Ulrich J. Becker, Kiryat Ono, 01.07.5770 (16. Omer)


Helmut Markwort, Chefredakteur des drittgroessten deutschen Nachrichtenmagazins FOCUS


Da haben wir den Schlamassel: FOCUS Chefredakteur Markwort sass nicht nur schweigend und leicht nickend neben Hanitzsch, als der eine Karikatur vorstellte, die in guter antisemitsche Tradition, die Israelfahne mit Davidstern als “friedensfeindlichen” Meuchelmoerder des weissen Friedens darstellte – von hinten durchs Herz, das das Blut tropft -, nein jetzt antwortet seine Assistentin in seinem Namen auf unsere Kritik mit einer Argumentation, dass einem die moralischen Haare zu Berge stehen koennen:



Hier ersteinmal die Antwortsmail vom FOCUS:



Sehr geehrter Herr Becker,

Herr Markwort lässt Ihnen danken für Ihre Mail vom 22. März 2010, die wir urlaubsbedingt leider erst jetzt beantworten können. Er versteht Ihren Zorn über Herrn Hanitzsch. Es ist uns auch durchaus bewusst, dass Herr Hanitzsch mit seiner Art polarisiert; das aber gehört zum Konzept der Sendung: Wie jeder Stammtisch lebt auch dieser von der Kontroverse. Und viele Zuschauer teilen im übrigen seine Meinung und finden Dieter Hanitzsch gut.

Da wir Ihren Ärger aber gut nachvollziehen können, werden wir Ihre Kritik, Ihr Einverständnis voraussetzend, auch an Herrn Hanitzsch weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Huberta v. La Chevallerie
Assistentin H. Markwort

_______________________
Huberta von La Chevallerie
Assistentin H. Markwort
FOCUS Magazin Verlag GmbH
81925 München
Arabellastraße 23
Tel.: +49(0)89-9250-3764
Fax: +49(0)89-9250-3946


Geschäftsführer: Helmut Markwort, Frank Michael Müller
Handelsregister: Amtsgericht München Nr. B 97887




Was daran problematisch ist?


1. Ist es vollkommen egal, ob mich das ‘erzuernt’ oder nicht, sondern wie sich Herr Markwort – vor allem in seiner Meinungsbildenen Position in Deutschland – kritiklos und einspruchslos diese antisemitischen Tiraden von Herrn Hanitzsch neben sich geschehen lassen kann. Wie sehr es mich aergert oder nicht, ist doch vollkommen egal. Und wenn er meinen Zorn “versteht“, sagt das auch noch nichts ueber seine eigene Wertung aus. Die Frage ist, wie er sich dazu stellt.


2. Herr Hanitzsch polarisiert nicht, er benutzt traditionelle antisemitische Motive und es waere sehr sehr traurig und erschreckend, wenn dies jetzt sogar offen als “Konzept der Sendung” verdeitigt wird.


3. Und jetzt der Knueller:


Und viele Zuschauer teilen im übrigen seine Meinung und finden Dieter Hanitzsch gut.


Sprich, eine moralische Wertung sollte man auf Basis von quantitativem Zuspruch machen. Demnach waere auch Hitler, Julius Streicher und der Stuermer zu entschuldigen, denn es gab ja “viele“, die deren Meinungen teilten und das “gut fanden“. Das hat mich echt umgehauen. Das sind nicht irgendwelche Leute die sowas schreiben, dass sind Mitarbeiter in einem professionellen journalistischen Blatt, wo man Dinge wie das kritische Durchdenken von Argumenten erwarten sollte. Und hier nun, wird einem erzaehlt, dass man Antisemitismus entschuldigen kann, wenn es nur genug Leute gibt, die das “gut finden“. Keine Ahnung, ich dachte heute ist 2010, aber vielleicht hab ich mich im Kalender geirrt.


4. Und die traurige Zusammenfassung heisst leider: KEINE ausdrueckliche Distanzierung von Hanitzsch und seiner Karikatur, die im besten Falle sehr einseitig israelkritisch ist, im schlechsten, offen mit antisemitischen Motiven spielt.



Hier uebrigens die Mail, die ich an Markwort geschrieben hatte (Rede ich da irgendwo von “Zorn“?:



Sehr geehrter Herr Markwort,

neulich sassen Sie im Bayrischen Rundfunk im Sonntags-Stammtisch und hoerten seelenruhig zu, wie Herr Hanitzsch dem Publikum seine einseitige Karikatur in die Kamera hielt, auf der in guter klassischer Ressentimentmanier ein blonder, weisser Friedensengel blutig von hinten und durchs Herz “gebohrt” wurde – von einer israelischen Fahne, waehrend Herr Hanitzsch sich “ganz besonders” ueber das “friedensfeindliche” Israel “aergerte”.
Sicher, vielleicht wollt er nur ‘kritisieren’ – obwohl ich mich frage, wo seine Karikatur zu der ‘friedensfeindlichen’ Hamasrakete bleibt, die neulich einen Gastarbeiter in Israel ermordete, aber vielleicht aergert ihn das weniger, als der Bau von ein paar Wohnungen fuer Juden -, aber haetten Sie nicht mit Ihrer Erfahrung und ihrem journalistischen Fingerspitzengefuehl wenigstens eine kleine, sachte, kritische Erwaehnung taetigen koennen? Ja, ein blonder, weisser “Engel” der vom “friedensfeindlichen” Davidstern durchbohrt wird, weckt halt zu Recht boese Assoziationen. Deswegen war ich sehr enttaeuscht, von Ihnen nur ein leichtes Nicken gesehen zu haben. Danach haben sie vielleicht noch etwas gesagt, was im Videomitschnitt nicht mehr zu hoeren war, dass Herrn Hanitzsch ‘kuenstlerische Aeusserungen’ relativierte?


Ich wuerde sehr an einer Antwort interessiert sein.


MfG,


Ulrich J. Becker


Einen Blogartikel zu der Sendung mit dem Mitschnitt gibt es hier:

http://aro1.com/wordpress/arye/anti-semitism-antisemitismus/juden-als-friedensmoerder/



18 Comments to “Herr Markwort vom Focus antwortet aro1: Antisemitismus “gehoert zum Konzept der Sendung” und was soll man machen, wenn das halt “viele gut finden”…”

  1. jerry says:

    wundert mich überhaupt nicht, die Fritzen sind garantiert nicht so edel wie viele glauben möchten.

  2. um says:

    So weit ist Deutschland nun schon wieder.

  3. IC says:

    Konzept der Sendung ? Antisemitismus!

  4. Carl says:

    Herr Markwort befindet sich in guter Gesellschaft.
    Gerade erst hat die Staatsanwaltschaft Köln entschieden, dass das Plakat der “Kölner Klagemauer” nicht antisemitisch ist.
    Mehr Info im Blog “Tapfer im Nirgendwo”: http://tapferimnirgendwo.blogspot.com/2010/04/die-staatsanwaltschaft-hat-das-wort.html

    Stellungnahme der Botschaft des Staates Israel dazu: http://newsletter.cti-newmedia.de/index.php?site=artikeldrucken&nid=679&sid=NA==&id=5294

  5. Schula says:

    @Carl

    Antisemitismus ist hier schon lange wieder Standard, ohne das es die Öffentlichkeit besonders beeindruckt.

    Beschimpft, gejagt, geschlagen – gleich zwei antisemitische Vorfälle hat es am vergangenen Wochenende in Berlin gegeben. Die Jüdische Gemeinde warnt vor Gewalt von Migranten.

    Bei einer Auseinandersetzung in der U-Bahn sind in der Nacht zu Sonnabend auf dem Bahnhof Güntzelstraße in Wilmersdorf zwei 23-jährige Frauen und ein 25-jähriger Mann von Unbekannten – einer davon soll augenscheinlich aus einer Einwandererfamilie stammen – antisemitisch angegriffen worden. Dem 25-jährigen Opfer wurde eine Flasche auf dem Kopf zerschlagen. Zuvor sind die drei gefragt worden, ob sie „Juden“ seien.

    Die Jüdische Gemeinde Berlin sprach am Montag von „jugendlichen Schlägergruppen“, die immer häufiger aus Zuwandererkreisen stammten. Einer Einschätzung der Amadeu-Antonio-Stiftung zufolge ist Antisemitismus in „großen urbanen Wohnquartieren mit überwiegend muslimischer Wohnbevölkerung“ ein ernstes Problem. Gesicherte Zahlen über den ethnischen oder religiösen Hintergrund antisemitisch aufgefallener Täter in Berlin gibt es nicht. Es sei aber nötig, erklärte die Jüdische Gemeinde, endlich Ursachen und Auswirkungen von Antisemitismus, besonders unter jungen Türken und Arabern, zu erfassen.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Juedische-Gemeinde-Uebergriffe;art126,3070204

    Neuer Judenhass durch Muslime

    Europa erlebt einen Aufschwung von Antisemitismus, ausgelöst zu einem großen Teil durch junge Moslems. Darüber berichtet das Wochenmagazin “Focus”. Die britische Tageszeitung “Telegraph” beschreibt ebenfalls wachsende Bedrängnis für Juden in der schwedischen Stadt Malmö.

    http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&newsaction=detail&newsid=2780

    Ich erwarte von Deutschland und den meisten europäischen Ländern nicht mehr viel.

  6. Carl says:

    Ja, Deutschland ist nicht nur auf dem rechten Auge blind sondern auch auf dem linken.

    Meiner Meinung nach trägt die tendenziöse Debatte über den Vergleich von Antisemitismus und “Islamophobie”, die Dr. Benz lancierte und die eine wachsende Entourage verzeichnet, mit dazu bei.
    Antisemitismus wird dadurch, passender Weise, gleich relativiert.
    Anstatt beide Themenbereiche getrennt von einander zu bewerten und dementsprechende jeweils passende Instrumente zu deren Bekämpfung zu suchen wird miteinander verglichen und das angezeigte Gefahrenpotential verwässert, verschleiert und z.T schlicht weg falsch dargestellt.
    Den Antisemitismus bei muslimischen Bürgern zu untersuchen und aufzuzeigen dürfte schwierig werden und von vielen Anfeindungen aus dem rot/rot/grünen Lager begleitet sein.

  7. Tobias says:

    Sehr komische Antwort von dieser Assistentin. Ihr Begründung ist tatsächlich besorgniss erregend.

    Kleine Anmerkung: Den “Zorn” hat die Assistentin vllt aus dem Blogartikel herrausgelesen?

    Zur Diskussion:
    Ich denke schon dass amn die Islamphobie und den Antisemtismus vergleichen kann. Beides entsthe tuas der Angst vor einer fremden Kultur. Interessant ist auch die Parallele ziwschen den beiden “Weltübernahme-Theorien”. Wurde früher, und von Nazi-Idioten noch heute, vor der Wetlbeherschung durch jüdische Eliten gewarnt, so kursieren heute die Gerüchte, die Muslime würden unsere Kultur rein durch dich demokrafische Entwicklung übermannen – und alle Nicht-Muslime dann versklaven oder was weis ich.

    Ich hoffe nur, das ihr die Islamphobie, und -hass nicht in eurem Kampf gegen den Antisemitismus relativiert! :)

  8. Zahal says:

    Relativieren ist gut.

    Wenn auf Deutschlands Strassen wieder Juden ins Gas gerufen werden darf und zwar von hier lebenden Mohammedanern, wenn wieder gerufen werden darf: Heute sind wir alle Hamas (der Ex FDPler Karsli), wenn Übergriffe auf Synagogen, Kindergärten geschehen, Hakenkreuze und der Davidstern gleichsetzt werden, und leider von arabischen Mitbürgern, alles hier im letzten Jahr geschehen, wenn du auf dem Muslimmarkt die Hetze gegen Juden/Israel lesen kannst, wenn du dich in Berlin in arabisch beherrschten Vierteln nicht mehr als Jude zu erkennen darfst, dann sollte man sich schon fragen, was da nicht mehr stimmt.

    http://www.no-al-quds-tag.de/index.php?site=artikel1&id1=9

    http://www.muslim-markt.de/Palaestina-Spezial/diverse/zionisten_sind_rassisten.htm

    In Duisburg musste eine israelische Fahne eingeholt werden, weil eine Demonstration möglicherweise eskalieren konnte. Hier einige Vorfälle diesbezüglich.

    http://www.flensburg-online.de/blog/2009-01/zwischenfall-vor-synagoge-in-berlins-oranienburger-strase-mit-palastinenser.html

    http://www.gegenstimme.net/2009/01/11/kapitulation-der-exekutive/

    Islamkritik ist keine Islamophobie, dieser Ausdruck wurde übrigens von Ayatollah Khomeini geprägt, gerade um Islamkritik abzuschmettern, jeder muss Kritik ertragen können, auch der Islam und gerade dort wird es brenzlich – leider……

    Kennst du den Unterschied zwischen den allgemeinen Menschenrechten und den Menschenrechten von Kairo? Den die UNO akzeptiert hat? Nicht? Erkundige dich mal.

    Der Sinn der Kampagnen gegen “Islamophobie“ liegt auf der Hand: Kritikern islamischer Unterdrückungspraktiken die Mäuler zu stopfen und widerwärtige Menschenrechtssimulationen wie die “Kairoer Erklärung” aus der Schusslinie zu halten, auch mit dem Versuch, strafrechtliche Sanktionen der Islamkritik im internationalen Recht zu verankern. Die Relativierung oder Leugnung von Antisemitismus durch seine Gleichsetzung mit “Antiislamismus” vernebelt darüberhinaus den Blick auf die in großen Teilen des islamischen Einflussbereichs grassierende Judenfeindschaft und den virulenten Wunsch nach Vernichtung Israels, die sich durch diese Täter-Opfer-Umkehr der Benennung und Verurteilung entziehen lassen. Da braucht es nicht zu verwundern, dass Nazis und Linksextreme in diesen Chor mit einstimmen, nicht wenige von ihnen sogar zum Islam konvertieren, zumal es auch sonst weitgehende ideologische und politische Übereinstimmungen gibt.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/begriffsbestimmung_islamophobie/

    Nix für ungut, wenn die christliche und die jüdische Religion kritisiert werden darf, darf sich der Islam nicht ausschliessen, leider müssen sich heute Menschen verstecken, wie der Zeichner Weestergard, Ayan Hirsi, Salman Rushdie und einige andere. Frag mal die Exmuslimin Mina Ahadi und den Aussteiger Barino B……

  9. Schula says:

    Ich denke schon dass amn die Islamphobie und den Antisemtismus vergleichen kann

    Wenn Islamophobie und Antisemitismus in einem Topf landen

    Der Vergleich mag hehren Motiven entspringen, doch bei genauerer Betrachtung entpuppt er sich als unfundiert, zweifelhaft – wenn nicht sogar gefährlich. Wolfgang Benz bemüht die perfiden “Protokolle der Weisen von Zion” und Heinrich von Treitschkes antijüdischen Hasstiraden aus dem Jahre 1879 als historisch abschreckende Beispiele, um alsbald einen überraschenden moralischen Impetus zu formulieren: “Wer sich, zu Recht, über die Borniertheit der Judenfeinde entrüstet, muss aber auch das Feindbild Islam kritisch betrachten (das sich zuweilen eines aggressiven, aufgesetzten Philosemitismus bedient)”.

    Zunächst gut verständlich für mich: Islamfeindliche Hetze kann Öl ins Feuer von rassistischen Straftaten gießen – so wie bei Hassparolen gegen Afrikaner, Inder, Vietnamesen, Homosexuelle, Lesben und Juden auch. Und dagegen gilt es die Stimme zu erheben.

    Wo, frage ich mich, sind in diesem Vergleichskonzept die “parallelen Wahnvorstellungen”, gemäß denen Muslime “aus rituellen Gründen” Kinder töten, Brunnen vergiften, Kulturen und Völker zerstören, den Ärmsten der Welt das letzte Hemd nehmen oder wahlweise blutige Revolutionen anzetteln? Wo ist der muslimische Alfred Dreyfus, dem in Europa öffentlich die Epauletten abgerissen werden? Wer unterstellt (gemäßigten) Muslimen hierzulande den Plan von der großen Weltverschwörung?

    http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=31&Param_Red=12650

  10. Tobias says:

    Hm… genau das habe ich befürchtet.

    Schula, du willst doch jetzt eigentlich sagen, “Die Islamphobi ist sicher auch schlimm, aber schlimmer ist der Antisemitismus, lasst uns doch mal auf den konzentrieren”. Das ist eben gefährlich.

    Aber gut, jeder bewertet das anders… und weil du direkt vom einene Thema betroffen bist, fokusierst du auf das. Verständlich.

  11. Schula says:

    Es gibt elementare Unterschiede. Der gravierenste ist, daß niemand Muslime ausrotten will uns hingegen am liebsten täglich.

  12. Zahal says:

    Tobias says:
    April 20, 2010 at 10:44 pm
    Hm… genau das habe ich befürchtet.

    Schula, du willst doch jetzt eigentlich sagen, “Die Islamphobi ist sicher auch schlimm, aber schlimmer ist der Antisemitismus, lasst uns doch mal auf den konzentrieren”. Das ist eben gefährlich.

    Aber gut, jeder bewertet das anders… und weil du direkt vom einene Thema betroffen bist, fokusierst du auf das. Verständlich.

    _____________________________________

    Nein, Tobias, das will sie sicher nicht sagen, leider ist mein Beitrag noch unter “Moderation” weil zu viele Links eingestellt.

    Es gibt in der Tat keine Islamophobie, dieses Wort ist eine gefährliche Schöpfung des Ayatollah Khomeini, um die Islamkritik abzuwürgen. Man kann beides nicht vergleichen, niemand hasst die Mohammedaner (so wird es in deutsch ausgesprochen), nur weil sie leben, diese Feindseligkeit müsste man als Fremdenfeindlichkeit bezeichnen, wovor man Angst hat und zwar Angst, nicht Hass, ist diese Politideologie. Beide Dinge haben nichts miteinander zu tun, das übersieht Herr Benz oder will es nicht wahrhaben.

    Schula hat schon Recht, vor allen Dingen – und das sind Tatsachen, wenn man den Antisemtismus im Islam berücksichtigt. In der Tat stehen im Koran Aussagen, da graut es einem.

    Affen sind die Juden und Schweine gemäß Koran Suren 2:65, 5:60, 7:166.

    Wenn du es nicht glaubst, lies den Koran, lies die Hadithen diesbezüglich. Das ist jetzt eine Feststellung und keine Hetze, versteh mich bitte richtig.

    Zum Beispiel: Die türkische Stiftung Türkiye Diyanet Vakfi möchte mit einem Buch des Autors Dr. M. Fatih Kesler mit dem Titel “Juden und Christen im erhabenen Koran” Muslimen zu einer islamischen Beurteilung von Juden und Christen verhelfen. Der Präsident der Religionsbehörde, des Diyanet, die in der Türkei die Oberaufsicht in Religionsfragen hat, ist Ehrenvorsitzender der Diyanet Vakfi.

    Kesler bezeichnet in seinem Buch Christen und Juden als ungläubige Heiden, als “Kafir”. Seine antijüdischen Aussagen gipfeln in Sätzen wie: “… haben die meisten von ihnen [Juden] einen bösen Charakter und deshalb sind sie direkt oder indirekt in Gründe für Unruhen dieser Welt verwickelt, in Aufstände, Intrigen, Zerstörungen, kalten Kriege, bewaffnete Kriege, Streitereien, Verbannungen und Vertreibungen. Die Geschichte zeigt, dass sie bei diesen unangenehmen Ereignissen stets als Elemente vertreten waren”. Durch die Ablehnung des Islam “haben die Juden die Eigenschaften als Mensch verloren und stehen sogar noch unter den Tieren”, zitiert Kesler einen Koranausleger. Kesler fasst die Denkweise von Muslimen folgendermaßen zusammen: “Nach Ansicht des Volkes Gottes [also der Muslime] werden die Juden den Zorn Gottes erfahren und die Irregeleiteten sind die Christen”. Deshalb ist beiden Glaubensgruppen die Hölle bestimmt. Nachdem Juden die Bekehrungsaufrufe Mohammeds dreimal abgewiesen haben, soll Mohammed gesagt haben, dass er sie aus dem Land vertreiben wird: “In einem Land kann es nicht zwei Gebetsrichtungen [Religionen] geben”.

    Muslime sollten in Bezug auf Christen wie in folgenden zwei Suren denken: “Ungläubig sind diejenigen, die sagen: “Gott ist Christus, der Sohn der Maria” (Sure 5,17). Und in Sure 9,30 heißt es: “Die Juden sagen: ‘Uzair [d. h. Esra] ist der Sohn Gottes.’ Und die Christen sagen: ‘Christus ist der Sohn Gottes.’ Das sagen sie nur so daher. Sie tun es [mit dieser ihrer Aussage] denen gleich, die früher ungläubig waren. Diese gottverfluchten [Leute] [wörtlich: Gott bekämpfe sie]! Wie können sie nur so verschroben sein!” Die überwiegende Mehrheit der Christen und Juden seien als Ungläubige anzusehen.

    Außerdem plädiert Kesler dafür, dass Juden und Christen die islamische Kopfsteuer bezahlen müssen und möglichst nicht aus ihrem Geschirr gegessen werden sollte.

    Quelle: Kur’an-ı Kerim’de Yahudiler ve Hıristiyanlar – Kur’an-ı Kerim’de Ehl-i Kitap, Doç. Dr. M. Fatih Kesler, Türkiye Diyanet Vakfı Yayınları; Veröffentlichung Nr. 124; wissenschaftliche Serie Nr. 31 (İlmi Eserler Serisi); 6. Auflage, Ankara, 2007, ISBN: 975-389-121-0; 07.06.Y.0005.124

    Wenn du den Text aufmerksam liest, kannst du einige Wesensheiten erkennen? Merkmale, die auch den Antisemtismus ausmachen?

  13. Carl says:

    Tobias, schau dir bitte einmal an aus welcher politischen Ecke die These kommt, das Antisemitismus mit “Islamophobie” vergleichbar ist.
    Dann schau dir bitte an, wie diese politische Richtung mit Israel umgeht und wir in ihrer historischen Tradition der Umgang gegenüber muslimischen Nationen war und ist.
    Hier hab ich noch nen Link zum Begriff “Islamophobie”: http://heplev.posterous.com/islamophobie

    Prominente Beispiele für Anfeindungen sind z.B. die Kritikerinnen Seyran Ates und Necla Kelek.
    Ihnen wurde in jüngster Zeit nicht nur vorgeworfen “Islamophob” zu sein sondern sie wurden auch gerne mit Polemik bedacht, die sie in das extrem rechtspopulistische Lager setzen wollte.
    Mir fällt gerade auf, dass der Begriff “Islamophob” angewendet als Deskreditierung auf Kelek und Ates hier sogar in dem Konzept passt, dass Khomeini lancierte.
    Das ist erschreckend – diese Instrumentalisierung.

  14. Schula says:

    Sicher wollte ich das nicht damit sagen, das geht aus dem Text auch gar nicht hervor. Nur kann man eben beides nicht vergleichen, weil es elementare Unterschiede gibt. Birnen und Äpfel sind auch beides Obst, aber sie sind trotzdem völlig unterschiedlich.
    Mit schlimm und weniger schlimm hat das nichts zu tun.

  15. Tobias says:

    @Schula:
    Dann ist es ja gut. :)

    Ich kann die vielen Informationen nicht überprüfen. Und ich weis jetzt auch garnicht wovon ihr mich eigentlich überzeugen wollt.
    Natürlich gibt es Unterschiede und der Antisemitmismus sicher schon weiter fortgeschritten als die Angst vor dem Islam (Ich finde Islamphobie sehr passend), aber dafür ist lezterer meiner Erfahrung nach ein wenig unterschätzt, insbesondere da der westlichen Welt noch eine lange Auseinandersetzung mit dem Islam bevor steht. Dabei gilt es, möglichst früh ein Bewusstsein für die Gefahr einer emotionalen, pauschalisierenden Kritik zu erwecken. Dies ist in der Schweiz anscheinend nicht vorhanden. Eine Mehrheit gegen den Synagogenbau wird sich wohl nimelas finden und wenn, sofort eine starke Mehrheit hervorrufen. Aber das Verbot von Minaretten wurde viel zu stillschweigen hingenommen – das ist doch erschreckend?

  16. willow says:

    Tobias, sehe ich genau entgegengesetzt…

    Es gibt hauptsächlich eine Ablehnung der Türken, Araber, Kosovaren etc. und diese Ablehnung dürfte sich hauptsächlich aus “rassistischen” Motiven speisen. Die Moscheen, Minarette, Kopftücher etc. werden als Ausdruck einer entsprechenden “Überfremdung” wahrgenommen. Aber eine solche Haltung wirst du doch Seyran Ates und Necla Kelek nicht wirklich unterstellen, oder?

    Denn denen geht es um Religionskritik, eben in diesem fall Kritik am “real existierenden” Islam und seinen soziokulturellen Auswirkungen.

    Mich verwundert in diesem Zusammenhang vor allem, daß gerade Leute, die endschiedene Feinde von Scientology & Co. sind, Religionen als “Opium für das Volk” ansehen und für die Kirchen immer noch viel zu viel Macht und Einfluß hat, plötzlich anfangen, den Islam und sein Menschen- und Gesellschaftsbild schönzureden…

    “Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.” oder Kürzer “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?” ;-)

  17. Tobias says:

    Willow – ich kann hier nicht mit dir über den Islam diskutieren. Dafür weiß ich viel zu wenig. Alles was ich tun kann, ist, immer daruf hinzuweißen, dass eine pauschale Ablehnung gegenüber Muslimen aus dem Eindrcuk der isalmistischen Terrorwelle ebenso gefährlich ist wie Rassismus.
    Aber über Details kann ich nicht reden, tut mir Leid.

  18. willow says:

    Interessant… vermutlich bist du auch nicht über die Details von Scientology informierst, lehnst diese Organisation aber vermutlich ab. Auch die Beweggründe der “neuen Nationalsozialisten” sind dir vermutlich nicht im Detail bekannt…

    Aber ausgerechnet beim Islam läßt du dieses Grundprinzip “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen” nicht gelten. Wie behandelst du denn ansonsten Gruppierungen, die z.B. Frauen und Schwule derart drastisch diskriminieren wie dies im Islam “Mainstream” ist?

Leave a Reply