Danke an Renate fuer die Uebersetzung dieses Ynet-Artikels von Elyakim Haetzni.
In Deutschland und Co. eher nicht berichtet: Volkshass auf den ‘Juden’ Mubarak…
Op-ed: Die jüngsten Entwicklungen in Ägypten zeigen, dass Friede nur mit arabischen Diktatoren erreicht werden kann
Während des arabischen Frühlings marschierten die Massen unter dem Banner “Al-sha’ab yurid isqat al-nizam”, was übersetzt heißt “Das Volk will den Sturz des Regimes“, und die Mitglieder des Lagers der Fortschrittlichen jubelten. Unsere Förderer des Fortschritts begnügten sich mit einem flüchtigen Blick auf die Untiefen, denen dieser Wunsch entsprang, und verschlossen dann ihre Augen vor der Realität, die ihrer Weltsicht widersprach und ihnen den ideologischen Boden unter den Füßen wegzog.
In ihrem Artikel „Jetzt verstehe ich dich“, beschreibt Smadar Peri wie das neue Ägypten Suleiman Khater ehrt, den ägyptische Soldaten, der sieben Israelis, einschließlich eines Richters und einer Anzahl Kinder getötet hat. Die Al-Ahram Tageszeitung widmete diesem Mörder ihre Titelseite und dutzende Leserkommentare drückten ihre Bewunderung für ihn aus.
Ganz offensichtlich gibt Khaters Familie, die seine monströse Tat als ehrenvoll betrachtet, die Ansicht des Volkes wieder, genauso wie die Massen auf dem Tahrir Platz, die die amerikanische Reporterin Logan als „Jude“ brandmarkten, bevor sie sie sexuell anfielen; genau wie die Aufrührer, die die Schließung der israelischen Botschaft in Kairo mit Gewalt erzwangen; genau wie diejenigen, die die ägyptisch-israelische Gas Pipeline in die Luft sprengten; und genau wie all die Ägypter, die Israel seit dem Tag, an dem der Friedensvertrag 1979 unterzeichnet wurde, boykottiert haben – alle diese bringen den Willen des Volkes zum Ausdruck.
Sie sagen, dass jetzt das Volk über die ägyptische Regierung und das Militär herrscht. Die Sendung von Panzern und Flugabwehrwaffen in den Sinai – ein Schritt, der darauf abzielt den Friedensvertrag zu beenden – ist ebenfalls ein Ausdruck des Willens des Volkes. Niemand stellt in Frage, dass die allgemeinen Wahlen in Ägypten, die wirklich freie Wahlen waren, den Willen des Volkes wiedergegeben haben.
Die Folgerung ist klar: Israel erhielt “Frieden“ nur von den arabischen Diktatoren. Die Frage ist, wie verträgt sich dieser “Friede“ mit einer liberalen-progressiven Weltsicht?
Wir werden niemals in der Lage sein, den Palästinensern das anzubieten, was wir den Ägyptern im Austausch für ein Friedensabkommen angeboten haben. Den Ägyptern gaben wir den Sinai, aber die Palästinenser wollen jedes Stück des angeblich “gestohlenen Landes“ zurück haben – einschließlich Haifa und Jaffa. Abbas sagt das nicht öffentlich, aber das ist genau das, was seine Leute haben möchten.
Der Zionismus des aufgeklärten Israeli besteht darin, aus der Isolation des “Exil“ ausbrechen zu wollen. Ist das nicht der Grund, warum wir nach Zion zurückgekehrt sind – um so zu sein, wie alle anderen Nationen? Nun, nein. Heute ist jedem klar, dass genau wie der Versuch, uns im Exil von der Last des “Am levadad yishkon (eine Nation, die in Abgeschlossenheit wohnen wird)“ durch Emanzipation und Assimilation zu befreien, damit endete, dass aus den Krematorien der Rauch aufstieg, dass ebenso der Versuch, sich jetzt in der Region mittels “Frieden“ zu integrieren, dem Willen des arabischen Volkes widerspricht – und daher keine Chance hat.



Ich empfinde das angeführte Op-ed als sehr fragwürdige These. Es mag sein, das es mit dem ein oder anderen Diktator auch mal Frieden gab, aber ebenso gingen auch ALLE Kriege von ihnen aus.
Es kann also mit einer frei gewählten arabischen Regierung nicht wirklich schlimmer werden.
Außerdem, vielleicht hat ja der Autor des Artikels Glück und aus der aktuellen ägyptischen Regierung entwickelt sich wieder ein friedliebende Diktatur
Weiß jemand Bescheid?
Ist die israelische Botschaft in Kairo immer noch geschlossen?
@Ben Becker
“mag sein, dass es mit dem ein oder anderen Diktator auch mal Frieden gab” –
Ja, den Frieden mit Ägypten gab es durch den Zwang, den Mubarak ausgeübt hat. Tatsache. Und das “auch mal Frieden” hat für Israel über 30 Jahre gedauert. Das ist nun Vergangenheit.