Vorab Anmerkung (Ulrich J. Becker): Das ist eigentlich nur ein Ausschnitt aus meinen letzten Artikel “Islamischer Fruehling – der Sturz saekularer Diktatoren durch den ‘erwachten’ Islam – 1. TEIL: Wie El Kaida mit Hilfe der NATO und des Irans Libyen als ihren ersten Oel-Staat uebernahm…“, aber ich wollte diese Passage nocheinmal einzeln einstellen, um diesen einen besonderen Punkt in Ueberschrift und Kuerze mehr zu verbreiten…

 

Wie sich jetzt herausstellt, kaempften nicht nur Ossamas Jungs mit britischen, franzoesischen und amerikanischen Spezialkommandos und Luftunterstuetzung Seite an Seite, sondern auch der Iran reihte sich in diese groteske Allianz:

Der iranische Aussenminister Ali-Akbar Salehi vorgestern am Telefon mit dem Rebellenfuehrer Mustafa Abdul-Jalil 

 

 

 

Der Iran berichtete offziell von einem herzlichen Telefongespraech zwischen dem iranischen Aussenmister Salehi und dem Fuehrer der Rebellen Abdul-Jalil. Es gehe um den Ausbau “bilateraler Beziehungen” und man habe “gemeinse Interessen diskutiert“.

Salehi beglueckwuenschte “die libysche islamische Nation fuer ihren Sieg ueber die Diktatur” – was sich wie eine Selbstgratulation ueber den Sturz des Schahs anhoert.

Abdul-Jalil erklaerte sich u.a. dazu bereit, einen unter Gadaffi verschollenen libanesisch-schiitischen Geistlichen moeglichst ausfindig zu machen. Und dann machte Mustafa Abdul-Jalil – der ‘gemaessigte Islam’ Freund und neue Fuehrer eines sehr reichen, grosses Landes, direkt vor der Haustuer Europas, noch diese aufschlussreichen Bemerkungen:

 

“Abdul-Jalil wuerdigte die humanitaere Hilfe, die die iranische Nation an Libyen lieferte, als auch die Hilfe der [iranischen] Regierung und des obersten Revolutionsfuehrers Ajatollah Ali Chamene’i, die sie den libyschen Moslems in harten Zeiten zukommen liessen.”

 

Jeder denke sich selbst, wie diese ‘Hilfe’ in ‘harten Zeiten’ genau aussah.

Anschliessend erhielt Abdul-Jalil, wie damals schon ein Abgesandter der Moslembruederschaft in Aegypten, eine herzliche Einladung nach Tehran. Wie schon damals, muss man leider sagen: Es waechst zusammen, was zusammen gehoert, selbst wenn die einen Schiiten und die anderen Sunniten sind. (Ueber Irans Geheimbuendnis mit sunnitischen El Kaida hatte aro1 hier berichtet.)

Die islamistische Ideologie fordert Zusammenschluss gegen den gemeinsamen Feind, und in der Betonung der religioesen Verbundenheit und der Irrelevanz von Stammes und Volksgrenze, zeichnen sich die Islamisten sowieso meist aus, was wir auch in Libyen sehen koennten.

 

Islamistische Milizen – In Afghanistan bombadiert sie die NATO – in Libyen bombadiert die NATO fue sie…

 

Wichtig waere, dass Europa wenigstens jetzt versteht, wem es da auf dem Thron half und dass die von ihnen verkauften Waffen und die von ihnen ausgebildeten Kaempfer sich morgen gegn sie – wenn nicht schon gegen uns – wenden koennten. Vor allem der Rohstoff-Reichtum Libyens und die Naehe zu Europa koennten El Kaida ungeahnte Moeglichkeiten eroeffnen.

Wie sagte doch einer meiner Arbeitskollegen in Anspielung auf die Bewaffnung der Taliban durch den Westen in den 80iger Jahren: “Lernen sie [die Europaer und Amerikaner] es denn nie?



3 Comments to “Der Iran unterstuetzte die El-Kaida-nahen libyschen Rebellen beim Sturz Gadaffis und naehert sich ihnen jetzt in grossen Schritten an…”

  1. Laut USA befinden sich Teile der Fuehrungsschicht von El Kaida im Iran und agieren von dort MIT AUSDURECKLICHER KENNTNISNAHME UND GENEHMIGUNG IRANS…

    COP – Iran and Al Qaeda’s “Operations Chief” – Thomas Joscelyn
    In July, the U.S. Treasury Department designated six members of an al Qaeda network based inside Iran. Some members of the network are based outside of Iran, but funnel recruits and cash through Iranian soil. The network operates “under an agreement between al Qaeda and the Iranian government.”
    One member of this network is Libyan-born Atiyah (who’s known to analysts by his first name). Treasury notes that Atiyah is al Qaeda’s “overall commander in Pakistan’s tribal areas and as of late 2010, the leader of al Qaeda in North and South Waziristan, Pakistan.” The Treasury Department adds that Atiyah was previously appointed by Osama bin Laden to serve as al Qaeda’s emissary in Iran, a position which allowed him to travel in and out of Iran with the permission of Iranian officials.
    Atiyah was planning a terrorist attack against the U.S. that was potentially set to coincide with the tenth anniversary of 9/11. Some U.S. intelligence officials think Atiyah is even “more important” than Ayman al Zawahiri, al Qaeda’s new emir. The described Atiyah as al Qaeda’s “operations chief.”
    Atiyah was appointed al Qaeda’s emissary to Iran and had an explicit deal with the Iranians that allowed him to move in an out the mullahs’ country. Atiyah is one of the beneficiaries of a deal between the Iranian government and Ezedin Abdel Aziz Khalil, who funnels recruits and money from the Gulf States through Iran to Atiyah.
    I’ll add one more dot: Atiyah was protected by the Iranian regime for several years after 9/11. He is one of the senior al Qaeda leaders who the Iranians refused to acknowledge holding in custody and was supposedly held under a loose form of “house arrest.” All of which brings us back to the original question folks should be asking: What role, if any, does Iran play in Atiyah’s plotting? … (Weekly Standard)

    http://www.weeklystandard.com/blogs/iran-and-al-qaeda-s-operations-chief_591367.html

  2. Rainer Lang says:

    “Geheimdokumente in Libyen: Arbeitete die CIA mit Gaddafi zusammen? Offiziell begrüßt der Westen den Sturz des Gaddafi-Regimes, doch in Libyen sind jetzt brisante Dokumente aufgetaucht: Offenbar haben die Amerikaner Terrorverdächtige in das für seine Folterpraxis bekannte Land zur Befragung geschickt. Auch die Briten sind beteiligt.”
    http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/libyen/geheimdokumente-in-libyen-arbeitete-die-cia-mit-gaddafi-zusammen_aid_661669.html

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