Schabbatmodus tritt in Kraft am 18.07.2014 um 19:05 Die Bewaffnung des Irak ist ein Fehler | ARO1 – Israel, der Nahe Osten & der Rest der Welt

Danke an Renate fuer die Uebersetzung dieses Israel HaYom Artikels von Dore Gold - ehemaliger israelischer Botschafter bei der UN und enger politischer Berater von Ariel Scharon und Benjamin Netanjahu. 

  

Ein Anblick, der bald Wirklichkeit werden soll: Irakische F-16s

 

Da der Iran momentan mit der Türkei unzufrieden ist, hält er Ausschau nach neuen Orten für seine Nuklearverhandlungen mit dem Westen. Eine der Optionen, die an der Stelle Istanbuls auf den Tisch kam, war Bagdad. Allem Anschein nach fühlt sich der Iran in der irakischen Hauptstadt seit dem Rückzug der amerikanischen Truppen Ende 2011, im diplomatischen Sinn, zunehmend behaglich und wohl. 

 

 

Zahlreiche Zeichen weisen darauf hin, dass der Irak mehr und mehr zum Satellitenstaat des Iran wird. Denn erstens besteht eine beträchtliche iranische militärische Präsenz im Irak, was großen politischen Einfluss nach sich zieht. Im Januar 2012 wurde in der arabischen Presse ausführlich darüber berichtet, dass der Kommandeur der Al-Quds-Brigade der Revolutionsgarden, General Qassem Sulemani, stolz bekannt gegeben hatte, dass der Iran gegenwärtig sowohl den Süden Libanons als auch den Irak kontrolliert. Dr. Amals al-Hazani, ein Professor an der König Saud Universität in Riad, schrieb am 28. Januar 2012 in al-Sharq al-Awsat, dass „sogar die sunnitischen Politiker im Irak zurückhaltend zugeben würden, dass die Al-Quds-Brigaden die absoluten Herren über die irakischen Angelegenheiten seien.

 

Wenn das die gegenwärtige Situation ist, dann sind die US-amerikanischen Pläne eine neue irakische Luftwaffe aufzubauen, höchst bedenklich. Ein hochrangiger IDF Offizier äußerte gegenüber Yaakov Katz, dem militärischen Korrespondenten und Verteidigungsexperten der Jerusalem Post, dass Israel zunehmend Geheimdienstberichte erhalte, aus denen hervorgeht, dass die Revolutionären Garden ihre Anwesenheit im Irak noch weiter ausbauen und festigen. Die israelische Besorgnis steht im Zusammenhang mit der Entscheidung der Obama Regierung dem Irak 36 der neuesten F-16 Block 52 Kampfjets zu verkaufen. Diese haben dieselben Fähigkeiten wie die F-16 Kampfjets, die an Israel verkauft worden sind. Man geht davon aus, dass der Irak, um seinen Luftraum zu verteidigen, insgesamt eine Luftstreitmacht von 96 Flugzeugen brauchen würde.

 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet der Kommandeur der irakischen Luftwaffe eine Einsatzfähigkeit der F-16 Jets nicht vor 2015. Aber der irakische Premierminister, Nouri al-Malaki, drängt auf eine beschleunigte Lieferung bis 2013. Es gibt Berichte wonach die Waffensysteme der irakischen F-16 Jets „gewissen Einschränkungen“ unterworfen sind, aber sie könnten leicht aufgerüstet werden. Da der Einfluss des Iran auf den Irak weiterhin andauert, sollte niemand überrascht sein, wenn wir in Zukunft Berichte hören, wonach iranische Piloten die irakischen F-16 untersuchen, um auf diese Weise ihre Gegenmaßnahmen gegen westliche Flug- und Waffensysteme weiter zu entwickeln. Wenn die Obama Regierung den Irak in der Hoffnung ausrüstet, dass dieser als Gegengewicht gegen den Iran dient, dann unterliegt Washington einem großen Irrtum.

 

Die Waffenverkäufe an die irakische Luftwaffe stellen die Vereinigten Staaten vor ein schwieriges Dilemma. Einerseits sind Waffenverkäufe eine der ältesten Methoden der USA, um bei den Offizierskorps der arabischen militärischen Eliten eine pro-amerikanische Haltung aufzubauen. Zu Beginn dieses Jahres trafen irakische Piloten an einer Luftwaffenbasis in Tucson, Arizona ein, um dort zu lernen, wie man die F-16 fliegt. Dies führt natürlich zu einem freundschaftlichen Umgang mit ihren amerikanischen Ausbildern. In Ägypten hat die Zeit, die die Vereinigten Staaten in Ausbildung, Ausrüstung und Übungen mit der ägyptischen Armee investiert haben, zweifellos dazu beigetragen, dass die ägyptische Armee ihre pro-westliche Orientierung auch nach dem Machtanstieg der muslimischen Bruderschaft bewahrt hat.

 

Andererseits aber sind freundschaftliche Beziehungen mit den Offizieren arabischer Luftstreitkräfte keine Garantie für eine zukünftige politische Orientierung ihres Landes. Denn nach dem Sturz des Schahs im Iran, ließ der Ayatollah Khomeini das Offizierskorps der iranischen Streitkräfte hinrichten. In der Türkei hat der Premierminister Recep Tayyip Erdogan schon die Verhaftung dutzender türkischer Offiziere in Auftrag gegeben, die er der Umsturzpläne gegen seine islamistische Regierung verdächtigt. Im Irak sind die iranischen Revolutionsgarden bereits vor Ort, während die Vereinigten Staaten tausende von Meilen fort sind, und nur mit einer Botschaft in Bagdad präsent sind, die größenmäßig zudem verringert worden ist.

 

Israel ist keineswegs das einzige Land, das die Aussicht missbilligt, dass in den kommenden Jahren eine von den Vereinigten Staaten ausgerüstete irakische Luftwaffe entsteht. Auch von Saudi Arabien ist anzunehmen, dass es angesichts des irakischen militärischen Aufbaus besorgt ist. In politischer Hinsicht gehören die beiden Länder Saudi Arabien und der Irak zu konkurrierenden Achsen in der arabischen Welt. Der Irak ist nicht nur pro-iranisch, sondern er unterstützt auch das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Denn, als die Vereinigten Staaten den irakischen Premierminister al-Maliki baten, den irakischen Luftraum für den iranischen Luftverkehr, der Assad mit Unterstützung versorgt, zu sperren, hat dieser sich geweigert und sich entschieden, statt dessen zum Iran zu halten.

 

Viele vergessen, dass al-Maliki acht Jahre lang im iranischen Exil gelebt hat; seine Partei, al-Dawa, hat enge Verbindungen mit der Hisbollah. Die jüngsten Handlungen des irakischen Premierministers werden den Verdacht des Königs Abdullah von Saudi Arabien, der al-Maliki einer Wikileaks Depesche vom März 2009 zufolge, als “iranischen Agenten” bezeichnet hat, zweifelsfrei bestätigen.

 

Und nun erhält dieser „iranische Agent“ die modernsten amerikanischen Flugzeuge. Man sollte nicht vergessen, dass Saudi Arabien in der arabischen Welt der Hauptgegner des Iran und einer der maßgeblichen Gegner des Assad Regimes ist. Tatsächlich hat al-Maliki unmittelbar nach dem jüngsten arabischen Gipfeltreffen in Bagdad eine Schimpfkanonade gegen Saudi Arabien und Qatar wegen der feindlichen Haltung beider Länder gegen das Assad Regime losgelassen. Saudi Arabien wird künftig nicht nur wachsenden politischen Differenzen mit Bagdad ausgesetzt sein, sondern zudem auch einer neuen irakischen militärischen Schlagkraft entlang seiner nördlichen Grenze, womit es seit 1990 nicht mehr rechnen musste.

 

Die neue Situation wird es dem Iran gestatten, gegen Saudi Arabien an drei Fronten Druck auszuüben: Von Bahrain im Osten, von Jemen im Süden und vom Irak im Norden.

 

Israel wird die politischen und militärischen Entwicklungen im Irak sorgsam beobachten. Es ist unerlässlich, dass Israel den Verkauf der F-16 Kampfjets gegenüber Washington zur Sprache bringt, wenn das Thema von Israels qualitativer militärischer Überlegenheit ins Spiel gebracht wird. Zwei Jahrzehnte lang war der Irak vom strategischen Gleichgewicht des Nahen Ostens ausgeschlossen. Nun möchte die irakische Regierung nicht nur in ihre Luftwaffe investieren, sondern sie hofft zusätzlich eine Landarmee von 14 Divisionen aufzustellen. Sie kauft zudem auch Abrams Panzer von den Vereinigten Staaten auf.

 

Selbst wenn Washington sehr daran gelegen ist, die Ereignisse in einem Land zu kontrollieren, in dem seine Armee einst die Herrschaft innehatte, wird es erkennen müssen, dass der Iran gegenwärtig die dominierende Kraft in Bagdad ist, die letztendlich darauf Einfluss nehmen wird, welche langfristigen Ziele die irakische Armee entlang Israels östlicher Grenze verfolgt.

 



1 Comment to “Die Bewaffnung des Irak ist ein Fehler”

  1. [...] Armee entlang Israels östlicher Grenze verfolgt. {Übersetzt von Renate für unseren Partnerblog Aro1.com - Dore Gold, Israel haYom}. Gefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser gefällt.   [...]

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