels” werden. Am Mittwoch um 11 Uhr sollen im ganzen Land die Luftschutzsirenen heulen. “Jeder Bürger ist aufgefordert, sich in die vorbestimmten Schutzräume zu begeben”, heißt es in einer Medienkampagne der Militärs. Die Übung simuliert einen Angriff hunderter Raketen auf ganz Israel. Das erklärte ein General, ohne zu sagen, woher die Raketen kommen könnten. 68 Regionalverwaltungen, in denen über 70 Prozent der israelischen Bevölkerung leben, sollen beteiligt werden. Geprobt soll auch eine “Cyber-Attacke” auf die elektronische Infrastruktur Israels. Während der Übung wird Polizei, Militär und Hilfsdiensten verkündet, dass alle Telefonnetze, das Internet und die Funkverbindungen “zusammengebrochen” seien. So soll geprobt werden, wie die ohne moderne Kommunikationsmittel zurecht kommen. Nach Angaben des Haaretz habe es während des Gazakriegs vor anderthalb Jahren Versuche “feindlicher Elemente” gegeben, Internetauftritte israelischer Regierungsstellen lahm zu legen, über die wichtige Informationen an die Bevölkerung verbreitet werden. Weiter berichtet die Zeitung, dass es Russland vor seinem Angriff auf Georgien vor zwei Jahren gelungen, praktisch die gesamte georgische Internet-Infrastruktur zu lähmen.

Wohl nicht zufällig zeigte das israelische Fernsehen eine lange Reportage über übende israelische Soldaten: “Sie trainieren nicht mehr den Straßenkampf, wie zu Zeiten der Intifada, sondern die Eroberung eines libanesischen Dorfes, von dem aus Israel mit Raketen beschossen wurde”, erklärte der Reporter, während Soldaten ein Haus stürmten. Auf dessen Treppenaufgang spielten als Zivilisten verkleidete Soldaten die Statisten. Israelische Politiker, darunter der stellvertretende Verteidigungsminister Matan Vilnai, verbreiteten derweil “beruhigende Botschaften” vor allem die Adresse Syriens. Die Übung “Wendepunkt 4″ sei “rein defensiv zum Schutz der Zivilbevölkerung.”

Manche Kriege in Nahost waren vorherzusehen und wurden herbeigeredet. Dazu gehört der angekündigte Beschluss der arabischen Staaten, die Gründung Israels 1948 zu verhindern. Jener Unabhängigkeitskrieg Israels “war der einzige Krieg, der jemals gegen eine UNO-Resolution geführt wurde”, sagte der Politologe Schlomo Avineri diesem Korrespondenten. Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser hat zweifellos auch den Sechs-Tage-Krieg von 1967 herbeigeredet. Doch beide Libanonkriege, 1982 und 2006, brachen eher “spontan” aus. 1982 reagierte Israel mit Krieg auf ein Attentat auf seinen Botschafter in London, Schlomo Argov. 2006 beschloss Israel, auf die Entführung von zwei Soldaten bei einem grenzüberschreitenden Überfall auf eine Patrouille mit Krieg gegen die Hisbollah im Libanon zu antworten.




49 Comments to “Kriegsstimmung in Nahost”

  1. Roman says:

    Ich frage mich warum Bibi diese Umstände nicht medienwirksam in Szene setzt. Adolfdinedjad versteht sich doch auch gut darauf.

  2. jerry1800 says:

    niemand will einen erneuten Krieg, und niemand würde etwas gewinnen.

  3. Crackerjack says:

    Krieg? Wozu? Aus langeweile?

    Aber die nummer mit “…gefährdung des strategischen gleichgewichts …2 ist schon lustig. welches gleichgewicht? atommacht israel kann doch in der region militärisch nach belieben walten und schalten.

  4. Roman says:

    atommacht israel kann doch in der region militärisch nach belieben walten und schalten.

    Zwischen kann und will ist ein Unterschied. Klar könnte Israel mit seinen Atomwaffen “Frieden” schaffen, aber diese Art von Frieden wollen nur Araber. Israel will einen echten Frieden, eine echte Freundschaft, eine echte Aussöhnung.

  5. crackerjack says:

    @roman
    ….blödsinn.
    atomwaffen zündet man nicht vor der eigenen haustür. Von daher sind israels nukes nur als fanale harakiri der gesamte region brauchbar.

    ..Echte freundschaft, aussöhnung, frieden. da lachen ja selbst die hühner. Die jetzige israel administration will judäa und samaria und das möglichst ohne palis, wie der siedlungsausbau beweißt.

  6. Popeye says:

    “..Echte freundschaft, aussöhnung, frieden. da lachen ja selbst die hühner. Die jetzige israel administration will judäa und samaria und das möglichst ohne palis, wie der siedlungsausbau beweißt.”

    Wieder so ein Satz, bei dem meine Reaktion aus dem anderen Thread passt…

  7. Roman says:

    atomwaffen zündet man nicht vor der eigenen haustür. Von daher sind israels nukes nur als fanale harakiri der gesamte region brauchbar.

    Ich würde sagen, du hast von Waffen keine Ahnung.

  8. Roman says:

    ..Echte freundschaft, aussöhnung, frieden. da lachen ja selbst die hühner. Die jetzige israel administration will judäa und samaria und das möglichst ohne palis, wie der siedlungsausbau beweißt.

    Gerade der Siedlungsbau zeigt, dass man gemeinsam leben will. “Wer ein Haus baut, der bleibt”.

    Auch die Teilhabe der arabischen Minderheit am israelischen Gesellschaftsleben beweist das Tag für Tag. Araber dürfen an Wahlen teilnehmen, sitzen selber im Parlament und im obersten Gericht, schicken ihre Kinder in israelische Schulen, bekommen Sozialleistungen und wählen sogar israelische Parteien! Ein “befreites Palästina” wollen die meisten, mit Blick auf den Gazastreifen, in Judäa und Samaria gar nicht.

    Vielleicht solltest du aufhören friedliebende Palästinenser für deine antisemitischen Spinnereien einzuspannen.

  9. willow says:

    @Roman:

    Du verstehst das nicht – wenn Juden friedlich mit den Arabern zusammenleben wollen, dann ist das Apartheid! ;-)

  10. Ben Becker says:

    @ Roman

    “Ich würde sagen, du hast von Waffen keine Ahnung”

    Ich würde sagen, das Crackerjack in seiner Beurteilung der Wirkung von Atomwaffen ganz richtig liegt. Die Strahlung kann in Windrichtung selbst in 100-200 km Entfernung vom Abwurfort noch tödlich sein. In so einem vergleichsweise kleinen Konfilktgebiet wie Nahost, stellen sie daher tatsächlich Selbstmordwaffen bzw. besser gesagt reine Abschreckungswaffen dar.
    Wenn es um ein “militärisches Gleichgewicht” geht, würde ich sie jedenfalls nicht mit in die direkte Wertung nehmen.

  11. Sinan says:

    “niemand will einen erneuten Krieg, und niemand würde etwas gewinnen.”

    Ich gratuliere dich zu deinem ersten sinnvollen Beitrag..

  12. Jerzy says:

    Kleine Analyse der deummen Sprüche von Jack auf Crack um zu beweisen, dass dem Jungen nur um das Stänkern geht:

    1. “…atommacht israel kann doch in der region militärisch nach belieben walten und schalten.”

    Jack auf Crack suggeriert hier, dass Israel als Atommacht nicht besiegbar ist. Erst wenn er auf sein Atomarsenal verzichten würde, haben die 300 Mio. Araber endlich die Chance den zionistischen Geschwür zu eliminieren. Aber so wie es ist, kann Israel das machen was es will und auf sich das Verbrechen an palästinensischen Volk unbestraft erlauben. Das ist Logik von Israelfreunden. Erst wenn die Juden tot sind, sind die Juden gut. Daher sollen sie auf Atomwaffen verzichten und auf die Güte und Gnade der arabischen Nachbarn hoffen.
    Kurz danach schreibt der Junge folgendes:

    2. “atomwaffen zündet man nicht vor der eigenen haustür. Von daher sind israels nukes nur als fanale harakiri der gesamte region brauchbar.”

    Also was denn, ist das wirklich eine Machtoption oder ein Werkzeug für Harakiri. Kann Israel walten und schalten nach belieben, oder kann es nur Harakiri begehen? Die Kommentare von Jack auf Crack sind so voll der Wiedersprüche, dass man sie am liebsten ganz ignorieren sollte. Dem jack auf crack geht nur um Kritik am Israel. Und um Dämonisieren von Israel:

    “frieden. da lachen ja selbst die hühner. Die jetzige israel administration will judäa und samaria und das möglichst ohne palis, wie der siedlungsausbau beweißt.”

    Eine Unterstellung ohne geringste Beweise, aber für echte Stalinisten wie Jack auf Crack spielt das keine Rolle. Wie pflegte Jossif Wissarionowitsch zu sagen? Wenn die Theorie mit der Realität nicht übereinstimmt, desto schlimmer für die Realität.
    Weil jack auf crack ein virullenter Stänker ist, dürfte man seinen echten Namen erfahren? Oder hat er keinen? Wahrscheinlich ja. Der ist ein Nemo.

  13. IDF says:

    schaut euch mal, was der Pallywood-Reporter Richard Schneider für einen Dreck macht:

    http://meta.tagesschau.de/id/36277/besuch-im-groessten-fluechtlingslager-des-westjordanlands?destination=node%2F36277&

    Eine Kritik wird dort übrigens nicht zugelassen. Alle kritische Beiträge werden von Pallywood-Schneider gleich gelöscht.

  14. jerry1800 says:

    Weil jack auf crack ein virullenter Stänker ist, dürfte man seinen echten Namen erfahren? Oder hat er keinen? Wahrscheinlich ja. Der ist ein Nemo.
    .
    .
    .
    ein leicht dümmlicher Tüegge, wie es aussieht

  15. Und wer sagt das Israel überhaupt Atomwaffen hat?
    So ein kleines Land, ohne die nötigen Rohstoffe…und auch ökonomisch ist so etwas echt anspruchsvoll.

  16. “Ich würde sagen, das Crackerjack in seiner Beurteilung der Wirkung von Atomwaffen ganz richtig liegt. Die Strahlung kann in Windrichtung selbst in 100-200 km Entfernung vom Abwurfort noch tödlich sein”

    Strahlung in Windrichtung? Und gegen die Windrichtung nicht oder wie? Also da tät ich ja ein paar große Gebläse aufstellen…
    Aber vielleicht ist ja die Wirkung des Fallouts gemeint?
    Nun kann man mal überlegen wie Fallout entsteht, in welcher Menge, was die Abhängigkeiten von Bombentyp, Sprengkraft, Detonationshöhe, Spaltmaterial etc. ist und dann nochmal nachdenken.
    Sagen wir einfach: bei weniger als 1 Kilotonne wechselt der Mot-Schütze, z.B. weniger als 5km dran, nur die Kragenbinde und 2 Tage später kann man am Detonationsort schon mit nem Atemschutz und Fußschoner rumlaufen, ohne sich kurz oder mittelfristige Risiken auszusetzen.
    (Hiroshima war irgendwas um die 14-20 kT und sehr sehr unsauber).
    Also ich würde mir nicht so ins Hemd machen wenn Damaskus plötzlich irgendwie einem göttlichen Vorfall zum Opfer fällt.
    Vielleicht 2-3 Wochen Jodtabletten nehmen…
    Man muss ja keine 5 Megatonnen oder mehr benutzen.
    Unschöner wäre da eigentlich eine schmutzige Bombe die das Material weit verteilt und nicht aufspaltet.

  17. Roman says:

    @Ben Becker:

    Ich würde sagen, das Crackerjack in seiner Beurteilung der Wirkung von Atomwaffen ganz richtig liegt. Die Strahlung kann in Windrichtung selbst in 100-200 km Entfernung vom Abwurfort noch tödlich sein. In so einem vergleichsweise kleinen Konfilktgebiet wie Nahost, stellen sie daher tatsächlich Selbstmordwaffen bzw. besser gesagt reine Abschreckungswaffen dar.
    Wenn es um ein “militärisches Gleichgewicht” geht, würde ich sie jedenfalls nicht mit in die direkte Wertung nehmen.

    1. Strahlung gewöhnlicher Atombomben ist lediglich in den ersten Tagen gefährlich
    2. Mini-Nukes sind weitaus schonender (1Kt)
    3. Iran läge außerhalb der von dir angegebenen Entfernung
    4. Es gibt sehr schöne Spielereien, die man auf dem kleinen Gebiet anstellen könnte

    Es ist aber nicht Israels Wille seine Nachbarn zu vernichten, was soll also die Diskussion? Israel setzt auf Abschreckung, aber wenn mal eine Neutronenbombe auf Mekka fällt, wäre es sicherlich nicht schön…

  18. Roman says:

    Bis jetzt, habe ich mich bewusst davor gedrückt, etwas über Israel zu schreiben. Ist das Thema doch klammgefährlich, denn als Nichtjude wird man dabei nur allzuschnell in die Antisemiten-ecke geschoben oder schlimmer als Judenhasser verschrien.
    Ausserdem bin ich als ganz normaler, über Nahostnachdenkender Bürger, in der verzweifelten Lage, mein Gehirn zweiteilen zu müssen, wenn es um Israel geht. Da ist nähmlich das von Oben verortnete: Israel ist gut!- Israel ist Gerecht!- Israel macht alles richtig!- Die Bösen sind immer die andern!- Kritik an Israel ist Antisemitismus!
    Und
    der anderen Hälfte die sagt: Halt, da stimmt etwas nicht, dass Ganze ist unlogisch und zu wiedersprüchlich.
    Wiedersprüchlichkeit in der Logik, akzeptiert ein gesundes menschliches Gehirn jedoch nicht, und sollte es doch, so hat es(das Gehirn), einen krankhaften Zustand erreicht.

    Solch krankhaften Zustände, haben so manche “Rechts-draussen” Israelis oder sonstige “Rechts-draussen Israelfreunde” schon lange erreicht, wenn sie innerisraelische und innerjüdische Kritik als jüdischen Antisemitismus bezeichnen.
    wenn:

    “Wir werden Syrien in die Steinzeit zurückbomben, indem wir seine Kraftwerke, seine Häfen, seine Treibstofflager und seine gesamte strategischen Infrastruktur zerstören, falls die Hisbollah es wagen sollte, uns mit ballistische Raketen anzugreifen,” drohte ein israelischer Minister letzte Woche vor einem kleinen Kreis von Vertrauten. Hisbollah = Libanon. Was hat Syrien damit zu tun…?

    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP10810_230410.pdf

    Hier soll ja auch noch ein zweiter für die Taten des ersten büssen. Diese Art von Sachen, nennt man normalerweise Erpressung.
    und ziemlich kurzbeinig die vorangegangene Anschuldigung über die Lieferung von Scutraketen.

    Der britische Militärexperte Charles Heyman hält es derweil für unwahrscheinlich, dass die Hisbollah überhaupt an Scud-Raketen interessiert sein könnte. Als Guerillaorganisation müsse sich »die Hisbollah leicht bewegen wie Schmetterlinge und zustechen können wie Bienen. Sie braucht nichts, das herumtrampelt wie ein Ochse.« ziemlich logisch sollte man meinen!

    http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Syrien/scud.html

    wenn:
    der “Rechts-draussen Peres” ganz ungehemmt und ohne Schamgefühl dem Deutschen Bundestag unter anderem erzählt,
    “Seit Anbeginn seiner Existenz ist das jüdische Volk den Geboten: „Morde nicht!“, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ und „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ verpflichtet. – Unter allen Umständen und überall.”
    Der realen Wirklichkeit, im heutigen Israel, entspricht diese Aussage nun wirklich nicht.
    Aber vielleicht hat ja Peres ein anderes jüdisches Volk gemeint als dieses das heute in Israel haust.

    wenn:
    “Rechts-draussen” Peres in der gleichen Rede fantasiert:
    Unsere Siege haben jedoch den Gefahren kein Ende gesetzt. Es gelüstet uns nicht nach Gebieten, die uns nicht gehören Dieser (lustige) Mensch scheint tatsächlich davon auszugehen, dass wir hier im Westen, ein einig Volk von “Total Verblödeter” sind.

    Palestinas Landverlust 1946-2000

    http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/gastredner/peres/rede.html

    wenn:
    Dazu sei auch noch der israelische ehemaliger Syrien-Unterhändler Uri Saguy zitiert:

    Israel fehlte der Mut zum Friedensschluss. Die Einigung mit Syrien war oft nahe, es fehlte allein der politische Mut. Jahrzehntelang stellte Israel die Syrer als Friedensverweigerer dar. Doch nun hat der ehemaliger israelischer Geheimdienstboss und Chefunterhändler Uri Saguy ausgepackt. Jitzchak Rabin, Benjamin Netanjahu, Ehud Barak, Ariel Scharon und Ehud Olmert: Die letzten fünf israelischen Regierungschefs sind verantwortlich dafür, dass bisher kein Frieden mit Syrien geschlossen wurde.

    http://www.zeit.de/politik/2010-04/angst-vorm-frieden

    wenn:
    Die Israelis heute auf der suche nach einem jüdischen Gen sind, um die Blutsverwandschaft aller Juden zu beweisen.Es ist ganz einfach paradox. Für uns sind doch alle, die während der Nazizeit gesagt haben, alle Juden haben die gleiche Herkunft und sind blutsverwandt, Rassisten und Antisemiten. Wer heute das Gegenteil behauptet, wird auch als Rassist und Antisemit bezeichnet.
    Es ist unfassbar, dass Peres scheinheilige Reden im Deutschen Bundestag hält, Während seine “Rechts-draussen” Kolegen, versuchen, ein jüdisches Volk, über Rassenmerkmale zu definieren. Es ist ganz nebenbei gesagt sowieso nicht besoners logisch, denn sollte die Biebel die Wahrheit erzählen, und dass glauben ja die “Rechts-draussen” und berufen sich dauernd darauf, dann stammt die ganze Menschheit aus der gleichen Ecke und hat den gleichen UR-UR-Grosspapi (Nach der Sintflut, gab es ja nur noch diesen).
    Wie einfach ist doch das Leben wenn man jede Kritik ganz unverwunden als nicht zurechnungsfähig deklarieren kann.

    Jedoch kommen wir zur Sache, was wird da eigentlich in Israel tatsächlich gekocht:

    Religiöse Fanatiker auf beiden Seiten
    von Siegfried Ullmann (Ich habe dies Zeilen vollständig vom Autor übernommen. Schon seit längerer Zeit denke ich über die Konfliktursachen in Nahost ähnlich)

    Wer die ganze Analyse von Ullmann lesen möchte, http://www.palaestina-heute.de/Themen/Finkelstein_in_Berlin/22_2__Ullmann/Fanatiker/FanatikerJan.2010_1_.pdf

    Leider gibt es im Nahen Osten nicht nur radikale Islamisten, sondern auch nationalistischorthodoxe Juden. Dabei zeigt sich, daß deren Religionen durchaus Gemeinsamkeiten haben.
    Dem islamischen Todesurteil durch eine Fatwa (Rechtsgutachten) entspricht in gewisser Hinsicht der jüdische Fluch pulsa demura. Beide sollen den Tod der betroffenen Personen bewirken.
    So hatte eine Gruppe von Rabbinern den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Itzak Rabin mit diesem Fluch belegt. Rabin wurde daraufhin ermordet.
    Die radikal-islamische Hamas verfolgt das Ziel, in Palästina einen auf dem Koran basierenden „Gottesstaat“ durchzusetzen. Sie lehnt also die sekuläre Ausrichtung der PLO ab. Genau so gibt es in Israel die fundamentalistisch-orthodoxen Juden, die einen jüdischen Staat auf der Grundlage der Halacha (gesetzlich normativer Teil des Talmud) mit ihren über 600 Geboten und Verboten, also einen jüdisch-orthodoxen „Gottesstaat“ anstreben. Deren Vertreter findet man vor allem bei den Siedlern.
    Ein wesentlicher Auslöser der Konflikte mit den Palästinensern sind die nationalistischen und ultraorthodoxen Israelis, die sich auf ihre religiösen Schriften, also das Alte Testament berufen und alle, – die nach ihrer Überzeugung – dem jüdischen Volk von Gott gegebenen Gebiete, also auch das eroberte Westjordanland, für immer und ewig beanspruchen.
    Ihre Parteien haben großen politischen Einfluß und sind ein wesentlicher Faktor für die Siedlungspolitik der israelischen Regierung, also für die ständige Enteignung und Terrorisierung des palästinensischen Volkes. Damit sind sie ein unversöhnlicher Gegner jeglicher Friedensregelungen, die mit der Rückgabe der besetzten Gebiete verbunden sind.
    Es gibt also auch in Israel religiöse einflußreiche Fanatiker. Hierzu schrieb Avi Primor, der von 1993 bis 1999 Botschafter des israelischen Staates in Deutschland war, in seinem Buch “Terror als Vorwand” : “Diese Menschen offenbaren der Öffentlichkeit diesen echten Glauben aber nicht, und ganz sicher nicht dem Ausland. Sie werden ihren Kampf immer mit ihrem Sicherheitsbedürfnis begründen und den Terror als Vorwand benutzen.”
    Unterstützt werden die religiös motivierten israelischen Nationalisten von den amerikanischen Christfundamentalisten, wie von Primor beschrieben: “Sprecher der protestantischen Fundamentalisten in Amerika lehnen jegliche territoriale Zugeständnisse zugunsten der Palästinenser völlig ab: “Das ganze Land gehört nur den Juden. Sie dürfen darauf keineswegs verzichten, denn das würde den Verzicht auf eine göttliche Verheißung, also ein Sakrileg bedeuten.” ” Die Wählerstimmen dieser christlichen Fundamentalisten, die ein ansonsten bushfreundlicher amerikanischer Journalist als bigott und “unsere Taliban” bezeichnete, waren für George W. Bush schon bei den letzten Wahlen außerordentlich wichtig. Dies erklärt die Haltung der Bush-Regierung zur Palästinafrage und zur bedingungslosen Unterstützung Israels. Der christliche Funtamentalismus hat aber auch in Deutschland seine Anhänger, wie in der Zeitschrift „Im Lande der Bibel“ Nr. 2 / 2007 des Jerusalemvereins eingehend beschrieben wird. Demnach handelt es sich in erster Linie um evangelikal-fundamentalistische Christen. Nach deren Überzeugung ist die Rückkehr aller Juden – des Volkes Israel – in das Land Israel zu fördern. Dieses Land – in der Regel maximalistisch von Ägypten bis zum Euphrat, also bis nach Syrien hinein gedacht – gehört dann allein und uneingeschränkt den Juden.
    Kompromißlösungen Israels mit den Arabern – Christen wie Muslimen – sind nach Auffassung der christlichen Funtamentalisten strikt abzulehnen, gelten sogar als „Teufelswerk“.
    Eine Friedensregelung mit einer Zweistaatenlösung wird somit ebenfalls kategorisch abgelehnt. Schon der Rückzug aus dem Gazastreifen wurde als Verrat am göttlichen Welt- und Heilsplan heftig bekämpft.
    Ludwig Schneider ( Journalist und lebt als sogenannter messianischer Jude mit seiner Familie seit 1978 in Jerusalem), der die „ Nachrichten aus Israel „verbreitet, sieht sogar die Notwendigkeit eines weiteren Krieges zur Eroberung des Tempelplatzes und schreibt „Daher heißt dieser Krieg Heiliger Krieg“. Dieser Krieg soll auch zur Eroberung von zentralen Teilen des Libanon und Syriens einschließlich Damaskus führen.

    Ludwig Schneiderhttp://www.nahost-politik.de/deutschland/bjsd.htm

    Na dann: Ein hoch auf die Welt und willkommen im Frühmittelalter

  19. Ja ja, der klare Blick der Europäer…

    Ich machs kurz: Hizbollah = Syrien.
    Die Hizbollah hat ihre größten Basen in Syrien, der Iran und Syrien finanzieren sie maßgeblich, bilden sie aus, Syrien herrscht durch die Hizbollah mehr oder weniger direkt im Libanon – obwohl ja Syrien nach 29 Jahren als “Schutzmacht” 2005 den Libanon verlassen hatte…
    Assad zog sich damals wegen internationalen Druck und wachsenden Protesten zurück, Auslöser dafür war der Mordanschlag der Syrer auf den früheren, sie störenden, libanesischen Regierungschef Rafik Hariri…
    Die Hizbollah ist dazu da, um einen Proxykrieg auf relativ mäßigem Level zu führen, möglichst ohne ihre Waffenlieferer und Befehlshaber (Syrien, Iran) dabei zu gefährden.
    Diese Hintertür ist nun geschlossen und es wurde klar gemacht, das die die Katjuscha-Beschuss anordnen, und den Sold der Hizbollah zahlen, zukünftig auch die Konsequenzen dafür tragen müssen.
    Und deswegen wird Syrien, als eigentlicher Befehlshaber und Kontrolleur, wie auch Waffenlieferant, Ausbilder und Unterschlupfgewährer im Falle eines Hizbollah Angriffes zur Verantwortung gezogen.
    Natürlich erstmal mit gezielten Schlägen gegen die Logistik mit der Syrien die Hizbollah unterstützt. Syrien kann dann das hinnehmen und die Botschaft kapieren, oder aber es wird ein ganz konkreter All-out-War.
    Auf jeden Fall sollte Syrien klar sein, das seine Taten, Lieferungen und Befehle an die Hizbollah, anders als bisher Konsequenzen haben werden. WENN Syrien der Hizbollah den Befehl gibt Raketen auf Israel zu schiessen, DANN wird das für Syrien diesmal selbst echte Folgen haben und enorm weh tun.
    Assad sollte ich also 2x überlegen ob er das anordnet, bzw. seinen Befehlen aus dem Iran dies zu tun folgt.
    Man wird sehn.

  20. Im übrigen: JUDEN sind selbst “Palästinenser”.
    Die Provinz Judea wurde nämlich von den Römern als Palästina bezeichnet.

    Gerne kann man auch mal über die Landnahme und Enteignung von etwa 900.000 Juden reden, die mit nichts als ihren Kleidern am Leib nach der Gründung Israels aus den arabischen Ländern, in denen sie teils seit Jahrtausenden – selbst vor der Gründung dieser Länder, blühende Gemeinden hatten und lebten, gewaltsam vertrieben wurden.
    Nur haben wir ihnen keine Flüchtlingslager gebaut, sondern sie in die Gesellschaft integriert…
    Right of Return? Klar – aber auch für Juden!

  21. Uri Saguy…
    naja also so bisschen persönliche Wäsche hat der schon zu waschen, immerhin gab es für ihn mit Bibi Runde 1 ein ziemlich apruptes Karriereende…man kann ihn also getrost als nicht besonders stichhaltig und neutral ansehen.
    Aber um eine neutrale Betrachtung geht es ja nicht…weil sonst müßte man sich ja erstmal um so viele andere Dinge und Länder vor Israel kümmern…
    Aber naja – die europäische und ganz besonders deutsche Besessenheit vom Judentum…

  22. Roman says:

    Unschwer zu erkennen, dass es sich bei dem obigen “Roman” nicht um mich handelt.

  23. Ich war auch schon schwer verwundert Roman – wenn dann wärst Du lange lange ein enorm gutes Uboot gewesen und Du könntest Mitarbeiter am Institut werden.

  24. Ben Becker says:

    “Also ich würde mir nicht so ins Hemd machen wenn Damaskus plötzlich irgendwie einem göttlichen Vorfall zum Opfer fällt.”

    Hier wird recht einfach die Wirkung von Atombomben dargestellt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkrieg

    Selbst der Einsatz relativ kleiner Atomwaffen (~20 kT) hat überregionale Auswirkungen. So würde eine Atomexplosion über Damaskus in Israel bei entsprechenden Windverhältnissen zu tausenden Fällen der Strahlenkrankheit führen.

    Aber wie Roman sagte, dies zu diskutieren ist nicht zielführend, da mit einer gegenseitigen Vernichtung niemanden geholfen ist. Es geht dabei um politische Abschreckung.

  25. willow says:

    Nach solchen Einleitungen

    “Bis jetzt, habe ich mich bewusst davor gedrückt, etwas über Israel zu schreiben. Ist das Thema doch klammgefährlich, denn als Nichtjude wird man dabei nur allzuschnell in die Antisemiten-ecke geschoben oder schlimmer als Judenhasser verschrien.
    Ausserdem bin ich als ganz normaler, über Nahostnachdenkender Bürger, in der verzweifelten Lage, mein Gehirn zweiteilen zu müssen, wenn es um Israel geht. Da ist nähmlich das von Oben verortnete: Israel ist gut!- Israel ist Gerecht!- Israel macht alles richtig!- Die Bösen sind immer die andern!- Kritik an Israel ist Antisemitismus!”

    ist eigentlich alles gesagt. Die restlichen Auslassungen betätigen dies mal wieder eindrucksvoll… dagegen wirkt selbst Crackerjack wie ein intellektueller Überflieger! ;-)

  26. willow says:

    @Ben Becker

    Auch durch den Einsatz der von Syrien gelieferten Waffen kann es zu tausenden von Todesfällen kommen…

  27. Roman says:

    Das ist richtig, aus irgend einem Grund meint man immer, dass es für eine verheerende Vernichtung zum Einsatz von Atomwaffen kommen muss.

    Dabei wurden die schlimmsten Morde ganz ohne Kernwaffen begangen. Russen und Amerikaner haben konventionelle Bomben, die ganze Landstriche unbewohnbar machen können.

  28. crackerjack says:

    einige gedanken zur atomproblematik.

    Der falloutproblematik wird bisher bei den zahlreiche angriffstraümerien gegen iranischen atomreaktoren immer hübsch ausgeblendet. Dabei sind die windverhältniss beim angriff auf atomanlagen durch die entstehende falloutwolke überlebensfrage für die angrenzenden staaten. Da bei westwind kaum mit ein angriff zu rechnen wäre, wird die falloutwolke je nach jahreszeit, den kaukasus, russland oder afghanistan-indien -china schwer treffen. Nach tschernobyl erfahrungen sind mit mehrere hundertausend direkte strahlentote zu rechnen, während weltweit die krebstoten, totgeburten und missbildungen in die millionen gehen dürften.

    Damit erfüllen, meine meinung nach, aufrufe zur angriffe auf atomanlagen , alle kriterien des völkermords.

  29. willow says:

    @crackerjack

    “Damit erfüllen, meine meinung nach, aufrufe zur angriffe auf atomanlagen , alle kriterien des völkermords.”

    Endlich endlich mal aus deinem Munde mal Kritik an Hisbollah, Syrien und Iran… wurde ja auch Zeit.

  30. crackerjack says:

    @willow

    ich verstehe dein posting beim besten willen nicht. warum sollte ich ein problem damit haben hisbollah, syrien oder iran zu kritisieren? Was du hier machst ist der versuch den politischen gegner sympathie oder zumindest eine nähe zur terrorgruppen oder totalitäre regiems zu unterstellen. Das ist sehr unfein, unfair und unhöflich.

  31. Roman says:

    Cracky, ich sag dir doch, du hast von Kernwaffen keine Ahnung. Ist dir eigentlich der Unterschied zwischen der “Füllung” eines AKW und einer strategischen oder einer taktischen Kernwaffe nicht klar?

    Hast du in der Schule nicht aufgepasst? Ich gebe dir einen Tipp, schau dir die Halbwertszeit des Materials an.

  32. “Selbst der Einsatz relativ kleiner Atomwaffen (~20 kT) hat überregionale Auswirkungen. So würde eine Atomexplosion über Damaskus in Israel bei entsprechenden Windverhältnissen zu tausenden Fällen der Strahlenkrankheit führen.”

    Sagt eine Theorie und Grafik aus den 60ern auf Wikipedia…
    Selbst wenn, einfach die richtige Großwetterlage abwarten und/oder die eigene Bevölkerung vorbereiten und schützen.
    Und Fälle von Strahlenkrankheit…hmmm muss nicht tödlich sein.

  33. Roman says:

    Beim SPIEGEL gab es übrigens einen sehr erleuchtenden Artikel zum Thema nukleare Strahlung. Ich finde dieses grad nicht, dafür aber diesen hier:

    Die Forscher hatten die Bombenopfer zwischen 2000 und 2003 in Hiroshima und Nagasaki untersucht. Die Auswirkungen der Strahlen seien auch nach all den Jahrzehnten noch immer ernst. “Es ist nötig, die gesundheitliche Verfassung der Überlebenden weiterhin sorgfältig zu verfolgen”, erklärte Imaizumi.

    3185 der 4091 Untersuchten hätten sich zur Zeit der Bombenangriffe in den beiden Städten befunden. Zwei Prozent davon hatten Schilddrüsenkrebs, fünf Prozent wiesen gutartige Tumore auf, acht Prozent hatten Zysten und knapp 15 Prozent Schilddrüsenknoten. Die Forscher schätzen, dass allein 37 Prozent der Fälle von Schilddrüsenkrebs von der Strahlenbelastung herrühren.

    Wenn von 3185 Menschen aus den Städten 2% an Krebs erkrankten, dann sind es 64 Menschen. Nach rund 65 Jahren! Nicht grad viel, ohne relativieren zu wollen. Dabei geben die Forscher auch zu, dass 37% der Fälle auf die Strahlenbelastung zurück zu führen sind.

  34. crackerjack says:

    Wow! Und ich war immer davon ausgegangen das nuclearmaterial in der umwelt gefährlich sei. Fragt man sich warum des ganze aufhebens wegen atomwerk-terroranschläge,”schmutzige” bomben, irans nuclear programm u.s.w. Anscheinend wird diese ganze bedrohung völlig überbewertet. danke für dedn info.

  35. Roman says:

    Relativ gefährlich, es kommt auch darauf an, womit die “Bombe” oder das Kraftwerk betrieben werden (Physik/Chemie-Unterricht der 8. Klasse).

    In Tschernobyl leben heute noch tausende Menschen, das Kraftwerk ist weiterhin am Netz, trotzdem liegt Radioaktivität in der Luft.

    In Hiroschima gibt es heute keine Gefahr.

  36. willow says:

    @Roman

    Gegen Desinformation ist schwer anzukommen, egal ob es um “die Juden” oder um kerntechnische Zusammenhänge geht – frag doch einfach mal herum wieviele Menschen durch Tschernobyl umgekommen sind – es ist unglaublich, was da für Antworten kommen. Manche NGOs sahen halb Weißrussland dem Tode geweiht und auch ansonsten Millionen von Strahlentoten…

  37. crackerjack says:

    Also brauchten die mullahs nur schmutziges nuclear material in ihren anlagen zu lagern um ein angriff unmöglich zu machen? Ob dieses schon in erwägung gezogen haben?

  38. Roman says:

    Cracky, lass es lieber…

  39. willow says:

    “Und ich war immer davon ausgegangen das nuclearmaterial in der umwelt gefährlich sei. ”

    Nun, eine Frage der Konzentration – ein kleines Land wie Israel (fast 10x kleiner als Weißrussland) ist da “empfindlicher” als sehr große Länder.

  40. “Dabei wurden die schlimmsten Morde ganz ohne Kernwaffen begangen. Russen und Amerikaner haben konventionelle Bomben, die ganze Landstriche unbewohnbar machen können.”

    Ich sag mal Macheten und Ruanda…innerhalb von 2 Monaten 800.000 bis 1 Mio Tote…, was rund 75% der dort lebenden Tutsi Minderheit ausmachte.

  41. Sagen wir einfach in den 50ern und 60ern gab es pro Jahr Atomtest in der Summe von 100 Megatonnen.

    Nellis Range – ein damals recht betriebsammes Atomtestareal von etwa 1/3tel bis 1/2 der “Größe” Israels liegt nur etwa 50 Meilen weit weg von Las Vegas in der Wüste Nevadas.
    Dort wurden rund 900 Atomtests gemacht – viele auch überirdisch.
    Die Bedingungen sind geografisch und Klimatisch also in etwa wie Damaskus zu Israel.
    In dem Gebiet, besonders an einigen markanten Stellen des Geländes ist es nicht so top, außerhalb – nun ja.
    Fazit: für ein kleines Land mit somit nah beieinander liegenden Ballungszentren reicht eine einzige kleine Bombe um den Großteil dort zu töten, oder zu schädigen, Syrien hat 185180 km² – kann also allerhand mehr wegstecken.
    706,8km² wären je Nuke extrem betroffen, 2827,431 km² stark – danach geht es so.
    Das derzeit bewohnte Israel wäre nach einer einzigen zu 80% erledigt und etwa auch diese Anzahl der Israelis.

  42. Sinan says:

    Würdet ihr sagen, dass die USA aus strategischen Gründen Atomwaffen in der Türkei lagert? Wenn ja, wann und wie wäre deren Einsatz denkbar?

  43. Die Türkei ist immer noch NATO Partner und wurde immer als mögliche Flanke gegen die sowjetische Bedrohung und als Ausweichlande- und Versorgungsbasis gesehen.
    Außerdem strategisch günstig für alle in Südostasien möglichen Szenarien.
    Das dortige Lagern von Freifallnukes und modularen multipurpose Gefechtsköpfen macht also aus vielen Gründen Sinn.

  44. [...] vielleicht Israels groesster – wird immer wahrscheinlicher und rueckt immer naeher. Auch nach Ulrich W. Sahms sehr treffenden Artikel, hier also eine kurze Erwaehnung der letzten Kriegsanzeichen, ein bisschen Schweigen zum [...]

  45. crackerjack says:

    Representieren die postings hier die durchschnittliche stimmungslage, darf man wohl davon ausgehen dass die region über kurz oder lang ein nuclear krieg erleben wird, so wie die szenarien und überlebensquoten fröhlich ausgerechnet und durchexerziert werden. Nun ja, europa mußte auch erst in schütt und asche liegen bevor es zur vernunft kam und anfing sich eine gemeinsame zukunft zu bauen. Vielleicht liegt es im natur des menschen.

  46. Einige von uns waren oder sind Soldaten, oft in mehr als einer Armee, wir sind Realisten und kennen die Risiken auch recht gut.

    10-15% Verluste im Gefecht sind notfalls akzeptabel, bei über 20 fällt die Moral massiv. Sollte der Angriff mit Massenvernichtungswaffen bevorstehen, oder erfolgen – und dabei meine ich vor allem den noch viel wahrscheinlicheren überraschenden Erstschlag mit chemischen Waffen, die insbesondere Syrien, als “Atombombe des armen Mannes”, zu etlichen tausenden Tonnen vorrätig hält – wird die Antwort sehr massiv ausfallen.
    Und das unabhängig davon ob Syrien oder sein Meister Iran es direkt befielt, oder ein eigenmächtiger Kommandant der Hizbollah, oder syrisch-libanesischen Armee auf eigene Faust handelt.
    Das muss nicht die nukleare Eskalationsstufe erreichen, kann es aber – sehr in Abhängigkeit der Opferzahlen und des Ortes an dem Zivilisten sterben; aber auch darunter gibt es Mittel und Wege die alle bisherigen Konflikte im ME wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen.
    Die Eskalationsspirale ist ab da an nach oben offen.
    Natürlich wird Israel, allein wegen der internationalen Meinung, sich wie 1973 erst ordentlich eine einfangen müssen, bevor es reagieren darf.
    Das wird innenpolitisch auch etliche Folgen haben, aber an jedem dabei, wohl wieder einmal vergasten Juden, wird Europa und die UN mit ihren Einmischungen und Unterbindung früherer kleinerer, notwendiger Aktionen, die dies hätten Verhindern können, mehr als nur indirekt schuldig sein.
    Während des Konfliktes und besonders nach dem, wenn auch unter erheblichen Verlusten errungenen, israelischen Sieg, wird es zu Unruhen unter den Muslime in Europa kommen und nun ja, Zustände wie in Paris zum Jahreswechsel, mit all den brennenden Autos und Geschäften wird, neben explodierten Ölpreisen und ganz besonders schlimmen Ausschreitungen im Großraum London, nur eines der Probleme und der von Europa für sein Verhalten zu bezahlenden Rechnung sein.

    Gut möglich das auch ehemalige Verbündete die Seiten wechseln und Herrschaften im ME neu strukturiert werden – z.B. die Saudis und andere Königshäuser, mit Hilfe der muslimischen Bruderschaft, gestürzt werden.

    Wäre schön man könnte dies alles Vermeiden – die Chancen hatte man – echte Implementierung von 1701 z.B., zeitigeres, echtes Einwirken auf den Iran etc., aber man tat dies nicht – nun ist man scheinbar wirklich hinter dem Waypoint of no Return und wird, früher oder später, sehen was passiert.
    Eine Menge Unschuldige werden sterben müssen, weil einige Diktatoren weiterhin an ihrer Macht kleben und dafür ihrem unterdrückten und ausgebeutetem Volk das zionistische Feindbild als Ablenkung geben, um die Spannungen zu entladen, und dabei auch noch willige Helfer in linken Gutmenschen-Intellektuellen finden.

  47. willow says:

    Europa kam zur Vernunft und fing an, eine gemeinsame Zukunft zu bauen? Vermutlich hat dann auch dieses “vernünftige Europa” die Nazis besiegt und den Kalten Krieg gewonnen. Nicht zu reden davon, daß dieses “vernünftige Europa” die Balkankriege beendet…

    Übrigens, im Nahen Osten wäre sofort Frieden, wenn “gewisse Kräfte” sich endlich mit der Existenz Israel abfinden würden. Aber schon klar, den Israelis wird sogar vorgeworfen, für ihr Überleben notfalls kämpfen zu wollen, das berüchtigte “Israel droht mit Selbstverteidigung!”

  48. Zahal says:

    willow says:
    May 20, 2010 at 10:58
    Nach solchen Einleitungen

    “Bis jetzt, habe ich mich bewusst davor gedrückt, etwas über Israel zu schreiben. Ist das Thema doch klammgefährlich, denn als Nichtjude wird man dabei nur allzuschnell in die Antisemiten-ecke geschoben oder schlimmer als Judenhasser verschrien.
    Ausserdem bin ich als ganz normaler, über Nahostnachdenkender Bürger, in der verzweifelten Lage, mein Gehirn zweiteilen zu müssen, wenn es um Israel geht. Da ist nähmlich das von Oben verortnete: Israel ist gut!- Israel ist Gerecht!- Israel macht alles richtig!- Die Bösen sind immer die andern!- Kritik an Israel ist Antisemitismus!”

    ist eigentlich alles gesagt. Die restlichen Auslassungen betätigen dies mal wieder eindrucksvoll… dagegen wirkt selbst Crackerjack wie ein intellektueller Überflieger!

    Genau das war mein erster Eindruck, der beginnt sinngemäss wie immer:

    Natürlich haben wir aus der Geschichte gelernt – man trauert um die Juden, die im Holocaust ums Leben gekommen sind, stellt aber zugleich die Frage, warum die Überlebenden und ihre Nachkommen aus der Geschichte nichts gelernt haben und heute ein anderes Volk so mißhandeln, wie sie selber mißhandelt wurden. Der moderne A…..glaubt nicht an die „Protokolle der Weisen von Zion“, dafür phantasiert er über die „Israel-Lobby“, die Amerikas Politik bestimmt, so wie ein Schwanz mit dem Hund wedelt. Der moderne A……gedenkt selbstverständlich jedes Jahr der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar, zugleich aber tritt er für das Recht des Iran auf atomare Bewaffnung ein. Denn: „Was man Israel oder Pakistan gewährt, kann man dem Iran nicht verweigern“ – Originalton Norman Paech. Oder er dreht kausale Zusammenhänge um und behauptet, die atomare Bedrohung gehe nicht vom Iran, sondern von Israel aus – wie es Professor Udo Steinbach in einer Sendung des WDR getan hat.

    Der moderne Antisemit findet den ordinären Antisemitismus schrecklich, bekennt sich aber ganz unbefangen zum Antizionismus, dankbar für die Möglichkeit, seine Ressentiments in einer politisch korrekten Form auszuleben. Denn auch der Antizionismus ist ein Ressentiment, wie der klassische Antisemitismus es war. Der Antizionist hat die gleiche Einstellung zu Israel wie der Antisemit zum Juden. Er stört sich nicht daran, was Israel macht oder unterlässt, sondern daran, daß es Israel gibt. Und deswegen beteiligt er sich so leidenschaftlich an Debatten über eine Lösung der Palästina-Frage, die für Israel eine Endlösung bedeuten könnte, während ihn die Zustände in Darfur, in Zimbabwe, im Kongo und in Kambodscha kalt lassen, weil dort keine Juden involviert sind. Fragen Sie doch mal den außenpolitischen Sprecher der Linken, wie viele Stellungnahmen er in den letzten Monaten zu „Palästina“ abgegeben hat und wie viele zu Tibet. Danach reden wir weiter.

    Nach 1945 gab es dann aus den bekannten Gründen einen Antisemitismus ohne Juden, und heute haben wir es wieder mit einem neuen Phänomen zu tun: einem Antisemitismus ohne Antisemiten. Neu ist auch das Berufsbild des Freizeitantisemiten, der tagsüber seiner regulären Arbeit nachgeht – unter Umständen sogar bei einer Bundesbehörde – und nach Dienstschluss „israelkritische“ Texte verfaßt, die dann auf obskuren antizionistischen Websites erscheinen. Niemand will ein Antisemit sein, aber in der Hall of Shame der Antizionisten wird der Platz langsam knapp.

    Antisemitismus und Antizionismus sind zwei Seiten derselben Münze. War der Antisemit davon überzeugt, daß nicht er, der Antisemit, sondern der Jude am Antisemitismus schuld ist, so ist der Antizionist heute davon überzeugt, daß Israel nicht nur für die Leiden der Palästinenser, sondern auch dafür verantwortlich ist, was es selbst erleiden muß.

    Die Älteren unter Ihnen werden sich vielleicht noch an den Satz erinnern, mit dem ein grüner Politiker, der noch immer dem Bundestag angehört, zurzeit des Golfkrieges die irakischen Raketenangriffe auf Israel Anfang 1991 kommentierte: „Die irakische Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels.“ Derselbe grüne Politiker sprach sich damals auch gegen die Lieferung von Defensivwaffen wie den Patriot-Raketen an Israel aus, weil diese ebenfalls zur Eskalation der Lage beitragen würden. Heute, 19 Jahre später, hören und lesen wir ähnliche Sätze über Raketenangriffe aus dem südlichen Libanon und dem Gazastreifen auf Israel – dass sie die logische, fast zwangsläufige Folge der Besatzungspolitik Israels seien und dass Israel gut daran täte, nicht zu reagieren, um eine Eskalation zu vermeiden. Denn der moderne Antisemit verehrt Juden, die seit 60 Jahren tot sind, nimmt es aber lebenden Juden übel, wenn sie sich zur Wehr setzen. Er ruft „Wehret den Anfängen!“, wenn eine handvoll Hobbynazis in Cottbus aufmarschiert, rechtfertigt aber die Politik des iranischen Präsidenten und den Fortgang der Geschäfte mit dem Iran.

    Wenn ich Ihnen in aller Demut und Bescheidenheit eine Empfehlung geben darf: Überlassen sie die Beschäftigung mit dem guten alten Antisemitismus à la Horst Mahler den Archäologen, den Antiquaren und den Historikern. Kümmern Sie sich um den modernen Antisemitismus im Kostüm des Antizionismus und um dessen Repräsentanten, die es auch in Ihren Reihen gibt.

    Ich danke Ihnen, daß Sie mir zugehört haben. Rede vor dem Innenausschuß des deutschen Bundestages / Juni 2008 Henrik M. Broder.

  49. Hans-Christian Ströbele war das in der TAZ, oder?

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