Joschua Cohen, Eilat, 25.08.2010
Iranische Luftbasen
Von Einigen gespannt erwartet, hier nun die Fortsetzung des ersten Teils zur iranischen Luftwaffe, über ihre weitere Entwicklung, den heutigen Stand, die Geheimnisse wie sie ihre Jets am Fliegen hält, und ein Ausblick auf die Zukunft…
Direkt nach dem Ende des Iran-Irak Krieges wurde die IRIAF teilweise wieder aufgebaut, indem man eine beachtliche Anzahl sowjetischer MiG-29 und Su-24, sowie auch 72 chinesischer F-7M
Airguard und FT-7 erwarb und damit die wichtigsten der durch die Verluste gerissenen Lücken schließen konnte.
Landende iranische MiG29 mit russischen AA-8 bewaffnet
Iranische Su-25
F7 Dual- und Singleseater
Diese Modelle verdrängten aber nie die verbliebenen F-14A, F-4 Phantoms oder F-5 amerikanischer Herkunft.
Im Gegenteil, man bemühte sich unter hohem Aufwand, viele dieser Typen im Einsatz zu halten, sie grundlegend zu überholen und begann
einige Projekte um ihnen so gut wie möglich Upgrades angedeihen zu lassen.
Iranische F14A mit Nummern
Einige Schweizer Pilatus PC-7 Trainer waren die einzigen westlichen Muster, die der Iran zwischen der Revolution und den von Brasilien 1989 gelieferten Tucano Trainern beschaffen konnte. Bis 1990 wurde außerdem 25 kolbengetrieben Trainer vom Typ MFI-17 Mushshak (ein Lizenzbau von Saab) für die Pasdaran aus Pakistan bezogen.
Durch den 1. Golfkrieg 1991 und mit ihrem Gerät desertierende irakische Piloten kam der Iran unverhofft und kostengünstig an mindestens 115 zusätzliche Flugzeuge, darunter Mirage F1s, MiG-25 Foxbats, MiG-21 Fishbeds, MiG-27s, Su-24s, MiG-29s, Su-20s, Su-22M Fitters, Su-25 Frogfoots, MiG-23s, einige IL-76 Transporter und sogar einen AWACS IL-76 Prototypen, sowie ihre Piloten.
1992 und 1993 gab es Meldungen, das Russland den Iran mit Ersatzteilen, Waffen, Betriebsanleitungen und Ausbildungsmaterial für die aus dem Irak geflohenen Jets versorgte und China dem Iran einige der MiG-29 im Austausch gegen Raketentechnologie abkaufte.
1998 gab es auf hohen politischer Ebene Gespräche mit dem Irak, in denen neben der Nachkriegspolitik zwischen den beiden Ländern, auch eine Rückgabe der Flugzeuge an den Irak gefordert wurde. Der Iran lehnte diese Forderung mit der Begründung ab, das er keine davon besäße, bzw. benutzen würde.
In der Tat tauchten in den 90er Jahren nur wenige der oben genannten Muster im Einsatz auf, was darauf zurück zu führen ist, das die Infrastruktur und das ausgebildete Bodenpersonal für Betrieb und Wartung dieser Typen fehlte und da auch Russland wirtschaftlich zu kämpfen hatte und seine Militärindustrie brach lag, nicht kurzfristig zu beschaffen waren.
Diesem Mißstand wurde gegen Ende des Jahrtausends durch allmähliche Verbesserung der Wirtschaftslage Russlands, sowie die Ausbildung von Piloten und Mannschaften, vorwiegen in Nordkorea, Abhilfe geschaffen.
Darüber hinaus verhalfen die Embargos gegen Saddam und der hohen Ölpreis dem Iran zu beträchtlichen finanziellen Mitteln und nützlichen Kontakten.
Um das nach der 444-tägigen Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft verhängte US-Embargo auf militärisches Gerät „Made in America“ zu umgehen ließ der Iran sich im Laufe der Zeit viele Möglichkeiten einfallen.
So wurden über Tarnfirmen Ersatzteile für die F-5 z.B. aus Griechenland und Chile beschafft, die diese Jets in Lizenz fertigten, oder unter Umgehung der Embargos, u.a. über den Oman und Bahrain, z.B. benötigte Teile für die F-4 Phantome gekauft.
Drei iranische F-4 Phantome mit laufendem Motor
Durch die Beschaffung von hochwertigen Werkzeugmaschinen und Fertigungsanlagen, vor allem aus Deutschland, gelang es außerdem durch Reverse Engineering eigene Teile nach zu fertigen und vorher ausgeweidete Maschinen nach und nach wieder Instand zu setzen.
Zur Gewinnung der der dafür notwendigen Spezialisten wurde in den letzten 2 Jahrzehnten ein Programm betrieben, das viele junge Iraner, vor allem in Europa, Ingenieursfächer studieren ließ. Zusätzlich setzte man, zusammen mit Korea und teilweise China, auf klassische Spionagetätigkeiten und betreibt bis heute in Europa ein beachtliches Agentennetz, das neben Industrie und Militärspionage auch eine Einschüchterungs- und Kontrollfunktion für im Ausland befindliche Iraner darstellt.
Als wertvoll erwies sich außerdem, das der Iran darüber hinaus die Aktivitäten der Amerikaner und ihrer Verbündeten in der Region während und zwischen den Golfkriegen aus nächster Nähe beobachten konnte und dabei auch Gastgeber für chinesische, koreanische und russische Spezialisten war und dabei moderne SIGINT Systeme zur Aufklärung einsetze.
Darüber hinaus hatte der Iran im Krieg, durch die mehr oder weniger wirksamen Embargos des Westens und die instabile politische Entwicklung im Ostblock erkannt, das er sich möglichst einen eigenen, unabhängigen militärisch industriellen Komplex schaffen mußte und investierte hier Unmengen.
Dies führte dazu, das man seit etwa 2004/2005 nicht nur in der Lage ist Systeme für den Eigenbedarf zu entwickeln, ausländische Instand zu halten und zu modifizieren, sondern darüber hinaus auch beachtliche Mengen, wenn auch vorwiegend einfacher, Rüstungsgüter wie IEDs, RPGs, Feuerwaffen, Kurzstreckenraketen etc. zu exportieren.
Nach Analyse des Iran-Irak Krieges, der Golfkriege und anderer moderner Konflikte setzt der Iran beim Anlegen seiner wichtigsten Anlagen auf eine möglichst großflächige Verteilung und massive Verbunkerung, um deren Zerstörung möglichst effektiv zu verhindern, oder zumindest immer einen weiterhin produktiven Teil aufrecht erhalten zu können.
Mit Schaffung diverser Scheinziele und lokalen oder funktionellen Kombination mit zivilen Einrichtungen erhöht man deren Überlebenswahrscheinlichkeiten zusätzlich.
Insgesamt kann man dieses Projekt in Umfang und Art mit der Verschaffung deutscher Rüstungsindustriekomplexe unter die Erde – wie beispielsweise die der V2 Rakete nach Mittelbau Dora – in den letzten Kriegsjahren des 3. Reiches vergleichen, nur das hierbei weder ein stattfindender Krieg noch Zeit ein limitierender Faktor ist.
Weiterhin hat man aus dem Kriegen der Welt gelernt, dass mit der bis heute zur Verfügung stehenden Technologie, Raketen jeder Art nur schwer abwehrbar sind und konzentriert sich, neben einem höchst ambitionierten Anreicherungsprogramm, vor allem darauf. Dabei spielen neben zielgenauen Raketen, Marschflugkörpern und 1x Drohnen die tief und präzise im Hinterland des Feindes einschlagen können, auch ungelenkte Raketen eine große Rolle, da mit ihnen zwar keine wichtigen Ziele ausgeschaltet, aber Flächenziele wie Städte massiv geschädigt werden können und durch einen Sättigungseffekt die gegnerische Luftabwehr überfordert und wirkungslos wird und sie als Terrorwaffe in Proxy-Hand hoch wirksam sind.
Als Quasi-Abfallprodukt betreibt man einige eigene Kampfjetprogramme bzw. grundlegende Studien und Experimente und nutzt dabei die für den Bau von Anreicherungszentrifugen verwendeten oder wegen etwas nachgelassener Präzision dort ausgemusterten Maschinen und Materialien, um schwer beschaffbare Teile zu replizieren, eigene Verbesserungen vor zu nehmen, oder nötige Anpassungen und Veränderungen für Einbauten von Importanlagen, wie russischen Radaren und Raketen vor zu nehmen.
Die Ergebnisse präsentiert man dann oft als völlig eigenständige Entwicklung, auch wenn dies nicht wahr ist und man noch mittelfristig auf Teilezulieferer, oder den Erwerb von Lizenzen zur eigenen Fertigung angewiesen ist. Jedoch bemüht man sich, so weit möglich, diese in zumindest mittelbarer Zeit vollständig im eigenen Land herzustellen und damit zunehmend unabhängiger zu werden.
Der Vorteil dieser Strategie liegt auf der Hand, da man so nur halbwegs mit dem Markt Schritt halten muss, ohne die Last und das Risiko hoch innovativer Entwicklungen und deren langwierige Testzyklen tragen zu müssen und dann den inzwischen erfolgten technischen Fortschritt und elektronische Miniaturisierung und den damit einhergehenden Preisverfall ausnutzen kann.
Durch all diese Maßnahmen ist es dem Iran vor allem in den letzten 10 Jahren gelungen massiv aufzurüsten, Teile seiner Systeme sukzessive zu modernisieren und etwa 350-400 seiner Flugzeuge, wenn
auch oft in uneinheitlichen Konfigurationen und sehr gemischten Ausstattungen mehr oder weniger einsatzbereit zu halten. Dies mag aus westlicher Sicht ein logistischer und vor allem mit enormen Personalkosten verbundener Albtraum sein, stellt mit einer bei etwa 55.000 Mann liegenden Truppenstärke und den vor Ort herrschenden Rahmenbedingungen aber nicht das gleiche Problem dar.
Das dies wirklich funktioniert, unterstrich der Iran als er bei der letzten Parade statt der vermuteten 4-7 flugfähigen F-14A beachtliche 20(!) Stück in der Luft präsentierte.
Fliegende iranische F14A ohne sichtbare Nummern
Laut Beobachtungen des Pentagon von 2007 ist der Iran darüber hinaus in der Lage derzeit zu Trainings- und Ausbildungszwecken pro Tag im Schnitt ca. 70 Sorties zu fliegen, was auf eine für die Umstände recht gut funktionierende Organisation seiner Luftwaffe schließen läßt und den Ausbildungsstand seiner Piloten und des Bodenpersonals ausreichend sichert.
Zum Abschluss soll nicht verschwiegen werden, das wohl im Rahmen der Verhandlungen bei den Geiselnahmen, bspw. unter Carter und Blair, auch von Amerika und GB direkt Teile und Know-How importiert wurden. Auch Lieferungen von und über Israel soll es – zumindest in den 90ern – gegeben haben.
Dazu kommen Lieferungen aus Italien und via Singapur, teilweise 1000er Einzelteile und kompletter Subsysteme, von denen Anfang der Jahrtausends eine Handvoll aufgedeckt und verhindert werden konnte und zu deren Unterbindung seit 2003 die amerkanischen Behörde ICE (US Immigration and Customs Enforcement) eine weit strengerer Überwachung ausführt.
Auch wenn etliche dieser Versuche nicht glückten und mit teils schweren Haft- und Geldstrafen geahndend wurde, liegt die Menge erfolgreicher Schmuggel der letzten 3 Dekaden im Dunklen.
Im nächsten Teil kommen wir zu einigen der regional produzierten Waffensysteme wie dem Azarakhsh and Saegeh Fightern und ihren Eigenheiten. Also bleibt dran…









Ich empfehle für Interessierte sich die Grafiken gesondert anzeigen zu lassen, da sie dann noch höhere Auflösungen bieten.
Hochinteressant
Bitte mehr……..
ich warte auf analyse der tatsaechlichen iranischen luftwaffenstaerke.
iran scheint viele flugzeuge zu haben. aber ohne moderner elektronik sind die flugzeuge fliegende ziele ohne der moeglichkeit feindliche jets abzuschiessen.
Shalom,
ich lese gerade auf einem iranischen Blog, der für Israel sich engagiert, dort gibt es einen Beitrag, der einfach nur erschüttert, gerade bezüglich des Militärs, das ja nur aus einer gewissen Besatzergruppe (Klerikale Türken, Araber, Basiji und Pasdaran) besteht, sollte man sich fragen, ob man die Menschen der Freiheitsbewegung nicht einbinden sollte.
Hier das Besatzerproblem:
http://tangsir2569.wordpress.com/2010/08/26/der-beginn-der-turkischen-kadschar-dynastie-in-iran/#more-4187
http://tangsir2569.wordpress.com/2010/08/26/menschenhandel-und-zwangsprostitution-in-iran/
Ich lese mit Interesse diesen zweiten Bericht Joshua Cohen.
Amnesie International? Useless Nations? MSM – wo ist euer Aufschrei?
Zahal, push das doch mal bitte Richtung PI-News, TAZ und SZ Kommentar oder ähnliches, aber sag ersteren davon, sie sollen noch ein wenig Recherche betreiben, da die bisherige Informationslage dünn und wenig belastbar ist.
“ich warte auf analyse der tatsaechlichen iranischen luftwaffenstaerke.
iran scheint viele flugzeuge zu haben. aber ohne moderner elektronik sind die flugzeuge fliegende ziele ohne der moeglichkeit feindliche jets abzuschiessen.”
Was willst Du genau wissen? Die konkrete Anzahl pro Typ, dessen genaue Ausrüstung und Einsatzbereitschaft?
Fucking Impossible! (naja fast)
Nicht nur weil sie gern die Kennungen ändern oder verschleiern (Zeig ich im nächsten anhand eingier Bilder), auch weil – und das steht im Text – sie alle möglichen und unmöglichen Modifikationen teils auch nur auf Einzelmustern fliegen.
Darüber ist natürlich alles im arabischen und persischen Militär immer super geheim und tarnen und täuschen an der Tagesordnung – wenn man im Westen öffentlich bekannt gibt und so weiss wer welche Führungsposition innehat, ist das dort ein Staatsgeheimnis.
Was aber auch mit der dauernden Putschangst und der Behandlung der Mannschaftsdienstgrade vs. der Offiziere zu tun hat, sowie dem kaum vorhandenen Unteroffizierscorps.
Insbesondere für die us-angelehnten arabischen Monarchien gibt es da interessante Papers wo das genau beschrieben ist.
Joschua Cohen says:
August 27, 2010 at 12:09
Amnesie International? Useless Nations? MSM – wo ist euer Aufschrei?
Zahal, push das doch mal bitte Richtung PI-News, TAZ und SZ Kommentar oder ähnliches, aber sag ersteren davon, sie sollen noch ein wenig Recherche betreiben, da die bisherige Informationslage dünn und wenig belastbar ist.
Habe ich schon, im Kommentarbereich gibt es auch mehr Beweise, ich werde etwas zusammenstellen und an verschiedene investigative Channels senden.
Kann ich dich über deinen Blog privat erreichen? Habe da noch etwas…..der Mensch braucht einen server, der nicht angreifbar ist…….
Also erst einmal Shabbat Shalom, bis Sonntag.
Scheib mir halt ne Mail. Adresse steht dort.
@joschua
mir geht es nicht um quantitaet, sondern um qualitaet.
die russische luftwaffe ist sehr gross, aber in einem zweikampf werden sie wahrscheinlich jeder westlichen luftwaffe unterlegen, da die passende elektronik und ausruestung nicht vorhanden ist. das hat sich in georgien krieg gezeigt, als mind. 2 russische jets in der nacht abgeschossen wurden.
also noch mal die frage. meinst du die iraner haetten genug hi tech in der luftwaffe um eine ernstzunehmende gefahr fuer israelis zu sein, sollten diese iranische nuclearanlagen angreifen?
Hmm Velvl, da muss ich weit weit ausholen.
Zum Einen – wie Mao schon sagte: Quantity is a Quality of its own! Und damit hat er bis heute Recht. Z.B. gewannen die Russen mit der Mengenüberlegenheit ihrer einfachen, billigen und robusten T-34 gegen die technisch weit überlegenen deutschen Panzer.
Zum Anderen: die Vorteil durch die technologische Unterlegenheit russischen Militärgerätes wird bei weitem überbewertet.
Ein gutes Beispiel ist hier das IRIS-T Programm.
)
Nach der Wiedervereinigung in 1990 konnte die BRD zusammen mit der MiG-29 auf große Bestände russischer Flugkörper AA-11 Archer zugreifen. Bei Tests stellte sich heraus, dass die NATO die Waffe weit unterschätzt hatte!
(Sagen wir aus erster Hand Erfahrung: sie haben ganz massiv gekotzt!
So war sie Dank 3D-Schubvektorsteuerung deutlich manövrierfähiger, hatte bessere Off-Boresight-Fähigkeiten und war störfester als alle im Dienst stehenden westliche Systeme.
Laufende Neuentwicklungen wurden darauf abgebrochen und unter den nun veränderten Rahmenbedingungen und Erkenntnissen neu aufgenommen undbis heute erst teilweise zum Abschluss gebracht.
Kommen wir aber speziell zum Iran.
Die Hauptlast seiner aktiven Luftverteidigung und seine modernsten Aktivposten liegt auf MiG-29 und MiG-31. Besonders letzterer ist eine reelle Gefahr für jeden israelischen Angriff, sollte es gelingen die Jets rechtzeitig, oder überhaupt, in die Luft zu kriegen.
Da der Iran etliche teils tiefverbunkerte Atomanlagen besitzt, müssen diese von vielen Flugzeugen und das massiv angegriffen werden.
Da es etliche Tarnanlagen gibt, muss diese Angriffsflotte noch größer sein, da man alle Ziele sicher treffen muss.
Dabei muss man folgende Problemen beachten:
1. Israel hat keine strategischen Bomber und schon gar nicht für diese Entfernung.
2. Israel hat keine Tarnkappenflugzeuge, damit ist totale Überraschung schwierig.
3. Israel hat zu wenig Flugzeuge und fehlende Träger für einen so massiven Schlag so weit weg von zu Hause. Nur ein Reaktor oder so ginge, 5-10 oder 15 Anlagen da Tarnanlagen wird erfordert viele Flugzeuge und ist arg am Limit.
4. Ein Erfolg führt gegf. zum Krieg, aber unter besseren Vorraussetzungen
5. Ein Fehlschlag führt zum Krieg.
6. Ein Fehlschlag kann etliche der israelischen Jets und Piloten kosten, die dann, insbesondere zum Abfangen massiver feindlicher Raketenschläge, fehlen. Siehe 3.
Dazu kommt das diese Ziele wie erwähnt tief, teils über 30m, verbunkert sind, also unklar ist, ob konventionelle Munition ausreichen würde und sie weiterhin über den Iran verteilt liegen, es nutzlose Tarnanlagen gibt, die man aber nicht alle kennt und sie zusätzlich von AA-Systemen verteidigt werden.
Darunter ca. 30 Tor-M1 die zwar nur in der Nahverteidigung wirksam sind und geringe Reichweite insb. in der Höhe haben, ABER in ihrem Wirkungsbereich Raketen, Bomben und auch Marschflugkörper zu teils über 70% pro Schuss abfangen können.
Diese werden dazu in Layern mit anderen Systemen und in Gruppen eingesetzt.
Daraus ergibt sich das diese, wie auch Flugplätze, zu erst bzw. GLEICHZEITIG bekämpft werden müssen, oder mindestens weit mehr Munition benötigt wird um sicher die Vernichtung des Ziels zu gewährleisten.
D.h. entweder viel mehr Flugzeuge, oder mehr Außenlast, also mehr Radarquerschnitt und damit auch noch mehr Spritprobleme und der limitierende Faktor Luftbetankung und ein höheres strategisch wiegendes Risiko bei Verlusten.
Ziehen wir folgende Schlüsse:
Ist der Angriff nicht überraschend, werden sie bereits im Anflug gestellt und können die ursprüngliche Mission nicht ausführen.
Ist er trotz allem erfolgreich kann die superschnelle MiG sie immer noch im Abflug stellen.
Hier können sie sich durch Sprit und Nutzlastbeschränkung kaum auf einen Luftkampf einlassen.
Die Vorteile von tollem Radar und Luft-Luft-Raketen sind also nicht wirklich vorhanden.
Ein massiver Konflikt als Folge, selbst im Erfolgsfall der Mission ist kaum vermeidbar. Dieser fände dank Proxys direkt an der Haustür statt.
Daraus folgt insgesamt:
- Zur Reduzierung des Risikos sich anschliessend nicht mehr selbst ausreichend, z.B. gegen Mittelstreckenraketen mit C-Sprengköpfen, verteidigen zu können: der Einsatz von Marschflugkörpern, gegf. gefolgt von Bombern sowie ein zusätzlich richtig breit angelegter Luftangriff gegen X-Raketenstellungen, Kommandoposten, weiteren Hochwertzielen im Iran und in anderen Ländern
- Gegf. durch tiefe Verbunkerung Einsatz unkonventioneller Munition nötig.
- Kombinierte Aktion mit einer anderen Streitmacht die z.B. über die grundlegenden Systeme für strategische Bombardierung oder Tarnkappenflugzeuge, sowie eine weit großere Anzahl Flugzeuge verfügt, ist faktisch unvermeidbar!
Anders als eine einzelen “Warn”-Mission gegen einen “zivilen” Reaktor vor dessen in Betriebnahme, auf die man nicht zwingend mit Krieg antworten muss und die bis vor kurzem möglich war, ist inzwischen das Fenster für einfache Möglichkeiten geschlossen und alle jetzigen führen mit großer Sicherheit zu einem schweren militärischen Konflikt, von dem man im besten Falle erhoffen kann ihn zu überleben! Wirklich zu gewinnen ist da nichts bei.
@joschua
vielen dank fuer die analyse. mir ging es mehr um das “innere” der iranischen flugzeuge, aber deine analyse hat beide fragen direkt oder indirekt beantwortet.
zu dem angriff auf iran ist folgendes zu sagen.
man vergisst oft, dass israel einen beachtlichen arsenal von raketen und marschflugkoerper verfuegt, die in der lage waeren militaerische “knoten” noch vor dem flugzeugangriff auszuschalten. natuerlich wissen nur die spezialisten, was diese waffen wirklich koennen.
eine weitere option waeren die israelischen spezialeinheiten. es gibt sehr viele moeglichkeiten diese zu den zielen zu bringen. diese koennen in die ziele eindringen und diese durch tnt von innen sprengen. und nein, ich habe nicht zu viele action filme geguckt.
ein team ist in der lage (natuerlich mit passender ausruestung und plannung), ganze militaeranlagen voller soldaten zu vernichten.
Erstmal großes Lob für den Artikel. Excellent!
Ich habe noch eine vielleicht schon lächerlich anmutende Frage: Ist irgendwas über den Fitnesszustand der iranischen Piloten bekannt? Man hat manchmal den Eindruck, dass die iranischen Piloten auf den Propagandafotos übergewichtig sind. Wie man in so einem Zustand vernünftig fliegen soll wäre mir ein Rätsel.
Können solche Piloten in so einem Fitnesszustand in solchen Flugzeugen der IAF überhaupt ansatzweise gefährlich werden?
Ich bin sehr gespannt, auf den dritten Teil. Wann kommt er endlich?
[...] Mehr dazu in Teil 2… [...]