Ulrich J. Becker, Kiryat Ono, 15.04.5770 (TuBeSchwat)

headpiece03small 

 Die Zeit des Versteckens ist vorbei…

  

Chevre, lasst Europa im eigenen Saft blubbern und kommt in euer Land…

 

1492 war Spanien so ziemlich auf seinem Hoehepunkt der Macht, des Reichtums, der Kultur, der Entwicklung etc. Man schaetzt, dass zu dieser Zeit ca. 90% der Juden weltweit in Spanien lebten und es bis in die hoechsten Aemter gebracht hatten, wie z.B. Finanzminister etc.. Spanien war auch DAS juedische Zentrum und Tonangebend in der juedischen Welt. Es war DAS Land in Europa. Die USA von damals. Das Aegypten vor dem Exodus, das Deutschland vor dem Holocaust, …

Und dann befiel den Koenig und die Koenigin der Antisemitismus. Juden hatten eine Wahl: Zum Christentum ueberzutreten (einschliesslich Folertungen und Mord, wenn Zweifel am Uebertritt aufkamen) oder zu fliehen. And the rest is history. Der Auszug aus Spanien. Einige Staaten in der Gegend waren damals nicht so bloed wie die Spanier, und sahen das als willkommende Gelegenheit moeglichst viele der offenbar erfolgbringenden Juden aufzunehmen, wie z.B. Italien oder die Tuerkei.

Daraufhin sprachen die Juden einen 500 jaehrigen Bann gegen Spanien aus. Sagt selbst, ob sich Spanien bis zum Auslaufen des Banns in 1992 eher aufwaerts oder abwaerts entwicklet hatte? 1992 zeigte auch die spanische Krone endlich Einsicht und der derzeitige Koenig Juan Carlos bat das Judentum um Vergebung der spanischen Schuld und Fehler…

 

Wollte man Juden zum Aufbau? 

Ja, in Deutschland hatte man schneller bereut und komischerweise hat das Judentum auch trotz des viel grausameren Leides und Mordens des Holocausts keinen Bann gegen Deutschland ausgesprochen. In Deutschland hatte man auch irgendwie verstanden, dass Juden das Land in allen moeglichen Bereichen sehr bereichert hatten und z.B. das literarischen Leben, der Humor etc. so ziemlich oed und tot war, seitdem die Juden ermordet und vertrieben wurden. Dafuer hatten sich die Deutschen auch in den fruehren 90igern entschlossen, die alten Juden wieder anzukarren, damit man das Gewissen beruhigt und sie Deutschland wieder kreativer machen koennten. So richtig hat das Volk das nicht mitbekommen, sondern das war eine Entscheidung der Eliten, und heute wissen viele nicht, dass Deutschland um die juedische Masseneinwanderung bat. Ja, viele heute reden lieber von Russlanddeutschen und auch viele Juden dieser Herkunft lassen sich lieber als solche gelten.

Das man Juden fuer das Erbluehen des Landes will, ist doch im Grunde zu begruessen und als Kompliment zu verstehen, aber war man wirklich bereit dafuer? So richtig scheint man in Spanien, in Deutschland und in ganz Europa nicht verstanden zu haben.


 

Europa in neuem Antisemitismusrekord

Der Buergermeister von Malmo, den Arye in seinem letzten Artikel erwaehnte, ist nur ein weiteres Detail im Israelbashing und im zunehmenden Antisemitismus in Europa. Ich weiss, dass es viele supertolle Menschen in Deutschland gibt, die damit nichts zu tun haben und sich sogar sehr fuer Israel und das Judentum interessieren bzw. einsetzen oder einfach ganz neutral sind, und sicher auch in anderen Laendern Europas. Aber es ist ein Fakt, dass 2009 das Jahr mit den meisten antisemitischen Vorfaellen seit dem Holocaust war.

 

Wenn in Deutschland darueber diskutiert wird, ob man das Schaechten nicht verbieten sollte, wenn die Gruenen in der Schweiz ein Beschneidungsverbot von Knaben ‘zur Diskussion’ stellen wollen, wenn in Frankreich Juden auf offener Strasse fuer ihr Judentum ermordet oder angegriffen werden, wenn ein Gericht in London entscheidet, dass es diskriminierend sei nicht-juedische Kinder nicht in die juedische religioese Schule aufzunehmen, wenn Buergermeister in Deutschland bei Einweihungen von Synagogen fordern, dass es ein Ort der Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden werden soll (darf man nicht mal mehr in der Synagoge sich als Jude unter Juden fuehlen? Ist das zu viel verlangt?), wenn ein schwedischer Buergermeister Juden vorschreibt, was sie zu denken haben, und Israel nicht unterstuetzen sollten, dann sollten Juden sich ueberlegen ob sie vielleicht auf diesem Kontinent nicht mehr willkommen sind. (Man muss sich nur jeden Tag die Newsletter von Honestly Concerned unter der Rubrik “antisemitische Vorfaelle” ansehen, um das Ausmass dieser tagtaeglichen Angriffe zu begreifen.)

  

 

Viele junge Juden aus Deutschland halten es nicht mehr aus

Junge Juden aus Deutschland erzaehlen mir des oefteren, wie sehr sie Israel lieben, wie sehr sie es geniessen hier im Urlaub zu sein und dass sie mit den Gedanken spielen einzuwandern. Die Kinder der sowjetischen Juden, die nach Deutschland in den 90igern einwanderten, haben oft keinen Bock auf Deutschland, auf das ewige Rechtfertigen, auf das ewige Verstecken, auf die ewigen ekligen Bemerkungen und Situationen. Auf die boesen Blicke auf das Davidsternkettchen oder die Unmeoglichkeit sich mit einer Kippa oeffentlich zu bewegen. Ist das nicht Ironie der Geschichte? Es werden Juden aus der Sowjetunion eingelanden, die in Deutschland bessere Lebensbedingungen vorfinden, deren Kinder halten es aber nicht mehr aus und haben nur einen Traum, wenn sie auch oft irgendwie stecken bleiben: Israel.

Verwandte von uns, Jungens aus Frankreich, wenn sie im Sommerurlaub nach Israel kommen sind den ganzen Tag von morgens bis abends draussen, in den Strassen mit Kippa auf dem Kopf und koennen nur schwer von den Eltern nach Hause gelockt werden. Warum? Weil sie es geniessen einmal ohne Gefahr oder Angst vor Poebeleien einfach als Jude auf einer Strasse zu sein. Einfach so!

Ich denke, es reicht. Ich denke, it’s the time for action.

 

 

Antisemitismus ist nicht mehr unser Problem. Es ist das Problem der Europaer!

Aber in all den Jahrhunderten waren es grausame Katastrophen fuer das Judentum, wenn sich die fortgeschrittenden Staaten gegen das Judentum wendeten, sie konnten nirgends wo Schutz finden. Diesmal ist es anders! Fuer alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Diesmal gibt es den juedischen Staat, diesmal ist hier ein Land, in dem die Juden fuer sich selbst und nicht fuer andere schaffen!

Ein aelterer Urgestein Israeli, mit dem ich gerne ab und zu diskutiere und ihm immer mal wieder von den neusten antisemitischen Vorfaellen in Deutschland berichte, sagte mir vor einiger Zeit: Weisst du, die Zeiten haben sich geaendert, Antisemitismus ist nicht mehr unser Problem. Antisemitismus ist jetzt das Problem der Europaer.

Und er hat Recht! Die Zeit ist vorbei, wo man sich einschleimen muss, Schutzbriefe kaufen, die Herren von der eigenen Nuetzlichkeit ueberzeugen etc. Chevre, euer Staat ist hier. Froh euch willkommen zu heissen! Wenn man euch in Europa nicht haben will, wir empfangen euch gerne! Ja, ich weiss, fuer viele, vor allem aeltere, ist es nicht leicht zu gehen, sie haben Arbeit, Familie, Wohnung, Gewohnheiten in Deutschland und Europa, aber hey, 2000 Jahre wollte man und konnte nicht, jetzt kann man und vor allem die Jungen nehmen es immer mehr war, weil sie von Europa genug haben.

 

 

Israel auf der Ueberholspur

Und macht euch auch nicht zu viele wirtschaftlichen Gedanken. Wenn Israel sich so rasend schnell weiter entwickelt wie bisher, wird es auch wirtschaftlich, kulturell, technologisch etc. Europa bald abgehaengt haben. Immerhin arbeitet man hier einen Tag die Woche mehr und auch so ist man weniger gemuetlich und staendig am Fortschritt interessiert. Ein bisschen Vertrauen auf die Zukunft und auch auf die Torah und es wird alles Sahne…

Ja, ich weiss, der Biller hat es damit nicht ernst gemeint. Ich meine es ernst.

Es ist Zeit zu gehen. Was haelt euch dort? Ganz ehrlich, ausser wirtschaftlichen Vorteilen und einem bequemeren Leben, ist das deutsche Feeling besser als das israelische? Man kann auch hier deutsche Buecher und Zeitungen lesen, deutsches Fernsehen sehen, falls ihr das so sehr vermissen wuerdet. Ja, sicher Leute wie Broder, Biller und Polak wuerden die Fuehlung zu ihrem Publikum verlieren und sich damit vielleicht den Beruf verderben. Aber der Rest koennte doch kommen.

 

 

Ja zum Judentumverbot, wenn ihr es denn wollt!

In diesem Sinne, beginne ich mich leider schon dabei zu erwischen, bei jedem neuen europaeischen Nadelstich zu denken: Ja, weiter so! Ja zum Schaechtverbot! Ja zum Beschneidungsverbot! Ja zur Gedankenpolizei fuer Juden! Ja zum Antizionismus und Antisemitismus in Europa!

Wenn ihr es denn wollt, dann schiesst euch doch ins Bein! Dann macht euch laecherlich vor euch, dem Himmel und der Welt. Dann motiviert hunderttausende Juden euch den Ruecken zu kehren und ins heilige Land zu kommen. Und dafuer nehmt noch ein paar Millionen weiterer Moslems auf, die ja anscheinend so viel vertraeglicher und nuetzlicher als Juden sind. Europa, du bestrafst dich selbst, wenn du nicht bald verstehst, was du da machst.

 

Wenn sie uns nicht brauchen, dann lehitraot. Und auf wiedersehen in Jerusalem. Hier braucht sich keiner fuer seine Jiddischkeit zu verstecken und man darf auch sagen, was man denkt…



27 Comments to “Auf zum Auszug aus Europa! Oder: Warum Antisemitismus jetzt das Problem der Europaer ist…”

  1. Michael says:

    super!
    du hast sehr gut in worte gefasst, was ich schon lange dachte. wenn ich über die antiisraelischen dinge in europa höre, denke ich oft: leckt mich doch am A…!

  2. Ben Becker says:

    Etwas viel suggestive Polemik, würde ich aus meiner Sicht sagen.
    Zum Beispiel die Behauptung, dass “viele” Jugendliche im Urlaub(!) (wer würde nicht gerne länger im Urlaub blieben) “oft” am liebsten in Israel bleiben wollen. Wenn man natürlich nur die Meinung derer heranzieht die Urlaub in Isreal machen, kann diese Ansicht leicht aufkommen. Denn so bleibt die Meinung der daheimgebliebenen Mehrheit(?) ungehört und unreflektiert.

  3. Ulrich J. Becker says:

    Hi Ben! Schoen dich hier zu hoeren!
    Da hast du natuelich recht, dass meine persoenlichen Erfahrungen mit juedischen Israelurlaubern nicht unbedingt sehr repraesentativ seien muessen und dass es z.B. auch sehr viele nicht-juedische Deutsche gibt, die eine Zeit in Israel sehr geniessen, es somit nicht unbedingt etwas mit Antisemitismus zu tun haben muss. Korrekt. Ich weiss aber zumindest ueber einigen (sicherlich genausowenig repraesentative) Internetfreundschaften von jungen deutschen Juden, dass die Unlust auf Deutschland und das Satthaben des Rechtfertigens und Schikanierens ein ersthaftes Phaenomen ist, dass auch unter deren juedischen Freunden weit verbreitet ist.

  4. Ady (Guerreiro) says:

    Ich muss und kann dem nur zu 99% zustimmen.

    Es ist war, dass man in DE ergo EU nicht mehr ruhig leben kann. Die Anhänger der “friedlichsten Religion aller Zeiten (die FRAZ) machen das ehemalige angenehme westlich-demokratische Leben (nach dem IIWK!) zur Hölle. In den Schulen und Straßen wird nicht mehr Deutsch gesprochen sondern ein Türkisch-Arabisches „Was-Du-Wollen-Aldde-„Deutsch, was zum Kotzen ist. Überall werden diese grünangehauchten Hinterwäldler mit ihrer “schlag-deine-Frau-und bring-alle-Schwulen-um- (un)Kultur” gehegt und gepflegt als ob es sich um eine unter Naturschutz stehende besonders wertvolle Rarität handelt. Europa geht den Bach runter. In wenigen Generationen werden ganz legal gewällte Prophetenanhänger mit ihren Sharia-Parteien demokratisch in die EU Parlamente einziehen und das wird das Ende Europas sein, wenn dem nicht sofort gegengewirkt wird.

    Das ist einer der Hauptgründe warum ich letztlich Deutschland den Rücken zugekehrt habe, da ich nicht will, dass meine Tochter in Zukunft mit einer Burka zur Schule gehen muss und ich eventuell von Staatsraison wegen 5 mal täglich auf einem Teppich hin und her Rutschen muss und mein mir liebgewonnenes Gillette-Set vom vorherigem Hannukah in die Schublade für alle Ewigkeiten verschollen lassen muss. Um es kurz klar zu stellen; ich halte nichts von Religion, wenn man sie mit Gewalt versucht jedem aufzuzwingen. Und darin ist der Islam Spitzenreiter in der Geschichte der Menschheit. Keine Religion hat es bis jetzt geschafft mit Gewalt so viele Länder und Menschen zwangszubekehren (!), nämlich seit dem 700 Jahrhundert bis zum heutigen Tag. Nicht einmal die Inquisition war so erfolgreich und die Zwangsmissionierung des Christentums hatte auch nicht so lange angedauert (ohne dies jetzt zu verharmlosen zu wollen!). Die Kreuzzüge z.B. haben im Ganzen 200 Jahre gedauert von 1095-1291 (Quelle Wiki).

    Aber muss es für alle Juden nur Israel sein? Ich habe in Israel die Schule und Militär beendet und habe Jahre später wieder versucht Fuß zu fassen. Es ist ein tolles Land aber nicht so ganz mein Ding, leider.

    Ich habe mich, auf eine glaube ich, liberale Lösung geeignet, da ich sowie so nicht Religiös erzogen worden bin. Es hat mich in den tropischen Nord-Osten Brasilien verschlagen. Auch ganz nett!

  5. Ulrich J. Becker says:

    Hat sich in Spanien vielleicht nach 500 Jahren doch nichts geaendert?

    Comprendes.de – Das Spanienmagazin – Antisemitismus in Katalonien wird von den Juden bedauert
    … Der Rabbiner David Libersohn beklagte im Namen der jüdischen Gemeinde, die in Barcelona ansässig ist, „den höchsten Prozentsatz an Antisemitismus in der gesamten Europäischen Union.“ Der Innenbeauftragte Joan Saura, der im letzten Jahr den Feierlichkeiten fernbleiben musste, weil er zuvor an einer propalästinensischen Kundgebung teilgenommen hatte, war dieses Jahr anwesend. Aber es kam nur zu einem kühlen Händedruck mit dem israelischen Botschafter in Spanien, Raphael Schultz. Die Beziehungen zwischen den Katalanen und den Juden waren das ganze letzte Jahr über gespannt. Die Ökosozialisten beispielsweise hatten mit einer Anstecknadel gegen die Anwesenheit der israelischen Sängerin Noa bei den Feierlichkeiten des 11. September in Barcelona protestiert.

  6. Roman says:

    Wer in Israel lebt ist nah bei seinem Volk, aber auch im Galut sollten Juden leben. Juden sollten überall leben und ihre Gastländer befruchten, das hilft letztendlich auch Israel.

    Ich bin auch dafür, dass es jüdische Staaten neben Israel gibt. Warum nicht in Südamerika oder Afrika eine Kolonie aufbauen?

  7. Ady (Guerreiro) says:

    Es gibt in Südamerica eine (mehrere!) sehr florierende jüdische Gemeinde(n), welche man bis zu Colombus Zeiten zurückführen kann, welche auch die Irren Zeiten von Gaga-Hugo überstehen werden.
    Jedoch ist eine größere Auswanderungswelle aus Venezuelea derzeit nicht zu übersehen. Und in Argentina und Brasil insb. Sao Paulo werden die antisemitischen Ansichten von Islamisten immer häufiger zu Tage getragen. Trozdem bin ich der Meinung, dass es Israel auch wirtschaftlich wie kulturell gut tut größere jüdische Gemeinden außerhalb Israels Grenzen zu haben. Man kann es auch als Pufferzone betrachten.

  8. Ulrich J. Becker says:

    Hi Ady, hier in Israel sind die Leute aus Venezuela gerne empfangen! (Die Israelis stehen auf den suedamerikanischen hebraeischen Akzent ;) . Du bist bringst ueberigens anscheinend einen kleinen Punkt in Brasilien auf unserer Wer-liest-wo-unseren-blog-karte zu bescheidener Beruehmtheit ;)

  9. Ulrich J. Becker says:

    Man wird auch nicht muede einem Erinnerungen und Gruende zu liefern um seinen europaeischen Koffer zu packen…

    CFCA – Poland – Antisemitic graffiti
    Antisemitic graffiti was spray-painted on the Jewish community building in the city of Wroclaw.

    EJP – Jewish cemetery desecrated in eastern France on International Holocaust Day
    At least 18 gravestones were marked with swastikas and overturned.

    WJC – Jewish cemetery in Strasbourg vandalized
    On the eve of International Holocaust Remembrance Day, a Jewish graveyard in the eastern French city of Strasbourg was vandalized by anti-Semites.

    CFCA – Italy – antisemitic graffiti
    Antisemitic graffiti was sprayed-painted on Via Cavour in Rome by the extreme right movement Militia.
    Addresses are against the head of the Jewish community Riccardo Pacifici, and against the mayor Alemanno called “Zionist worm”

    CFCA – Moldova – Antisemitic graffiti in Kishinev
    An antisemitic graffiti was spray-painted at Puskin Street in Kishinev. The graffiti says: ” Fooled the world with the holocaust” “defend the country”

  10. Ulrich J. Becker says:

    Jews Flee Malmo as Anti-Semitism Grows in Sweden – David Landes
    Threats and harassment are becoming increasingly commonplace for Jewish residents in Malmo in southern Sweden, leading many Jews to leave the city out of fear for their safety. Last year there were 79 crimes against Jewish residents reported to the police in Malmo, roughly double the number reported in 2008, according to the Skanska Dagbladet newspaper. In addition, Jewish cemeteries and synagogues have repeatedly been defaced with anti-Semitic graffiti.
    There are currently an estimated 3,000 Jews living in the south of Sweden, with most residing in Malmo, Helsingborg, and Lund. Marcus Eilenberg, a 32-year-old father of two, has decided to move to Israel. “My children aren’t safe here. It’s going to get worse,” he said, describing how people call him “damn Jew” when he walks to synagogue and that his friends are frequently harassed and threatened. (The Local-Sweden)

  11. Ady (Guerreiro) says:

    Hallo Ulrich,

    gern geschehen ;-)
    Ap. das mit dem Akzent kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Ich werde auch weiterhin deinen Blog aufmerksam aus dem tropischen Salvador verfolgen.

    Auf ein gutes zusammenbloggen :-)

  12. Ulrich J. Becker says:

    UK anti-Semitism at record high

    http://www.jpost.com/International/Article.aspx?id=167969

  13. Ulrich J. Becker says:

    Weiter so! Kommt zu uns!

    JEWISH TRIBUNE – Jews flee Malmo as antisemitism grows
    Malmö, Sweden – Threats and harassment are becoming increasingly commonplace for Jewish residents in Malmö in southern Sweden, leading many Jews to leave the city, fearing for their safety.
    “Threats against Jews have increased steadily in Malmö in recent years and many young Jewish families are choosing to leave the city,” Fredrik Sieradzki of the Jewish Community of Malmö told The Local (Sweden’s news in English).
    “Many feel that the community and local politicians have shown a lack of understanding for how the city’s Jewish residents have been marginalized.”
    Last year there were 79 crimes against Jewish residents reported to the police in Malmö, roughly double the number reported in 2008, according to the Skånska Dagbladet newspaper.
    “That probably doesn’t tell the whole story because not everyone chose to make a report. Perhaps they fear they will add to an already infected situation,” Susanne Gosenius, a hate crimes coordinator with the Skåne police, told the newspaper, which has published a series of articles about the growing antisemitism in Malmö.
    In addition, Jewish cemeteries and synagogues have repeatedly been defaced with antisemitic graffiti, and a chapel at another Jewish burial site in Malmö was firebombed in January last year.
    There are an estimated 3,000 Jews living in the south of Sweden, with most residing in Malmö, Helsingborg and Lund.

  14. Kommentator XY says:

    Ich bin Deutscher und gehöre keiner Konfession an, habe aber ehrlich gesagt genau das gleiche Auswanderungsgefühl, aus sehr ähnlichen Gründen.

    Auch ohne Kreuz, ohne Davidsstern wird es langsam gefährlicher, frei auf der Straße, auf dem Marktplatz einer beliebigen deutschen Großstadt zu stehen. So ganz ohne Bart und Taqiyah (die Kopfbedeckung) wird man mindestens einmal pro Jahr als “Opfer”, “Kartoffel” oder “Nazi” beschimpft. Natürlich von moslemischen Einwanderern.

    Für gläubige und durch Kleidung erkennbare Juden ist es hier wahrscheinlich schon genauso lebensgefährlich wie 1927-28, daher kann ich jedem Menschen jüdischer Herkunft nur empfehlen zu flüchten. Links-Grün-SPD sind ganz klar auf die Stimmen muslimischer Einwanderer um ihr politisches Überleben angewiesen, daher wird dort keine Hilfe zu erwarten sein. Auf eine Partei wie CDU-CSU mit einem “Christlich” im Namen würde ich als Jude nicht vertrauen und ob die FDP hier etwas ändern wollte oder könnte, bleibt ungewiss. Alle übrigen Parteien sind noch schlimmer.

    Deswegen sind Juden in Europa heute nicht mehr sicher.

    In den letzten 2000 Jahren kam nach der Judenverfolgung immer eine Terrorherrschaft. Die Vorboten kündigen sich heute schon an, denn eigentlich sind auch Christen und Atheisten in Europa nicht mehr sicher. Wir können nur nicht so leicht weg.

  15. Ulrich J. Becker says:

    an XY:

    Ich verstehe dich sehr gut, und ehrlich gesagt empfinde ich keine Schadenfreude, ueber dass was gerade in Europa passiert, sondern es ist traurig eine Hochyivilization, trotz aller ihrer Fehler, am eigenen Gutmut verderben zu sehen.
    Aber das kann den Europaer keiner abnehmen, das muessen sie selbst regeln und es ist noch nicht zu spaet.

  16. Tobias says:

    Wisst ihr was? Ich höre bei eurem Gerede doch echt Paralleln zu Neo-Nazis raus.
    *Das Problem das ihr beschreibt hört sich stark nach “Überfremdung” an.
    *”Die moslimischen Einwanderer machen die Straßen unsicher” ->Kriminelle Ausländer raus.
    *”Linke-Grün-SPD sind zu tolerant und achten die Heimat nicht genug” ->Minarettenverbot
    Genau das sind die Parolen der NPD. Das “Wir sind überfremdet” plus blauäugigem Baby hing bei der lezten Wahl überall rum! Zum Kotzen!

    @Komentator XY:
    Als “Opfer” werd ich oft genug auch von deutschen Idioten beschimpft. Du solltest deine Einstellung mal überdenken:
    “Natürlich von moslemischen Einwanderern.”
    Mich wundert, das Ulrich solchen Beiträgen einfach zu stimmt…

  17. [...] hatte ja schon oefters auf die kleinen leisen Anzeichen einer fortschreitende Delegitimisierung des Judentums in Europa aufmerksam gemacht, aber jetzt sind [...]

  18. Schula says:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1148007/

    Antisemitismus in Norwegen
    Von Marc-Christoph Wagner

    Etwa 1300 Norweger sind jüdischer Herkunft, mehr als 90 Prozent von ihnen lebt in Oslo. Dass diese Menschen unter Antisemitismus leiden, davon wollen viele nichts gewusst haben. Doch jetzt haben die Äußerungen von jüdischen Eltern für Aufsehen und Empörung gesorgt.

  19. Schula says:

    Ulrich, ich habe ein interessantes Thema für dich.

    Schwedische Blutlüge jetzt auf UN-Webseite

    http://backsp.wordpress.com/2010/03/25/schwedische-blutluge-jetzt-auf-un-webseite/

    Die Aussage: Jeder blamiert sich so gut er kann, bewahrheitet sich einmal mehr. Jetzt wieder einmal die UNO.

    Gut Schabbes!

  20. NATIONALPOST – Anti-semitism in Sweden grows with Muslim immigration
    MALMO, SWEDEN — At some point, the shouts of “Heil Hitler” that often greeted Marcus Eilenberg as he walked to the 107-year-old Moorish-style synagogue in this port city forced the 32-year-old attorney to make a difficult, life-changing decision: Fearing for his family’s safety after repeated anti-Semitic incidents, Eilenberg reluctantly uprooted himself and his wife and two children, and moved to Israel in May.
    Sweden, a country long regarded as a model of tolerance, has, ironically, been a refuge for Eilenberg’s family. His paternal grandparents found a home in Malmo in 1945 after surviving the Holocaust. His wife’s parents came to Malmo from Poland in 1968 after the communist government there launched an anti-Semitic purge.
    But as in many other cities across Europe, a rapidly growing Muslim population living in segregated conditions that seem to breed alienation has mixed toxically with the anger directed at Israeli policies and actions by those Muslims — and by many non-Muslims — to all but transform the lives of local Jews. Like many of their counterparts in other European cities, the Jews of Malmo report being subjected increasingly to threats, intimidation and actual violence as stand-ins for Israel.

    http://life.nationalpost.com/2010/10/17/anti-semitism-in-sweden-grows-with-muslim-immigration/

  21. Auf zum Auszug aus Europa! Oder: Warum Antisemitismus jetzt das Problem der Europaer ist…

    ===========

    “Jetzt” ist gut.

    Antijudaismus, also die religiös “etablierte” Vorstufe des Antisemitismus, ist schon seit Gründung der ersten Christengemeinden in Europa ein Problem.

    Grüße
    Bernd

  22. Katharina says:

    Etwas polemischer, fast schon etwas hetzerischer Artikel.
    Ich als Nicht-Jüdin (mit jedoch jüdischen Freunden und Verwandten) habe es auch genossen, in Isreal Urlaub zu machen, klar. Ein schönes Land, Meer, Sonne, intelligente, freundliche Menschen. Aber glaubt Ihr denn nicht, dass in diesem Land irgendwann kein Platz mehr sein wird? Der Großteil ist Wüste, und auch dort schon wird gebaut und gebaut.. aber die Wüste setzt dem Menschen Grenzen. So wie das Klima, wie wir heuer im Rahmen der Waldbrände leider erkennen mussten.

    Was aber für mich jedoch der entscheidendere Punkt ist, und ich möchte hier jetzt nicht als Israel-basherin oder ähnliches abgetan werden: Man nimmt doch weiter den Palästinensern Land weg. Ich stelle mir vor, uns hier in Europa würde es so gehen. Ich glaube auch, das es Kritik und Wut in der übrigen Welt hervorrufen würde. Wie die letzten Veröffentlichungen (sofern man denen glauben darf) ergeben haben, waren die Palästinenser schon zu sehr vielen Zugeständnissen bereit (große Teile Jerusalems, nur eine symbolische Zahl an Rückkehrern,..). Und ich finde, man sollte endlich Frieden schaffen. Dann würden auch der moslemische (!) Antisemitismus zurückgehen.
    Antisemitismus von seiten der Nicht-Moslime wäre mir in meiner Generation hier in Europa noch nicht untergekommen. (was aber nicht heißt, dass es das nicht auch geben kann).

    Shalom aus Wien.

  23. Hi Bernd,

    ‘Jetzt’, meinte, nachdem es Israel gibt.

  24. Liebe Katharina,

    es freut mich, dass Dir Israel auch so gut gefaellt. Und ich kann Dich beruhigen: Es gibt noch genug Platz fuer alle Juden der Welt und mehr – es gibt wesentlich dichter besiedelte Laender und mehr, und zum Glueck gibt es heute neue Nahrungstechnologie und man ist nicht mehr wie im Mittelalter an die jeweilige Scholle gebunden. Auch das Klima ist kein Problem, es hat jemand die Klimaanlage erfunden. In Israel leider heute viele Menschen an Vitaminmangel wegen zu wenig Sonnenaussatz… ;)

    “Ich stelle mir vor, uns hier in Europa würde es so gehen. Ich glaube auch, das es Kritik und Wut in der übrigen Welt hervorrufen würde.”

    Keine Ahnung, was Du damit genau meinst, aber gibt es nicht gerade eine starke muslimische Einwanderungs und Wachstumswelle. Welche Laender in der Welt genau regen sich darueber auf?

    “Wie die letzten Veröffentlichungen (sofern man denen glauben darf) ergeben haben, waren die Palästinenser schon zu sehr vielen Zugeständnissen bereit (große Teile Jerusalems, nur eine symbolische Zahl an Rückkehrern,..).”

    Sie scheinen authentisch zu sein, aber dies sind Verhandlungspositionen und niemand sagt, dass sie diese je unterschrieben haetten. Genau das haben sie naemlich NICHT getan, obwohl Olmert bereit war wichtige Sicherheitsinteressen Israels aus dem Fenster zu schmeissen. Warum nicht? Aus meiner Perspektive waere es trotzdem eine Katastrophe gewesen. Ein Glueck, dass die Palaestinenser uns mehr hassen, als wir naiv sind.

    “Und ich finde, man sollte endlich Frieden schaffen. Dann würden auch der moslemische (!) Antisemitismus zurückgehen.”

    Warum sagst Du das uns? Sag es doch den Terroristen und Islamisten die tagtaeglich von einem neuen Holocaust an uns traeumen.

    “Antisemitismus von seiten der Nicht-Moslime wäre mir in meiner Generation hier in Europa noch nicht untergekommen. (was aber nicht heißt, dass es das nicht auch geben kann).”

    Mir ist er untergekommen, wenn auch meist nicht gewaltaetig, waehrend der islamische sehr schnell sehr gewalttaetig werden kann.

    Schalom aus Jerusalem

  25. ZEIT – Haben Juden in Europa eine Zukunft?
    Von Jörg Lau 20. Januar 2011 um 15:51 Uhr

    http://blog.zeit.de/joerglau/2011/01/20/haben-juden-in-europa-eine-zukunft_4487

    Ich war in den letzten zwei Wochen in Malmö, Amsterdam, Budapest und wieder in Amsterdam, um mir ein Bild von den Schwierigkeiten der jüdischen Gemeinden mit einem neuen (?) Antisemitismus zu machen. Ich habe mit Rabbinern, Gemeindevorständen, gewöhnlichen Juden (fromm, säkular, orthodox, liberal) und auch mit aktiven Gemeindemitgliedern gesprochen.

    Und das vorläufige Ergebnis ist: nicht gut. Der Sohn des bekanntesten Amsterdamer Rabbiners sagt mir, dass er in einem Jahr emigriert, wenn sein Studium fertig ist. In Budapest traf ich zwei betont weltgewandte, moderne ungarische Juden, die sich erst gegen den Holocaust- und Opferdiskurs der etablierten Gemeinde verwahren. Und dann, nach ihrer Zukunft befragt, sagen sie: Wahrscheinlich nicht in Budapest, obwohl sie diese Stadt “wie verrückt lieben”. Sie müssen sich permanent für ihr Judentum rechtfertigen, und für Israel. Der Sohn des Rabbiners sagt, er selber komme schon damit klar, man trägt halt Baseballkappe statt Kippa in bestimmten Vierteln. Aber seinen Kindern will er das nicht zumuten.

    In Malmö ist die Lage so, dass vor allem junge Paare mit Kindern wegziehen. Erkennbare Juden werden beschimpft und bespuckt. Der sozialdemokratische Bürgermeister hat der Gemeinde zynischer Weise geraten, sie solle sich vom Gaza-Krieg Isarels distanzieren, dann werde die Lage schon besser werden. Schwedische Juden werden also als Agenten und Repräsentanten einer fremden Regierung behandelt – von einem schwedischen Bürgermeister (eine Art geistige Ausbürgerung).

    Ein Großteil des neuen Antisemitismus kommt von muslimisch geprägten Einwanderern und ihren Kindern. In Amsterdam sind es vor allem marokkanischstämmige Jungs, in Malmö Somalier. Aber das ist nur eine Facette. Die islamisch/islamistische Judenfeindschaft tritt neben den linken Antiisraeldiskurs (mit dem sie sich teils vermischt). In Ungarn hingegen lebt der “klassische” faschistische Antisemitismus wieder auf. Dort sind Rechtsradikale die Hauptquelle, wie auch im deutschen Osten.

    Die Regierungen tun nichts oder zu wenig. Gestern war ich in Amsterdam bei Frits Bolkestein, dem ehemaligen EU-Komissar und zuvor Vorsitzenden der liberalen VVD. Er hat mit seiner Äußerung, Juden hätten in den Niederlanden keine Zukunft, wenn sie als solche erkennbar leben wollten, die jüngste Debatte ausgelöst. Bolkestein ist hoch beunruhigt und beschämt über diese Entwicklung in seinem Land. Er hat den Krieg in Amsterdam erlebt und weist daraufhin, dass die Holländer schon unter den Nazis gut im “wegkijken” (wegschauen) waren. Er sieht heute (ohne die Situation gleichsetzen zu wollen) eine ähnliche Haltung am Werk, wenn im Stadion gegen die Spieler von Ajax Amsterdam gilt als “jüdischer” Verein) gehetzt wird mit Sprüchen wie “Hamas, Hamas, die Juden ins Gas”.

    Die Frage ist, ob sich nicht gerade ganz Europa im “wegkijken” übt. Über die möglichen Folgen davon schreibe ich für die nächste Nummer einen ausführlichen Bericht.

  26. stefan hoffmann says:

    hallo
    ich bin kein Jude sondern Katholik, trotzdem hab ich großen Respekt vor der jüdischen Kultur, und vor allem von den menschen. ich bin zudem der Meinung das die Juden in Europa bleiben sollten, nein sie müssen bleiben. weil es genau das ist was diese Leute ja wollen, man darf sich diesen Leuten nicht beugen oder sich terrorisieren lassen. die Juden sind sind ein teil von Europa, sie gehören fest zur europäischen Kultur. sicher in der Vergangenheit haben wir christliche Europäer schwere verbrechen begangen,die durch nichts zu rechtfertigen sind oder wieder gut zumachen sind. ich sehe die Juden in Deutschland nicht als Fremdkörper,Agenten oder sonst was, sondern als Mitbürger und Landsleute. darum kann es nicht sein das ein teil der Bevölkerung in einem Rechtsstaat so massiv verfolgt oder beleidigt wird, von einer anderen teil, der erst seit ein paar Jahrzehnten in DE lebt. aber gleichzeitig für sich die vollen Bürgerrechte einfordert und dem anderen sie verweigert. mich macht es so wütend wie wir Europäer unsere werte und ideale so über bord werfen. trotzdem hoffe ich das die Mehrheit der Juden in Europa bleibt, weil ich der Meinung bin das wir gemeinsam für diese werte eintreten müssen und nicht weglaufen dürfen. das ist meine Meinung zu diesem Thema.

  27. Danke Stefan,

    ich denke auch, dass die Masse der Europaer nicht auf die Idee kommen wuerde Juden so offen zu attackieren und dass es auch immer welche gibt, die Juden gerne in Europa sehen, aber viele Moslems sehen das halt sehr anders und handeln auch anders und den europaeischen Staaten fehlen die Mittel und manchmal vielleicht auch der Wille, energisch dagegen vorzugehen.

Leave a Reply