By , on May 12, 2012

Judentum


The Book Gallery in Jerusalem

 

Frage: Warum gibt es eine Tradition, Geburstage nicht vor dem Tag zu feiern, auf welchen sie fallen? 

 

 

 

Antwort (Rabbi Schlomo Awiner): Es gibt so eine Tradition nicht. Es gibt [im Judentum] ueberhaupt keine Tradition Geburtstage zu feiern.

 

[Anmerkung Ulrich B.: Im Judentum gibt es keine 'Vorschusslorbeeren', wonach der Tag der Geburt eines Menschen gefeiert wird, sondern hoechstens das (hoffentlich positive) Andenken am Todestag, nach dem vollenden eines Lebens. Inwiefern man Geburtstage ueberhaupt feiern sollte - christliche Tradition, ausgehende von 'Geburt Jesu'? - waere auch mal eine Frage.]



15 Comments to “Ein ‘Schuuss’ Halacha fuer die neue Woche… Der Motzei Schabbat “Schut””

  1. Ben Becker says:

    Hi Uli,

    Soweit ich weis ist das Feiern des persönlichen Geburtstags auch keine alte christliche Tradition. Ich würde es eher als eine vergleichsweise junge übergreifende Traditon ansehen. Sie hat sich wohl einfach durchgesetzt weil man so immer fast immer einen Grund zum feiern hat :)

  2. Rainer Lang says:

    @Ben. Stimmt:

    Der Geburtstag hat keinen direkten Bezug zum Christentum. … Im christlichen Raum waren Geburtstagsfeiern bis ins 19. Jahrhundert nur vereinzelt und nur in höheren Gesellschaftsschichten üblich. Die Feier des Geburtstags verbreitete sich zunächst eher in protestantischen Gebieten, während im katholischen Raum bevorzugt der Namenstag gefeiert wurde. Erst in jüngerer Zeit hat sich auch unter Katholiken die Feier des Geburtstages durchgesetzt.” http://de.wikipedia.org/wiki/Geburtstag

    … interessant: “In manchen konservativen Strömungen des Islam gilt das Feiern von Geburtstagen oft als christlicher oder jüdischer Brauch, der für Muslime verboten ist” (Quelle: siehe oben)

  3. juergen says:

    ICH SAG NUR >>JAHRZEIT<<
    GEBURTSTRAGSFEIERN SIND GANZ KLAR HEIDNISCH – ABRE SCHON IRGENDWIE EIN NETTER ANLASS ZU FEIERN

  4. velvl says:

    shalom an alle!

    in der torah wird geburtstag in dem zusammenhang mit dem pharaon erklaert. daher ist es nicht verkehrt zu sagen, dass eine geburtstagsfeier tatsaechlich ein goischer/heidnischer brauch ist.

    auf der anderen seite ist der geburtstag nicht unbedeutend. so viel ich weiss, gibt es eine meinung, die besagt, dass man am geburtstag keinen tachanun(ein gebet, welches nur an nichtfeiertagen gesagt wird) sagt. und es ist auch ein tag der fuer den menschen persoenlich vielversprechend sein soll.

    kurz gesagt, es ist sicherlich kein thema, dass man als “heidnisch” ganz schnell zur seite legen kann.

  5. Rainer Lang says:

    “kurz gesagt, es ist sicherlich kein thema, dass man als “heidnisch” ganz schnell zur seite legen kann.”

    das sehe ich auch so. Bin sowieso überrascht, das die jüdisch-christliche Traditionen den Geburtstag eigentlich nicht kennt, wo er doch von allen Seiten an einen heran getragen wird. Erst kürzlich wurde er zur Regel, erst bei den Evangelen und dann bei den Katholiken und uns. kaum zu glauben das alles.

    Es zeigt sich also erneut, dass der ‘Schuuss’ Halacha fuer die neue Woche ein echter Gewinn ist. Man kommt ins Nachdenken, ja wird dazu angeregt. Uli und der Rev Shlomo Aviner: Weiter so!

  6. Jenkins says:

    Der Geburtstag ist nichts weiter als der Zeitpunkt der Aushändigung der Rückfahrkarte.

  7. Jerry1800 says:

    (Telegraph) — A little-known jihadist group has claimed responsibility for a double suicide bombing in the Syrian capital Damascus which killed 55 people and wounded nearly 400.

    Many of the casualties were burnt alive in their cars as they waited in rush hour traffic on Friday near offices of a government intelligence organisation, the intended target.

    In the video, a group calling itself the Al-Nusra Front says the bombing was in response to attacks on residential areas by the regime of President Bashar Assad.

    “We fulfilled our promise to respond with strikes and explosions,” a distorted voice said, reading black text that rolled across a white screen while Islamic chanting was heard in the background.

    The attack was frighteningly similar to al-Qaeda bombings in next-door Iraq, which have killed thousands of people since the US and British invasion in 2003.

    The Al-Nusra Front has claimed past attacks through statements posted on militant websites. Western intelligence officials have suggested it could be a front for an al-Qaeda branch operating in Iraq.

  8. Velvl,

    “auf der anderen seite ist der geburtstag nicht unbedeutend. so viel ich weiss, gibt es eine meinung, die besagt, dass man am geburtstag keinen tachanun(ein gebet, welches nur an nichtfeiertagen gesagt wird) sagt. und es ist auch ein tag der fuer den menschen persoenlich vielversprechend sein soll.”

    Das waere mir neu und interessant. Quelle?

  9. Ich moechte mal behaupten, dass keine groessere Religion gibt, die den Geburtstag ihres Gruenders so feiert wie das Christentum (Im Judentum ist eher Moses Todestag beschrieben und per Datum bekannt, auch wenn es ‘zufaellig’ der gleiche ist, wie sein Geburtstag). Religionsgeschichtlich kann man dies eventuell auch in Verbindung zum Horuskind und anderen Gebuts-/Kindermythologien sehen, die damals im roemischen, heidnischen Reich existierten.

  10. Rainer Lang says:

    naja Uli, wir wissen ja, dass unsere, sorry liebe Christen, verloren gegangene Sekte ihre jüdischen Feiertage ‘christianisiert’ hat und so auch aus Chanukka eben Weihnachten machen. Gut, das immer mehr Christen das begreifen. Begrüssenswert, dass sie auch Pasach feiern.

  11. juergen says:

    Ne Rainer, Chanukka kennen wir doch offiziell gar nicht. Wenn du was von Makkabäern erzählst denken 95% an ein italienisches Nudelgericht und 5% an Makkabi Frankfurt (welche in der D-Jugend immerhin in der Bezirksliga spielen! ;-) ).

    Weihnachten ist doch die Wintersonnwende (sagt ja auch der Name – man hat es mit “Chistfest” versucht, aber das hat sich nicht durchgesetzt. Unsere Wikinger in Schweden nennen es dann auch konsequenterweise Julfest – was dann 100% heidnisch ist. Die Römer hatten da bereits Feiertage (Sol invictus und Mithras), da hat sich es oportunistischerweise angeboten den Geburtstag festzulegen, der ja in dem sog. NT (sorry für den Namen – aber “hellenistisch-römische Bibel” wäre sicher korrekter) nicht benannt wird.
    Und zur Ehrenrettung: der Todestag ist natürlich wichtiger (bzw. die zu diskutierende Auferstehung usw…. – keine Diskussionen führt zu nix ;-) ). Gute Nacht.

  12. Jerry1800 says:

    die jüdischen Feiertage wurden uminterpretiert und durch komplett andere (christliche, Jesus beinhaltende) Themen ersetzt

  13. velvl says:

    ulrich, ich weiss nicht mehr, wo ich das gesehen haben. aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es irgendwo stand. suche mal im internet.

    was den zufall angeht, dass moses (und david und auch andere) am eigenen geburtstag gestorben sind, so ist es kein zufall. es steht, dass die zadikim(gerechete) “volle jahre” haben.

  14. juergen says:

    das stimmt, soweit es die vor der zeitenwende betrifft , aber gerade chanukkah ist ja ein fest, das nach der zeitenwende datiert. (mit zezeitenwende meine ich den beginn des “üblichen” Kalenders CE, wie man englisch sagt oder auch uZ – nach christlö Lesart anno domini).
    Andere Feiertage (selbst so wichtige wie jom kippur sind aber komplett unbekannt).
    jerry – vergiss nicht, die geschichte geht weiter (auch ihr habe ein paar neuere feiertage eingeführt – warum auch nicht) und die kirche ein paar wirklich obskure (ich sag mal fronleichnam….)

  15. Joachim says:

    Als moderner Brauch hat es doch einen gewissen Charme, die Existenz jedes Menschen zu feiern. Die Philosophin Hannah Arendt formulierte den Begriff ‘Gebürtlichkeit’ für eine Philosophie des Lebens, statt des ständigen Bezuges auf den Tod. Das ist natürlich nicht religiös begründbar, aber sehr human, wie ich finde. Wie sagen die Islamisten:”Ihr liebt das Leben, wir den Tod.” Tja, lasst uns das Leben feiern!

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