Frage: Ist es nach der Halacha erlaubt ‘Tag Mechir’ (aktuelle Racheakte von rechten ‘Huegeljugend’gruppen) gegen Araber zu begehen? 

 

Antwort (Rabbi Schlomo Awiner): Nein, denn wer die Entscheidungen treffen sollte, ist das ganze Volk bzw. die Vertreter der Regierung und Armee.



41 Comments to “Ein ‘Schuuss’ Halacha fuer die neue Woche… Der Motzei Schabbat “Schut””

  1. velvl says:

    was fuer eine ueberaschung!

  2. Rainer Lang says:

    so sehr ich auch den völlig überflüssigen und zutiefst schädlichen Shabes-Mode hasse, der mich Ewigkeiten von meinem Lieblingsblog trennt, so sehr liebe ich den Schuuss Halacha fuer die neue Woche. Noch mehr Religiöses, Uli und weg mit dem Shabes-Mode!

  3. Velvl,

    ja leider gibt es welche, die anderes bei uns Nationalreligioesen vermuten wuerden ;)

  4. Julia says:

    Tja, lieber Rainer, den Shabes-Modus wird Uli nicht abschaffen, auch wenn der dich und mich und wahrscheinlich auch andere, die es aber nicht laut sagen, stört. Damit müssen wir uns halt abfinden.

  5. A.mOr says:

    Hallo Rainer, Du bist ein Witzbold?
    Mehr religiöses möchtest Du, aber gleichzeitig unsere wichtigsten Gebote in die Tonne treten?
    :roll:

    schawua tow ale.hem.

  6. Rainer Lang says:

    Lieber A.mOr, meines Erachtes wäre es ausreichend die Comment Funktion auszuschalten, denn dann könnten wir immer noch Freunden und Bekannten Links zu den Artikeln schicken, ohne das sie ins Leere greifen. Du verstehst?

  7. Roman says:

    Rainer, schick deinen Bekannten einen Link in den Google-Cache.

  8. juergen says:

    @ rainer lang
    die Sabbat-Pause ist sicher ungewohnt, ich “falle auch immer wieder drauf rein” – soll heißen denke nicht dran, aber das liegt mutmaßlich daran dass in einem mehrheitlich christlichen (zumindestend christlich-geprägtem) Land der Sonntag die Funktion des Samstags übernommen hat.

    Über den 7. Tag der Woche (an dem selbst G_tt eine Pause einlegte) und die damit verbundene Sabbatruhe wird schon ewig gestritten: Ein Rabbi J aus N (der unwissentlich eine neue Religion veranlasste ;-) ) soll ja gesagt haben, dass der S. für den Menschen da sei und nicht der Mensch für den S. aber ich denke dass das einer der meist- missverstandenen Sätze ist, zudem derselbe Rabbi J aus N auch gesagt haben soll, er werde keinen Jota an den Gesetzen ändern (was dann als Erster der römische Staatsbürger Paulus tat und damit eine neue Religion schuf).
    Natürlich muss man ggf. auch mal am Sabbat ran (in Not zB dann gibt es höhere Gesetze (vas vevl sicher viel schöner erklären kann) (und was besagter J aus N wohl auch meinte) sonst gäbe es auch den Staat Israel nicht mehr, denn den hätten die Araber an Jom-Kippur ausradiert.

    (In wie weit die Benutzung eines Computers Arbeit ist (Stichwort Strom=Feuer anzünden und so) bleibt dann wohl eine der ewigen Diskussionen zwischen Liberalen und Orthodoxen, Christen und Juden usw. aber da sollte man akzeptieren dass das hier Ulrichs Seite ist und er also die Regeln bestimmt.

  9. Julia says:

    @juergen
    “(In wie weit die Benutzung eines Computers Arbeit ist (Stichwort Strom=Feuer anzünden und so) bleibt dann wohl eine der ewigen Diskussionen zwischen Liberalen und Orthodoxen, Christen und Juden usw. aber da sollte man akzeptieren dass das hier Ulrichs Seite ist und er also die Regeln bestimmt.”
    Ja, genau so sehe ich es auch. Oft warte ich allerdings ungedudig, dass es endlich auch in Israel “dunkel wird”, was offenbar viel später als da passiert, aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt.

  10. Ihr muesst doch auch mal von aro1 ruhen ;)

    Julia: Es wird in Israel frueher dunkel, aber ich richte den Schabbatausgang meist nach Deutschland, wenn es geht (und den Eingang nach Israel, so dass es beide abdeckt).

  11. Julia says:

    Ulich, nichts für ungut, es war bloss eine Feststellung, weiter nichts. Aber wie du sieht, wir lieben diesen Blog so sehr, dass wir ungeduldig darauf warten, dass der Shabat vorbei ist.
    (Ich weiss, in Israel wird nicht nur früher sondern sogar viel scheller dunkel, wie ich jedes Mal gemerkt habe.)

  12. juergen says:

    Tip: HCalendar ein “Add-on”von Firefox und du hast die Zeiten aufm Rechner (neben dem Datum, das natürlich auch …)

  13. A.mOr says:

    Lieber Rainer, auch Du solltest den Schabbes halten :)
    Aber es ist natürlich Deine Entscheidung…

    Was ich meine: zB steht doch irgendwo in der tojre, daß wir an schabbojs nicht nur uns selbst daran zu halten haben, sondern alle in unserer Umgebung, die mit uns zu tun haben (zB Bedienstete, Geschäftspartner, etc) ebenfalls in der Hinsicht gerecht behandeln.

    Deshalb -so nebenbei- ist dieser „schabbes-goj“ -denke ich- nicht in Ordnung. Wenn er/sie die Arbeit tut, die Juden an Schabbes nicht tun sollen, dann tut er’s doch im Auftrag von Juden. Das ist im Prinzip noch übler -finde ich- als die Mißachtung selbst zu tun. Denn hier wird Verantwortung abgeschoben, die nicht abschiebbar ist.
    Oder anders, solche Juden verleugnen nur ihre eigene Verantwortung, ein Selbst-Betrug also.

    Insofern ist der Schabbes-Modus vom Uli nicht nur sein Recht (und wenn er will „Pflicht“) sich selbst (Familie) gegenüber, sondern auch sein Respekt uns gegenüber.
    Die Verführbarkeit, die sein blog -mit oder ohne Kommentarfunktion- auf jeden von uns, die wir so geneigt sind, darstellt, ist ganz einfach nicht vorhanden: Schabbes eben.
    Und irgendwo auch ein Fingerzeig, mag man meinen…

    Mal abgesehen vom Feuer machen (so.), soweit ich weiß ist schöpferische Tätigkeit in jeder Form an Schabbes nicht vorgesehen. Ob nun lesen als solches gelten sollte? Nu, lesen bildet…

    Insgesamt hält jeder seinen Schabbes wie er/sie/es mag (nicht wie es sollte des öfteren ist anzunehmen), andere Orthodoxe zB lassen ihren blog auch über Schabbes auf, nur moderieren nicht.
    Ist wohl eben ein Berücksichtigen einer nichtjüdischen Mitleserschaft?
    Am Ende ist’s Uli Entscheidung, und soweit ich das selbst überhaupt beurteilen kann aus halachischer Sicht absolut erwartbar, dieser Schabbes-Modus.

    So weißt Du, wie ich es verstand… :P

    Aber bitte verstehe mich nicht falsch in der Hinsicht, daß ich Dich belehren oder mahnen wollte, da müßte ich schon sehr streng bei mir selbst beginnen. :roll:
    Eines in jedem Fall, auch ohne bei Uli an’s Tor „Schabat-Modus“ zu geraten, wann Schabbes ist, und wann es vorbei ist, das gehört ganz fest in mein Leben, und ich achte den Schabbes als das, was es ist (soweit mir es möglich ist)…

    Mal ‘ne andere Frage, zB an velvl, Uli.
    Als Gebot steht Schabbes in derselben Reihe und damit Wertung wie auch das Gebot „nicht morden“, zB.
    Trotzdem dürfte den meisten von uns das Morden als „sündiger“ erscheinen, als eben den Schabbes zu mißachten.
    Jedoch, halachisch dürfte es sich um denselben Grad um Mißachtung der Gebote handeln.

    Sehe ich das richtig?

  14. Jochanan says:

    @A.mOr:

    Die schwere eines Vergehens lässt sich an der angedrohten Strafe messen. Für die Entweihung des Shabbats ist das “Skila”, also das Herabgeworfen werden aus hoher Höhe und danach solange mit Steinen beworfen werden bis man stirbt;
    für Mord wird “Hereg” angedroht, nämlich ein Abtrennen des Kopfes.

    Hmmm….. ob man da eine graduelle Unterscheidung machen möchte?

  15. Jochanan says:

    p.s.
    “Skila” wird als schwerere Strafe als “Hereg” angesehen

  16. Julia says:

    Lieber A.mOr, danke für das Lied. Die Musik hat mir sehr gefallen (es tönte wie jemenitisch oder marokkanisch), den Text habe ich nazürlich nicht verstanden, ausser 2 Worte: Baruch und Adonai und natürlich, dass es sich um ein eher religiöses Lied handelt.

    ———–

    @Jochanan
    “Skila” wird als schwerere Strafe als “Hereg” angesehen
    Also, ich weiss nicht, gelinde gesagt scheint es mir – bei allem Verständnis für einen anderen Glauben – schon ziemlich brutal und ich nehme an, dass heutzutage vor allem “Silka” aber auch “Hereg” nicht mehr angewendet werden.

  17. velvl says:

    hi a.mor!

    “Deshalb -so nebenbei- ist dieser „schabbes-goj“ -denke ich- nicht in Ordnung. Wenn er/sie die Arbeit tut, die Juden an Schabbes nicht tun sollen, dann tut er’s doch im Auftrag von Juden. Das ist im Prinzip noch übler -finde ich- als die Mißachtung selbst zu tun. Denn hier wird Verantwortung abgeschoben, die nicht abschiebbar ist.
    Oder anders, solche Juden verleugnen nur ihre eigene Verantwortung, ein Selbst-Betrug also.”

    es gibt sachen, welche ueber der ueblichen logik stehen. die idee von shabbat war nie, dass die ganze welt still steht. eine waermeplatte fuer essen, tut auch eine arbeit, welche juden nicht tun duerfen. ich will hier zwar nicht nichtjuden auf eine stuffe mit eine waermeplatte stellen, aber es geht darum, dass es nicht verboten ist.

    deine interpretation ist absolut legitim und du bist damit nicht alleine. es geht halt darum, wie dein shabbat aussieht. viele lesen keine zeitungen am shabbat, da es “chol”, also sekulaer ist, fuer die anderen ist es die einzige moeglichkeit in der woche morgens nach dem gebett in aller ruhe mit kaffee und kuchen eine zeitung zu geniessen. die andere wollen absolut nichts machen und lassen es die nichtjuden tun. (es ist aber nicht so, dass sie von vorne rein verbotene arbeit machen, sondern (meistens) nur wenn es ploetzlich noetig wird.) im grossen und ganzen ist so ein shabbat von anderen nicht zu unterscheiden.

    “Als Gebot steht Schabbes in derselben Reihe und damit Wertung wie auch das Gebot „nicht morden“, zB…..Jedoch, halachisch dürfte es sich um denselben Grad um Mißachtung der Gebote handeln.”

    wenn du den shabbat nicht haelst, so ist es eine sache zwischen gott und dir. wenn du jemanden mordest, so ist es eine sache zwischen dir und deinem mitmenschen. suenden unter menschen haben einen groesseren gewicht, besonders solche welche unumkehrbar sind.

    und shabbat halten steht nicht gegenueber dem “nicht morden”(falls du die tafeln gemeint hast), sondern “du sollst kein falsches zeugnis ablegen”. die verbindung ist eindeutig. mit shabbat bezeugst du, dass gott die welt in 6 tagen erschaffen hat.

  18. willow says:

    “Deshalb -so nebenbei- ist dieser „schabbes-goj“ -denke ich- nicht in Ordnung.”

    Ja warum denn nicht? Was ist den schlecht daran, wenn der Jude seinen Schabbes am Sonnabend hält und der Goj den seinen am Sonntag, der Muselman am Freitag? ;-)

    So in etwa funktioniert doch (zumindest ein bißchen) Israel …

    Aber wie schon gesagt, Ulis Seite – Ulis Regeln.

    (Es gibt natürlich schlimme Übertreibungen – wenn z.B. die Goj-Voluntäre am Shabat die Arbeiten zur Betreuung der Behinderten übernehmen und als Ausgleich über Pessach *nach* Ägypten fahren – das gab schon kritische Blicke :-; )

  19. Velvl und willow,

    muesste jetzt erstmal graben, aber meiner bescheidenen Studien, die ich noch ein wenig im Hinterkopf habe, ist rein halachisch ein Schabbat-Goi sehr problematisch und mehrere orthodoxe Rabbiner gaben mir gegenueber das als nicht anwendbar an, insofern man durch deren Taten am Schabbat Nutzen hat und das ist doch etwas anderes als eine Waerme-’Platta’…

  20. Julia says:

    Uli, ich frage mich, wie sollen streng gläubige Juden – in Bezug auf Shabat – sich verhalten, wenn einem Baby die Windel gewechselt werden müssen, ein krankes Kind, ein alter kranker und hilfebedürftiger Mensch in der Familie gibt, die rund um die Uhr Pflege brauchen?

    Der Sinn des Shabats ist wohl, dass man am 7. Tag ausruhen soll, keine schwere Arbeit verrichtet. Jeder braucht mal eine Pause vom Alltag, aber es gibt Dinge, die zwar als Arbeit gelten und dennoch getan werden müssen, sonst stünden die Spitele, die Altersheime lahm und wenn auch die Armee den Shabat halten würde, wäre verhängnissvoll für das Land. Wo bleibt da die Logik, wenn das Betätigen eines Knopfs (der Herdplatte, des Fahrstuhls oder den Lichtschalter) als Arbeit gelten? Im Grunde genommen ist auch das Aufräumen des gebrauchten Geschirrs auch eine Arbeit. Bleibt das Geschirr im Sommer bei glühender Hitze liegen bis der Schabat zu Ende geht?

    So lange ich berufstätig war, wartete ich auf den Freitag Nachmittag wie auf einen Rettungsring. Bis Montag konnte ich endlich Dinge tun, für die ich weder Zeit noch Lust während der Woche hatte und die für mich als eine absolute Erhohlung galten. Weder Stress, noch Termine, noch Sitzungen. Gar nichts tun kennen wir Schweizer kaum, wohl aber gelegentlich auch mal “leuen” (faulenzen) und auch dann in dem wir lesen oder mal später aus den Federn springen, wenn das Wetter ungemütlich ist.

    Alle Gebote in der Religion haben ihren Sinn und sind der Zeit angepasst in der sie entstanden sind. Aber sich stur noch heute danach zu halten, in einer Zeit in der viele Aktionen gar nicht mehr als “Arbeit” im wahrsten Sinne des Wortes gelten, betrachte ich als übetrieben.

    “…ist rein halachisch ein Schabbat-Goi sehr problematisch und mehrere orthodoxe Rabbiner gaben mir gegenueber das als nicht anwendbar an, insofern man durch deren Taten am Schabbat Nutzen hat…” Und weshalb sollte man “keinen Nutzen” haben, wenn man, das was man mit Freude tut, als Erhohlung vom Alltag dient und nicht als Muss-Arbeit?…

  21. velvl says:

    hi julia!

    du verfehlst die bedeutung von shabbat. shabbat ist zwar ein ruhetag, aber es ist kein “tag an dem DU ruhst”. auch das, was wir unter arbeit verstehen gat ueberhaupt nichts mit der “arbeit” zu tun, welche in der torah gemeint ist.

    die zwei ersten absaetze von dir sind ueberfluessig, da alles was du da beschreibst, (bis auf lichtschalter) keine arbeit im sinne der torah ist.

    wie gesagt, shabbat ist kein erholungstag. daher ist die definition “alles, was mir erhohlung bringt ist keine arbeit” falsch.

    in erster linie ist der shabbat ein heiliger tag. wenn man den ganzen tag vor glotze oder internet verbingt, verpasst die heiligkeit des tages oder wird abgelenkt.

    und noch ein halachisches argument fuer shabbas modus. es ist verboten von hilul shabbat (shabbat entweihung) nutzen zu haben. d.h. es ist sehr problematisch etwas von juden am shabbat geschriebenes zu lesen. weil man so “spass” an entweihung von shabbat haben wuerde. daher ist der shabbas modus absolut richtig, auch wenn es nichtjudische israel/judentum freunde auch betrifft. (sie wissen sowieso, dass alles juden ne meise haben. ;) )

  22. Julia says:

    Hi velvl!
    Und was tut man am Shabbat?
    Diejenige, die ich da aber am meisten in Israel kenne, sind nicht streng gläubig und verbringen die Samstage nicht viel anders als wir Nichtjuden da.

  23. Yael says:

    Hallo Uli, ich weiß auch, dass ein Schabbes-Goi sehr problematisch ist und es ist eigentlich nicht erlaubt, Nichtjuden etwas tun zu lassen, was man selber nicht darf.

  24. velvl says:

    @julia

    “Und was tut man am Shabbat?”

    in der torah wird shabbat durch sachen definiert, die man nicht tun darf. alles andere ist erlaubt.

    das einzige gebot ist “shabbat huetten und erinnern”

    praktisch sieht es so aus, dass es etwas mehr gebete gibt. zu den zeiten des tempels gab es ein ein spezielles opfer.

    heute ist es so, dass die meisten der verbotenen taetigkeiten, welche mit handwerk, essenzubereitung und landwirtschaft zu tun haben, die menschen tagtaeglich sowieso nicht ausueben. elektrizitaet, als feuer ist nach allen frueheren (vor 120 jahren) orthodoxen meinungen dazugekommen.

    also ist shabbat heute ein familientag, an dem die juden praktisch von der modernen welt “abgeschnitten” sind. man isst und lernt mit der familie oder freunden und man wird durch absolut nichts abgelenkt. dadurch ist schabbat kein ferientag, sondern ein echter ruhe-feiertag.

    man sollte bedenken, dass die menschheit mit dem shabbat das erste mal einen ruhetag bekommen hat. weder maja, noch aegypter oder urbabylonier kannten einen ruhetag. die meisten menschen waren tagesloehner. wenn du ein tag deinen geschaeft nicht aufmachst, wird dir geld fehlen. wenn aber alle gezwungen sind ihre laeden zuzumachen, verliert keiner dadurch, da die gewinne von dem siebten tag, sich auf die sechs andere verteilen.

    so gesehen, ist der shabbat auch ohne der eigentlichen bedeutung, fuer die gesammte menschheit sehr wichtig.

  25. Julia says:

    Danke vielmals Velvl für die Erklärung.

  26. Hi Julia,

    “Uli, ich frage mich, wie sollen streng gläubige Juden – in Bezug auf Shabat – sich verhalten, wenn einem Baby die Windel gewechselt werden müssen, ein krankes Kind, ein alter kranker und hilfebedürftiger Mensch in der Familie gibt, die rund um die Uhr Pflege brauchen?”

    Ziemlich normal ;) Das heisst, meinen Babies wechsel ich ziemlich viel die Windeln ab Schabbat – das ist auch halachisch keine ‘Arbeit’. Genausowenig wie Krankenpflege oder Betreuung. Ich kenne sogar Orthodox-Reglioese (um jetzt einige ganz durcheinander zu bringen), die den Schabbat ueber in einem Behindertenheim arbeiten, in dem sie die Behinderten dort betreuen, und an einem anderen Wochentag – bzw. oft dem monatlichen Gehaltscheck dafuer Geld bekommen. Und das alles waehrend sie bei ihrer Arbeit gegen keinerlei halachische ‘Arbeiten’ verstossen – aber hier koennte man natuerlich fragen, ob es ‘im Sinn’ des Schabbats ist. Nicht zu vergessen aber auch orthodoxe Juden, die zu Schabbat als Soldaten uns alle beschuetzen oder Aerzte, die leben Retten, und viele halachische Arbeiten begehen. Da sagt man oefter auch mal vereinfacht und bitte kein one-size-fits-all Blanko-Cheque, aber im Sinn treffend: “Wer sich mit Mitzwot beschaeftigt, ist von [anderen] Mitzwot befreit.”
    Und ja, Lebensrettung geht sowieso ueber alles und selbst nur die Moeglichkeit einer Lebensrettung, der Verdacht einer Gefahr etc., so dass z.B. bei Situationen, die am Schabbat entstehen koennten, wo der Schabbat verletzt werden muss, um eventuellen Gefahren zu begegnen, nicht einmal der Rabbi nach seinem Rat gefragt werden darf, sondern sofort gehandelt werden muss, so effektiv wie moeglich, auch wenn es den Schabbat schwer verletzten sollte, und danach kann man dann ueberlegen. Erst aber Leben retten bzw. aus dem Zweifel der Gefahr bringen! Oder wie heisst es doch so schoen in etwa: Einen Schabbat verletzten, damit er noch viele haben kann.

    “Jeder braucht mal eine Pause vom Alltag, aber es gibt Dinge, die zwar als Arbeit gelten und dennoch getan werden müssen, sonst stünden die Spitele, die Altersheime lahm und wenn auch die Armee den Shabat halten würde, wäre verhängnissvoll für das Land.”

    Ist alles von der Halacha gedeckt, keine Sorge ;)

    “Wo bleibt da die Logik, wenn das Betätigen eines Knopfs (der Herdplatte, des Fahrstuhls oder den Lichtschalter) als Arbeit gelten? Im Grunde genommen ist auch das Aufräumen des gebrauchten Geschirrs auch eine Arbeit.”

    Nein, nicht im kleinen Massstab und fuer den Schabbatgebrauch. Geschirr aber fuer nach Schabbat zu sortieren waere eine ‘Arbeit’. Aber du darfst z.B. die schwersten Stuehle den ganzen Tag hoch und runter schleppen, wenn du magst – das ist keine ‘Arbeit’.

    “Bleibt das Geschirr im Sommer bei glühender Hitze liegen bis der Schabat zu Ende geht?”

    Nein, Geschirr wird abgeraeumt, bevor gebenscht wird. Geschirr abwaschen ist aber im Grunde nur erlaubt fuer Dinge, die man am Schabbat noch benutzen will.

    “Alle Gebote in der Religion haben ihren Sinn und sind der Zeit angepasst in der sie entstanden sind. Aber sich stur noch heute danach zu halten, in einer Zeit in der viele Aktionen gar nicht mehr als “Arbeit” im wahrsten Sinne des Wortes gelten, betrachte ich als übetrieben.”

    Das ist lustig, denn ich sehe oft es genau umgekehrt, z.B. dass erst nach der Erfindung des Fernsehers, Handys und Computers der Mensch so richtig zu schaetzen lernt, 25h Stunden ohne zu entspannen und sich wirklich einmal ganz der Familie, der Torah, dem Futtern und Schlafen hinzugeben ;)

  27. Und noch was Allgemeines zum Schabbat:

    Velvl hat Recht, frueher gab es sowas nicht. In allen Kulturen lebte man so vor sich hin und ab und zu gab es Festtage oder einmal Woechentlich oft einen ‘Markttag’, und die Woche konnte auch 8 oder 9 oder sonstwieviele Tage haben.
    Das Judentum kam und fuerhte den Ruhetag am Siebten ein und erntete dafuer in der Antike noch Spott, wohl eine besonders faule Clique zu sein, anstatt alle Tage durchzuarbeiten.
    Was sie aber schon damals uebersahen: Ein Ruhetag verlangt mehr Arbeit und vor allem mehr konzentrierte(!) Arbeit an den anderen Tagen, um ihn moeglich zu machen, wie Velvl schon erwaehnte. Und es ist allgemein bekannt, dass die Freizeitkultur eine Erfindung der fleissigsten und am hart arbeitesten Kulturen war: Nur wer konzentriert und massiv arbeitet, erfindet den konzentrierten und massiven ‘Urlaub’. Eine Kultur wo man so vor sich hinarbeitet und in vielen Faellen wohl auch in 8 Tagen insgesamt weniger machte, als andere in sechs Tagen und Ruhetag, kann mit dem Konzept von Urlaub nicht so richtig was anfang.

    Und man bedenke auch, dass uns Juden nicht nur der Ruhetag befohlen ist (und zum Glueck ist es befohlen, denn wer wuerde sich wirklich akribisch daran halten, wenn es ‘nur’ ein vernuftbegruendeter Selbstentschluss ist ;) ), sondern auch sechs Tage zu ackern:

    “Sechs Tage lang SOLLST DU ARBEITEN und all deine Erledigungen machen, aber am siebten Tag ist ein Schabbat (Ruhe Tag) fuer den Ewigen, deinen Gott…”

    Und was bedeutet Schabbat?

    Am Schabbat haben wir vier Amidas (Hauptgebete), eins Freitag abens, eins Schabbat Morgen und am spaeten Morgen und eins am Nachmittag.

    Jedes Gebet enthaelt im Hauptteil einen verschiedenen Aspekt von Schabbat:

    AM ABEND gedenken wir den Schabbat, als siebten Tag der Schoepfung, an dem Gott ruhte – und so ruhen auch wir mit der Schoepfung an diesem Tag (denn im Judentum ist der Mensch Partner Gottes in der staendig weiterlaugenden und unvollendeten Schoepfung.)

    AM MORGEN gedenken wir den Schabbat, als Gebot, das Moses erhielt und das wir einhalten und in Erinnerung halten sollen – und so tun wir es.

    AM SPAETEN MORGEN (Mussaf) gedenken wie dem Tempeldienst am Schabbat und erwaehnen die besonderen Schabbatopfergaben dieses heiligen Tages.

    AM NACHMITTAG gedenken wir des Schabbats als messiansiches Konzept der Zukunft, wo alle Welt einen Gott erkennt, und diesen mit einem Namen anruft (alle ‘Adonai’). Dann werden auch alle den Schabat halten und sowieso ist das messianische Zeitalter in etwas als Schabbat der Zeitalter umschrieben ;)

    So macht Schabbaten doch richtig Spass… ;)

  28. Yael says:

    @Julia, das Wort Arbeit im Deutschen suggeriert etwas anderes als Melacha im Hebräischen.
    Man kann es einfach so sagen, Gott ruhte am 7. Tag von seiner schöpferischen Tätigkeit und wir machen das auch, das hat aber nichts mit “Arbeit” zu tun.

    Erich Fromm über den Schabbat

    Zweifellos ist der Sabbat eine, oder vielleicht sogar die zentrale Einrichtung der biblischen und rabbinischen Religion.
    Er wird im Dekalog befohlen; er ist eines der wenigen religiösen Gebote, an denen die auf Reform bedachten Propheten nachdrücklich festhielten; er nimmt im rabbinischen Denken eine zentrale Stellung ein, und seit es das Judentum mit seinen traditionellen Gebräuchen gibt, war und ist er das herausragendste Phänomen der jüdischen Religionsausübung. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, daß die Juden zwei Jahrtausende der Verfolgung und Demütigung geistig und moralisch kaum überlebt hätten, wenn nicht selbst der Ärmste und Elendste unter ihnen an einem Tag der Woche sich in einen würdevollen und stolzen Menschen verwandelt hätte, wenn der Bettler an diesem Tag nicht zum König geworden wäre.
    Um diese Behauptung nicht für eine grobe Übertreibung zu halten, muß man aber die traditionelle Feier des Sabbats in ihrer authentischen Forum miterlebt haben. Wer meint, er wisse was der Sabbat ist, weil er zugesehen hat, wie die Kerzen angezündet wurden, hat kaum eine Vorstellung von der Atmosphäre, die der traditionelle Sabbat ausstrahlt.
    Der Grund, weshalb der Sabbat die zentrale Rolle im jüdischen Gesetz einnimmt, ist darin zu suchen, dass er der Ausdruck der zentralen Idee des Judentums ist: der Idee der
    Freiheit; der Idee der vollkommenen Harmonie zwischen Mensch und Natur; zwischen Mensch und Mensch; der Idee der Vorwegnahme der messianischen Zeit und der Überwindung von Zeit, Traurigkeit und Tod durch den Menschen.

    http://yaelmyblog.wordpress.com/2011/03/04/erich-fromm-uber-den-schabbat/

    “Das ist lustig, denn ich sehe oft es genau umgekehrt, z.B. dass erst nach der Erfindung des Fernsehers, Handys und Computers der Mensch so richtig zu schaetzen lernt, 25h Stunden ohne zu entspannen und sich wirklich einmal ganz der Familie, der Torah, dem Futtern und Schlafen hinzugeben”

    Genau das, Uli. Viele, die nicht danach leben, verpassen etwas, das sie leider gar nicht mehr kennen.
    Es macht eben genau die Erholung aus, nicht immer erreichbar zu sein, nicht einkaufen zu müssen etc., sondern sich dem widmen, wonach man die Woche hinterher rennt. Was gibt es besseres? :)

  29. Yael says:

    Ich steh mal wieder auf Mod. Grrrrrrrrrr

  30. A.mOr says:

    Nu, hier hat sich ja eine richtige Flut in Sachen Nachhilfe für’s Judentum ergeben. 8O
    Das kann nicht schaden, mir auch nicht: vielen Dank, va Uli & Yael & velvl am Ende noch.
    Und Julia danke für’s Nachhaken. ;)

    velvl, Dein halachisches Argument für’s Schabat halten (contra hilul) hat gerade noch gefehlt und leuchtet ein! Und auch Yaels Hinweis auf Erich Fromm finde ich sehr gut!

    Und Julia, sehr witzig: „…und ich nehme an, dass heutzutage vor allem “Silka” aber auch “Hereg” nicht mehr angewendet werden.“ – Sicher? :lol:
    Aber Jochanans Argument, daß man die Schwere des Vergehens an der Schwere der Bestrafung ablesen könne ist schon interessant.

    Allerdings frage ich mich, ob eine Todes-Bestrafung wegen hilul schabat jemals stattfand, also auch vor 70allg.Z.?

    Wiederum velvls Argument, daß eine Entweihung des schabbes eine Sache zwischen „mir und gott“ ist macht einfach mehr Sinn.
    Eine Bestrafung wegen Nichteinhaltens von schabbes, dann noch Tod unter grausamen Umständen, erscheint mir „unjüdisch“. Mag sein, daß wir als Menschen im Altertum anders organisiert waren als heute, aber eine Todesstrafe in dem Fall erscheint mir etwas übertrieben.
    Bei Entweihung wiederum sieht es sicher etwas anders aus…
    Selbst dann jedoch erscheint mir Ausschluß aus der Gesellschaft bzw Verbannung sinnvoller.
    Der Mensch sollte sich nicht erheben um das „Schwert gottes“ zu „spielen“.

    Wie wir bald wieder an chanukka lernen dürfen, es braucht anscheinend schon verzweifelte Umstände (wie in dem Fall die drohende Hellenisierung der Juden verbunden mit der Abkehr von gott), bis es ‘richtig knallt’…

    Ach, täten es Christen und Moslems doch nur mal akzeptieren, wenn sie schon nicht verstehen mögen…

    velvl, an der einen Stelle habe ich mich mißverständlich ausgedrückt.
    Ich hatte die zehn „in einer langen Reihe“ vor Augen, nicht in zwei Tafeln.
    So wie Du es darstellst (falsch Zeugnis/Schabat entweihen) macht es natürlich Sinn im Bezug.
    Mir war daran gelegen „vermeintlich sehr harmlos“ dem „vermeintlich sehr schlimm“ gegenüberzustellen.
    „Im Rahmen meiner westlichen Gesellschaft“ sicher eine lohnenswerte Überlegung?
    Trotzdem, beide Vergehen (Mord/Schabbes-’Entweihung’) sind ein Zuwider den Geboten.

    Dann also nochmal zum ‘Mord’.
    Heute, wie wir wissen, wird die Todesstrafe in Israel nicht mehr ausgeführt (einzige Ausnahme war das vollstreckte Todesurteil gegen den Massenmörder Adolf Eichmann). Das hat mit der säkularen Gerichtsbarkeit zu tun, denn nach halacha wäre ein Todesurteil auch vollstreckbar. Stimmt’s?
    In dem Zusammenhang (habe ein wenig geblättert) ist sicher interessant bamidbar 35.

    ZB „[16] (…)so ist er ein Mörder: als solcher muß er unbedingt mit dem Tode bestraft werden. [17] (…) so ist er ein Mörder: als solcher muß er unbedingt mit dem Tode bestraft werden. [18] (…) so ist er ein Mörder: als solcher muß er unbedingt mit dem Tode bestraft werden“ (Übersetzung: Menge-Bibel auch ff.)

    Im Kapitel 35 ist auch zu lesen, daß der ‘Blutrache’ vorgebeugt werden soll, die einen Totschläger (unabsichtlich herbeigeführter Tod) treffen könnte „(…) [12] Diese Städte sollen euch nämlich als Zufluchtsorte vor dem Bluträcher dienen, damit der Totschläger nicht getötet wird, ehe er vor der Gemeinde gestanden hat, um abgeurteilt zu werden.“

    In Bezug auf Mörder ist das anders: „[19] der Bluträcher soll den Mörder töten; sobald er ihn antrifft, soll er ihn töten; (…) [21] so muß der (…) unbedingt mit dem Tode bestraft werden: er ist ein Mörder: der Bluträcher soll den Mörder töten, sobald er ihn antrifft.“

    Deutlicher noch „[31] Ihr dürft auch kein Lösegeld für das Leben eines Mörders, der des Todes schuldig ist, annehmen, vielmehr soll er unbedingt mit dem Tode bestraft werden.“

    (…ist klar, alles ohne Kommentare, ohne Nachbewertung usw, aber immerhin, es ist Mosche; für die Moscher!.
    OT: Orphaned Land spielen übrigens am 1.Dezember in Kiel, ‘Die Pumpe’. :D Ansonsten: http://orphaned-land.com/tour.html )

    Zurück zum Thema.
    „(a.;)Moralisch“ würde ich es so ausdrücken wollen:
    der Mörder hat durch seine Tat sein Leben selbst verwirkt, die Umsetzung einer Todesstrafe ist also letztlich „im Sinne“ des Mörders.
    Dieser wird es so (wahrscheinlich) nicht begreifen, je nachdem.
    Verbrecher/Mörder neigen dazu ihr Tun als „gerechtes“ anzusehen (warum auch immer), was eben der (Un)Vernunft des Verbrechens selbst geschuldet ist (der „Moral“ des Verbrechers), die ihre Opfer „entmenschlichen“, und gleichzeitig damit gegen die Religion, gegen gott handeln.

    Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag liegt ganz klar in der Absicht.
    Kurz also: Der Mord selbst ist schon ein Selbstmord, gewissermaßen.
    In unseren Schriften heißt es sinngemäß: nimmst du ein (Menschen)Leben, so tötest du die Welt.

    Einen Aspekt Richtung schabbes möchte ich noch hinzufügen. Wie velvl sagt, ist ein Mißachten des schabbes eine Sache zwischen „mir und gott“. Das stimmt sicher uneingeschränkt.

    Und doch, es ist uU auch eine Sache zwischen „mir und den Mitmenschen“.
    Chanukka hatte ich schon erwähnt (ist gerade auch naheliegend ;) ).
    Das Mißachten von Schabat ist ein vorbildhaftes (im sachlichen Sinne) Handeln, dem andere Nacheifern könnten, so wie eben -bezogen auf chanukka- viele Menschen dem Hellenismus den Vorzug gegenüber dem Judentum gaben, bzw zum „Verwischen“ des Judentums neigten.

    In der „aufgeklärt-westlichen“ Werteskala mag das tolerierbar sein, aber es ist für das Judentum (intern) nicht tolerierbar, wenn der Bund und das Versprechen gegenüber haschem gebrochen wird.
    Trotzdem betrifft es de facto nur religiöse Juden, die Atheisten/Agnostiker etc müssen sich damit eben abfinden.
    Im „unbequemsten/ungünstigsten“ Falle eben sich ganz vom Judentum verabschieden. Das wäre natürlich schlimm (und ist wohl auch eher seltenst), aber insgesamt können den Nichtreligiösen die Erkenntnisse der Religiösen nicht schaden, so oder so.
    Zum Glück ist Judentum keine Despotie oder sonstwie Gewaltherrschaft.

    So und/oder so, es bleibt eher ein „mir gegenüber gott“, denn auch mit der Verantwortung die wir alle haben (als Vorbilder, mindestens gegenüber Kindern), der Mensch/bzw der Jude ist frei sich zu entscheiden, ob er einen jüdischen Weg geht, oder ob er sich vom Judentum entfernt.
    So sehe ich das.

    („Bekehren“, „missionieren“ macht auf religiöser Ebene keinen Sinn, eine gute Religionsausübung kann nur stattfinden, wenn der Schüler bzw Zugewandte dazu auch bereit ist.
    ‘Mission’ oder ‘Unterwerfung’ ist „Menschenfängerei“, Judentum ist das nicht.)

    Hier komme ich zu willow (:..hallo..:), gute „ägyptische Pointe“! :roll:
    willow: „Ja warum denn nicht?“
    Stimmt zwar, daß alle möglichen Leute ihre Weise der „Religionsausübung“ haben, und in Israel gibt’s ja auch bahai oder Scampischlürfer ;) nu, was gibt es nicht?
    Aber ich spielte natürlich ganz alleine auf die Vernunft und den Respekt von religiösen Juden gegenüber dem Gebot an, sozusagen ‘cosa nostra’ :cool:
    Dieses wird ja nicht durch die Bemessung von „Christianenser oder Muselmanier“ bestimmt, sondern alleine von Juden selbst.
    Da können die anderen Missionieren, bis sie heulen!

    Als Menschen leben wir auf dieser großen kleinen Welt alle in Eintracht oder Zwitracht oder ohne Tracht, je nach Lust und Geschmack und Bedürfnissen, aber als Juden gegenüber dem Judentum nur in dieser einzigen Verantwortung.
    Daher finde ich persönlich den Schabat-Modus von Uli vorbildhaft und konsequent.
    Du hast recht, Uli ist sowieso der Chef von seinem blog, aber es geht doch darüber hinaus, denn in dieser Sache ist Uli nur derjenige, der konsequent nach „Judentum“(…) handelt.
    Vollkommen gleich, was die Schintoisten davon halten, oder die Sadomaso-Szene :twisted:

    Und wenn ein Jude einen goj engagiert, um das zu tun, was ein Jude an Schabat nicht tun soll, dann tut er es doch selbst (danke Yael nocheinmal;), aber (das war noch mein „Spezial-Wink“) er/sie zieht den goj noch mit hinein, macht ihn/sie zum Werkzeug widerrechtlicher Handlung.
    Das ist also doppelt „blöd“, ziemlich rücksichtslos, eigentlich.

    Es gibt Regelungen dafür, was ein Jude trotz Schabbesgebot darf, bzw trotz dem soll, zB eben Leben retten.
    Antisemiten behaupten dreist das Gegenteil, Du kennst ja zB „unsere J.“ auf hag…
    Genau mit ihr hatte ich solche „Diskussion“, da kann man nur noch die Hände über’m Kopf zusammenschlagen!
    (Spätestens seitdem weiß ich nocheinmal den Vergleich von Karl Pfeifer zu schätzen zwischen Bienen und Fliegen. Bienen machen Honig, was machen Fliegen?
    Nichts gegen Fliegen als Geschöpfe an sich… ;) )

    Und nochmal velvl: den Vergleich mit der „Wärmeplatte“ finde ich auch nicht so gelungen, obwohl mir natürlich klar ist, daß Du nicht Menschen mit „Wärmeplatten“ gleichsetzen wolltest. :?: :P
    Nu, im Winter vielleicht…?? :oops:
    Man findet in den Städten so schlecht Holz für den Ofen…

    Habe ich noch was übersehen?
    Eines noch, velvl, ein wenig Deutsch-Unterricht:
    es ist ‘säkular’, nicht ‘sekulär’. :roll:
    Oj, un Rainer eppes: jeeezze is alles klaro asoj, wa?!

    schojlem ale.hem!

    PS/ ach Uli (und all die anderen „punkjews & chassidn und so“ :mrgreen: , von wegen alle ‘adonaj’: moschiach bald, OY!
    Gehabt euch wohl und haltet dem schabbojs.

  31. Julia says:

    Lieber A.mOr, der Ausdruck “goi” kommt sehr oft vor. Für meine Ohren tönte er immer – und tut er heute noch – pejorativ im Bezug auf Christen. In RO gab und gibt es noch ein pejoratives Wort für Juden “Jidov/Jidan”, das allerdings – wie manche wissen – aus dem Slawischen stammt und nichts anderes als Jude bedeutet, aber in RO als Beleidigung benutzt wird, da ansonsten die Juden offiziel als “Evrei” (Hebräer) bezeichnet werden. Die Religion wird als “Mosaisch” angegeben und notiert, hier als “Israelitisch”.

    Nun, was ist ein GOI? Wenn ich den Ausdruck höre oder lese denke ich automatisch an das, was rum. “goi” bedeutet. “goi” ist die Plural-Form vom nackt (masc.)…

  32. A.mOr says:

    Hallo, liebe Julia,
    ‘goi’, oder jüdischer ;) ‘goj’/'goy’ bedeutet nichts anderes als ‘Nicht-Jude’, singular, plural: ‘gojim’.
    Das ist sicher nicht beleidigend gemeint, nur sachlich.

  33. A.mOr says:

    Julia, lies besser den nochmal dazu, kann nicht schaden:
    http://www.talmud.de/cms/Gojim_die_MZ_Singular.233.0.html

    (Hatte gerade ‘wikipedia’ probiert und bin ziemlich unzufrieden damit…)

  34. A.mOr says:

    Julia (und alle anderen)!

    Nochmal wegen ‘wikipedia’, Stichwort „goi“, dieser Text ist meiner Meinung nach latent (!mindestens!) antisemitisch!
    Dort steht zB:
    „In heutiger Zeit ist die Assoziation von goyim und „Bestien“ im Kontext der radikal-jüdischen Rassentheorie bekannt, insbesondere in der jüdischen Siedlerbewegung.“
    :!:

    Richtig, da steht:
    !!JÜDISCHE RASSENTHEORIE!!
    Nachzulesen hier.

    Es wird sich (ua.) bezogen auf Joel 1.Kapitel „[6] Denn ein Volk ist über mein Land heraufgezogen, ein gewaltiges und zahlloses; seine Zähne sind Löwenzähne, und ein Gebiß hat es wie eine Löwin.“

    Hier wird „Volk“=„gojim“ verwendet für Heuschrecken.
    Der wikipedia-Autor (oder sonstige Quellen des-/ oder derjenigen) setzt hier eine Verbindung von „gojim“ zu „Bestien“, die ganz einfach an den Fingern herbeigesogen ist!

    ZB, wenn ich als Iraner des 13.Jahrhunderts allg.Z. die Mongolen als ein „Volk von Bestien“ bezeichne, bedeutet das dann im Deutschen (öhm Iranischen), daß Volk und Bestien das selbe ist??!

    NEIN!

    Und das alles erklärt nichteinmal im Geringsten, woher denn die Wendung „Jüdische Rassentheorie“ stammt.
    Das kann doch nur von einem Antisemiten sein, oder?!

    Auch was da steht unter dem Abschnitt „Gebrauch im Deutschen“ darf man als Mißinterpretation (gelinde gesagt) mindestens der über web erreichbaren Quellen (so. Chajm Guski, aber auch Hans Peter Althaus, soweit ich las. Aber NEBBICH!) werten.

    Hier werden antisemitische Ressentiments gefördert!

    Die Quellen (über weblinks) werden ignoriert von dem Autor, bzw mißinterpretiert (und mir erscheint absichtsvoll!), die anderen kann ich nicht überprüfen.
    Muß ich, nachdem ich zweimal dort in den Quellen was anderes lese, als der wikipedia-Autor dann zum Resultat bringt?!

    Hier dienen die Quellenangaben nur dazu, daß der Text seriös wirkt, er ist jedoch eine antisemitische Farce!

    Ich würde jemanden, der einen besseren Zugang zu Quellennachweisen hat, bitten, diesen wikipedia-Eintrag gründlich zu überarbeiten/zu korrigieren.

    Und der Autor dieses wikipedia-Eintrags gehört geschaßt!!!

    Danke, Julia, da hast Du mich auf was gebracht, und dort im wikipedia stehts auch: „pejorativer Gebrauch“.
    Einfach Chajm lesen, dann ist das gleich wieder vom Tisch.

    ( :evil: ) !….! ( :evil: )

  35. Yael says:

    In der Bibel wurde Goi/Goijim zunächst für das jüdische Volk benutzt, heute bedeutet es schlicht Nichtjude, wie A.mOr schon schrieb.

  36. Julia says:

    Danke Yael, danke A.mOr. Jetzt bin ich im Bilde.

  37. velvl says:

    Goj heisst so viel wie “volk”. in der torah gibt es stellen, wo man auch juden als goj bezeichnet.

  38. Jochanan says:

    z.B. Genesis 35, 11

    Verheissung G”ttes an Jaakov
    וַיֹּאמֶר לוֹ אֱלֹהִים אֲנִי אֵל שַׁדַּי, פְּרֵה וּרְבֵה–גּוֹי וּקְהַל גּוֹיִם, יִהְיֶה מִמֶּךָּ; וּמְלָכִים, מֵחֲלָצֶיךָ יֵצֵאוּ.

  39. Rainer Lang says:

    Lieber Uli, “Ihr muesst doch auch mal von aro1 uhen” – OK, wir schon, allerdings würde es ausreichen, wenn du am Shabbes die Comment Funktion ausschalten würdest. Man könnte dann immer noch lesen. An Freunde gesandte Links würden dann immer noch greifen.

    Shalom, Rainer

  40. Julia says:

    Danke vielmals Ulrich und Yael für die Erklärungen. Ich hatte bis jetzt absolut keine Ahnung, was für eine Bedeutung für gläubige Juden der Shabbat hat, denn ehrlich gesagt, ich habe mich auch nie getraut danach zu fragen.

    Ich war sehr jung als ich an einem Freitag Abend zum Essen bei einem jungen gläubigen jüdischen Ehepaar eingeladen wurde. Ich konnte aber keinen Unterschied zu einem gewöhnlichen schweizerischen Abendessen sehen. Es gab auch kein Gebet, rein nichts Spezieles. Ich wollte zwar ein paar Fragen stellen, aber ich traute mich nicht.

    Ulrich, genau diese “Tätigkeiten” habe ich gemeint, die du aufgezählt hast und die eben Shabbat hin oder her, Priorität haben oder eben getan werden.

    Yael, du hast es sehr schön erklärt.

    Ich war schon immer eine, die viele Dinge genauer wissen wollte, und ich bin euch dankbar für die Geduld mit der ihr mir alles erklärt, denn für mich ist alles wirklich so neu und interessant zugleich.

    —–
    Was mir aufgefallen ist, ist die Uhrzeit der Kommentare. Z.B. jetzt ist bei mir 18.44 Uhr (23.11.2011) und wie kann es sein, dass bei Yael November 23, 2011 at 00:32 atweht und bei Uli November 22, 2011 at 23:43 und November 23, 2011 at 00:01?…

  41. A.mOr says:

    Zu ‘A.mOr says: November 23, 2011 at 15:55′
    Hupps, schon wieder ein wenig spät.
    Aber, eine freudige Botschaft ist’s trotzdem.

    Der Antisemitismus des wikipedia-Beitrags, wie ich ihn ansprach, ist inzwischen beseitigt.
    Ich hoffe wirklich, daß die antisemitische Version nicht allzuviel Schaden anrichtete bei Menschen, die „wikipedia“ an der Stelle zu blauäugig Glauben schenkten…

    !Meinen herzlichen Dank an Chajm, der sich für die Korrektur verantwortlich zeigt!

    (…und großen Respekt vor dessen Bescheidenheit es nicht an die große Glocke zu hängen…)
    (…dafür bin ich ja da… :P )

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